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Pes-anserinus-Tendinopathie

Version vom 2. August 2021, 22:01 Uhr von HP Dipl. Math. Stefan Rolf Paff (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Selten traumatisch, meist als Overuse-Syndrom entstandene Insertionstendopathie des Pes anserinus superficialis (Ansatz des Musculus sartorius, Musculus semitendinosus und Musculus gracilis) oder Pes anserinus profundus (Ansatz dreier Züge des Musculus semimambranosus) an der inneren Tibia, anfangs ohne, später oft mit Befall des Schleimbeutels (Bursitis).

2 Epidemiologie

Unter Leichtathleten ist dies die zweithäufigste Verletzung nach der Stressfraktur. Besonders Langläufer sind häufig betroffen, da die Ischiocrurale Gruppe einen wesentlichen Teil zum Vortrieb beiträgt. Neben den Sportlern sind auch Nichtsportler betroffen, vor allem übergewichtige Frauen mit Gonarthrose. Nach Dauer und Verlauf kann in akut und chronisch-rezidivierend unterschieden werden.

3 Ursache

Trauma oder Overuse (Überlastung oder Fehlbelastung des Beines)

4 Prädisponierend

5 Diagnose

  • üblicherweise klinisch
  • ggf. MRT zum Auschluß anderer Erkrankungen. Dies kann unauffällig sein oder es ist ein Sehnenödem vorhanden, ggf. eine Bursitis (Erguss)
  • Verschwinden der Beschwerden nach lokaler Lidocain-Infiltration erhärtet die Diagnose, Persistieren kommt einem Ausschluß gleich

6 Symptome

  • Belastungsschmerz, vor allem bei Belastung der Ischiocruralen Gruppe, etwa kräftigeres Gehen, Treppensteigen, Laufen, (Ab)springen. Zu Anfang manifestiert er sich als Anlaufschmerz, der bei anhaltender Belastung abklingt.
  • eventuell palpable Schwellung
  • Druckschmerzhaftigkeit am pes anserinus, distal des Gelenkspalts
  • bei längerem Bestehen Krepitation über Sehnenansatz
  • Morgenschmerz nach Training am Vortag

7 Therapie

  • Aussetzen des Trainings oder Reduktion (akutes Geschehen), Anpassung des Trainings
  • ggf. Einlagen
  • Techniktraining, Laufanalyse
  • Physiotherapie mit Beinachsentraining, Rumpf- und Beckenstabilisierung
  • Dehnungsübungen für die betroffenen Muskel: die Ischiocrurale Gruppe, die Adduktoren (v.a. den Gracilis) und deren wichtige Antagonisten
  • Kräftigung der Quadrizeps und der Adduktoren (vor allem im chronischen Fall)
  • Koordinations- und Propriozeptionstraining (vor allem im chronischen Fall)
  • Überprüfung und Verbesserung der Muskelketten
  • falls erforderlich: Gewichtsreduktion
  • ggf. Optimierung des Materials (Schuhwerk, Untergrund)
  • ggf. Verbesserung der Einstellung bei Diabetes oder RA
  • wie bei den meisten Insertionstendopathien: Vermeidung der Schmerzauslösung in Alltag und Training
  • extrakorporale Stoßwellentherapie
  • Injektion vom thrombozyremreichen Plasma (ACP)
  • Vorsicht mit Cortison-Infiltrationen wegen des Risikos für Sehnen (Nekrose, Ruptur)

8 Prognose

Bei konsequenter konservativer Therapie ist die Prognose gut: meist erfolgt eine Spontanheilung, wenn wenig Risikofaktoren bestehen oder diese aus der Welt geschafft oder maßgeblich reduziert werden können.

9 Differentialdiagnose

Eine Reizung des medialen Kollateralbandes zeigt Schmerzen etwas weiter medial, Beschwerden des Innenmeniskus etwas weiter kranial. Das Hoffa-Syndrom liegt meist etwas weiter lateral und das Plica-Syndrom zeigt Schmerzen etwas weiter kranial und unterschiedliches Verhalten in Funktionstests.

Diese Seite wurde zuletzt am 2. August 2021 um 22:01 Uhr bearbeitet.

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