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Phenelzin

Version vom 21. März 2020, 07:18 Uhr von Alexandra Gehl (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Phenelzin (2-Phenylethylhydrazin) ist ein Antidepressivum aus der Klasse der MAO-Hemmer.

Der Wirkstoff hemmt die Monoaminooxidase nicht-selektiv und irreversibel.

Phenelzin ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen.

2 Chemie

Phenelzin hat die Summenformel C8H12N2 und eine Molare Masse von 136,19 g/mol. Sein Sulfatsalz liegt als weißer, gut wasserlöslicher Feststoff vor.


3 Indikation

Antidepressivum

Anxiolytikum

4 Wirkmechanismus

Phenelzin hemmt beide Isoformen der Monoaminooxidase (MAO-A und MAO-B) mit nahezu identischer Affinität. Durch eine irreversible Blockade der MAO, unterdrückt Phenelzin den Abbau der Monoamin-Neurotransmitter (wie z.B. Dopamin, Serotonin und Noradrenalin). Ebenso wird der Abbau von einigen Neuromodulatoren wie Tyramin und Tryptamin gehemmt. Folglich kommt es zu einer Konzentrationserhöhung der Botenstoffe im extrazellulären Bereich.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkung

Schwindel Sehstörungen Mundtrockenheit Übelkeit und Erbrechen Diarrhoe Harnverhalt Mydriasis Bluthochdruck Suizidgedanken Psychosen Hepatotoxizität Entzugserscheinungen beim Absetzen


6 Interaktionen

Bei gleichzeitiger Einnahme von serotogen wirkenden Medikamente ist die Gefahr eines Serotoninsyndroms, deutlich erhöht. Dazu gehören z.B.:

SS(N)RI (Venlafaxin)

trizyklische Antidepressiva (Amitryptilin)

Opioide (Tramadol, Fentanyl)

Dextromethorphan


In Kombination mit Sympathomimetika (Ephedrin, Methylphenidat oder Reserpin) kann es zu einer unkontrollierten Wirkungsverstärkung kommen. Es besteht die Gefahr einer Bluthochdruckkrise.

Auf den Verzehr tyraminhaltiger Nahrungsmittel (wie Käse,Rotwein etc.) sollte während der Einnahme verzichtet werden. (Gefahr einer Hypertensiven Krise)

Diese Seite wurde zuletzt am 21. März 2020 um 07:10 Uhr bearbeitet.

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