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Phospholipid

Version vom 21. Februar 2010, 18:34 Uhr von 80.135.64.129 (Diskussion)

Synonym: Phosphoglycerid
Englisch: phospholipid

1 Definition

Phospholipide sind komplexe Lipide, welche eine Esterbindung mit Phosphorsäure aufweisen und Hauptbestandteil aller Zellmembranen sind.

2 Chemische Struktur

Phospholipide gleichen in ihrem Grundaufbau den Triglyceriden - jedoch weisen Phospholipide nur zwei Esterbindungen mit Fettsäuren auf. Diese tragen jeweils mindestens 1 Doppelbindung - sind also ungesättigt - und bestehen aus 14 bis 24 Kohlenstoffatomen. Sie stehen für den unpolaren Bereich der Phospholipide. Die Doppelbindungen im "Schwanzteil" veranlassen ein "Abknicken" des Moleküls.

Die dritte Hydroxylgruppe des Glycerins ist mit einem Phosphoräurerest verestert.

Ein mit zwei Fettsäuren und einem Phosphorsäurerest verestertes Glycerin ist die Grundform des Phospholipids, die sogenannte Phosphatidsäure.

Der Phosphorsäurerest kann weiterhin mit Alkoholen verestert werden. So entstehen Phosphogylceride:

3 Chemische Eigenschaften

Phospholipide sind amphiphil, d.h. sie weisen Lipophilie und Hydrophilie zugleich auf. Dadurch ist es den Phospholipiden möglich an Grenzschichten zwischen Wasser und Öl zu vermitteln.

Phospholipide können im Wasser Doppelschichten ausbilden, bei denen die hydrophilen Molekülanteile zum Wasser hin und die lipohilen Anteile vom Wasser weg weisen.

Auf ähnliche Weise können Micellen und Liposomen gebildet werden.

4 Biologische Bedeutung

Phospholipide sind ein Hauptbestandteil der Doppelmembran von Zellen (Zellmembran). Durch ihre chemischen Eigenschaften können Phospholipide den Zellraum gegenüber dem Umgebungsmedium separieren. Die unpolaren Bereiche tragen wesentlich zur Fluidität der Membran bei.

Um eine Membran zu bilden, lagern sich die Phospholipide mit ihren unpolaren Bereichen (also den Fettsäureresten) zusammen. Die polaren Molekülbereiche - dort, wo der Phosphatrest an das Glycerin gebunden ist - sind einander abgeneigt.

5 Synthese der Phospholipide

Zellen synthetisieren Phospholipide im glatten endoplasmatischen Retikulum und transportieren diese in Form von Vesikeln zu ihrem Bestimmungsort an der Zellmembran.

6 Phospholipide für die Signaltransduktion

In den Membranen vorhandene Phospholipide können durch verschiedene Phospholipasen abgebaut werden. Die Abbauprodukte der Phospholipide spielen eine wichtige Rolle als "second messenger" bei der Signaltransduktion.

Siehe auch: Sphingolipid

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Fachgebiete: Biochemie

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Februar 2020 um 11:49 Uhr bearbeitet.

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