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Pfortaderkreislauf

Version vom 5. Dezember 2012, 18:50 Uhr von 87.79.153.50 (Diskussion)

Synonym: Pfortadersystem

1 Definition

Der Pfortaderkreislauf ist ein venöser Blutkreislauf, der das Blut aus dem gesamten Magen-Darm-Trakt und der Milz über die Pfortader (Vena portae) zunächst der Leber und von dort der unteren Hohlvene (Vena cava inferior) zuführt.

2 Hintergrund

Der Pfortaderkreislauf ist ein "Nebenzweig" des großen Körperkreislaufs. Er sorgt dafür, dass nährstoffreiches Blut aus der Vena mesenterica superior und der Vena mesenterica inferior, sowie Blut aus der Vena lienalis erst eine Leberpassage durchläuft, bevor es in die Vena cava inferior und damit in den großen Körperkreislauf gelangt. Damit durchläuft das Blut im Pfortaderkreislauf zweimal ein Kapillarbett: Zuerst das Kapillarbett des Darms, dann das Kapillarbett der Leber.

Sinn des Pfortaderkreislauf ist es, der Leber direkt die im Darm aufgenommenen Nährstoffe zur Verstoffwechselung zuzuführen. Das gleiche gilt für evtl. Giftstoffe: Sie werden in der Leber abgebaut, bevor sie in den eigentlichen Blutkreislauf gelangen.

Bei Medikamenten kann die Leberpassage zur Folge haben, dass sie teilweise oder auch komplett metabolisiert werden, bevor sie an ihre Zielorgane gelangen. Das bezeichnet man als "First-Pass-Effekt".

Diese Seite wurde zuletzt am 27. April 2015 um 09:07 Uhr bearbeitet.

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