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Pflanzengift

Version vom 2. Februar 2020, 21:51 Uhr von Marc Kößling (Diskussion | Beiträge)

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Englisch: plant toxin

1 Definition

Bei einem Pflanzengift handelt es sich um ein Gift pflanzlichen Ursprungs. Die bekanntesten Vertreter sind Alkaloide. Sie werden von Pflanzen im Rahmen des Sekundärstoffwechsels gebildet und dienen als Fraßschutz. Viele Pflanzengifte sind, richtig dosiert, von großer pharmakologischer Bedeutung.

2 Hintergrund

Pflanzen können sich, anders als Tiere nicht durch Kampf oder Flucht vor Fressfeinden schützen. Angesichts der Tatsache, dass allein unter den Tierarten zwei Drittel Herbivoren sind, ist es für Pflanzen von immenser Bedeutung sich vor Fraß zu schützen. Einige bilden physische Abwehrmechanismen wie Dornen oder Stacheln aus, andere (etwa 17000[1]) helfen sich mithilfe von Giften oder Bitterstoffen. Dabei steht nicht der Tod des Fressfeindes im Vordergrund, sondern die Abschreckung.


3 Pharmakologie

Nur wenige Pflanzengifte sind für den Menschen lebensbedrohlich, daher werden viele Pflanzengifte pharmakologisch genutzt, wie zum Beispiel Digitalisglykoside oder Atropin. Dabei kommt es auf die richtige Dosierung an, damit es nicht zur Überdosis und damit zu Vergiftungserscheinungen kommt.
Einige Pflanzengifte, werden auch als Rauschmittel missbraucht, unter anderem das Muskarin aus dem Fliegenpilz (Amanita Muscaria).

4 Toxikologie

Nachfolgend soll eine Übersicht über einige Pflanzengifte und deren toxikologischen Eigenschaften geboten werden[2]:

Pflanzengift Pflanze Wirkmechanismus Symptome Therapie
Aconitin Eisenhut Öffnung von Na+-Ionenkanälen Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung Magenspülung, Behandlung der Symptome
Atropin Tollkirsche, Engelstrompete, Weißer Stechapfel Kompetitive Hemmung an muskarinischen Acetylcholinrezeptoren Mydriasis, Tachykardie, Halluzinationen, Koma, Atemlähmung Magenspülung
Colchicin Herbstzeitlose Hemmung der Zellteilung durch Hemmung der Mikrotubuli Erbrechen, Diarrhö, Schmerzen im Abdomen, Multiorganversagen Aktivkohle, Magenspülung
Ricin Wunderbaum Hemmung der Proteinbiosynthese Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen, Magen-und Darmnekrosen, Schäden an Leber und Niere Aktivkohle, Magenspülung
Solanin Kartoffel Hemmung der Cholinesterase Übelkeit, Schwindel, Diarrhö, Fieber, Krämpfe Magenspülung, Aktivkohle
Strychnin Brechnunssbaum Blockade von Glycinrezeptoren Steifheit, Hyperreflexie, Spasmen, Tetanus, Atemlähmung Benzodiazepine, periphere Muskelrelaxanzien

5 Quellen

  1. Kadereit, Joachim W. et al.: Strasburger Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften, Springer Verlag Heidelberg, 37. Auflage, 2014
  2. Freissmuth, Michael; Offermanns, Stefan und Böhm, Stefan: Pharmakologie und Toxikologie, Springer Verlag Heidelberg, 2. Auflage 2016

Fachgebiete: Toxikologie

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Februar 2020 um 21:51 Uhr bearbeitet.

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