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Persistierender Ductus Botalli: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Ausmaß der Symptomatik hängt von der funktionellen Kapazität der verbleibenden Öffnung ab. Kleinere Öffnungen beeinflussen die [[Hämodynamik]] unwesentlich und sind daher in der Regel [[asymptomatisch]].
  
Große Öffnungen führen zu einem [[Links-Rechts-Shunt]] und damit zu einer Volumenbelastung von rechtem Vorhof und rechter Kammer sowie des Lungenkreislaufes. Dadurch kann es zum Riss kleiner Blutgefäße in Herz und Lunge und damit zu einer Herzschwäche kommen.  
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Große Öffnungen führen zu einem [[Links-Rechts-Shunt]] und damit zu einer Volumenbelastung der linken Kammer sowie des Lungenkreislaufes. Dadurch kann es zum Riss kleiner Blutgefäße in Herz und Lunge und damit zu einer Herzschwäche kommen.  
 
Durch den Links-Rechts-Shunt strömt Blut ständig aus der Aorta in den Truncus pulmonalis. Dadurch wird der große [[Kreislauf]] insuffizient. Dies äußert sich unter anderem als "Pulsus celer et altus" (s. [[Pulsqualität]]).
 
Durch den Links-Rechts-Shunt strömt Blut ständig aus der Aorta in den Truncus pulmonalis. Dadurch wird der große [[Kreislauf]] insuffizient. Dies äußert sich unter anderem als "Pulsus celer et altus" (s. [[Pulsqualität]]).
  

Version vom 11. Juli 2012, 11:59 Uhr

Synonym: Persistierender Ductus arteriosus, Ductus botalli apertus
Englisch: patent ductus arteriosus, PDA

1 Definition

Der persistierende Ductus Botalli stellt eine nach der Geburt vorliegende pathologische Persistenz der Verbindung zwischen Aorta und Truncus pulmonalis (Ductus Botalli) dar. Die Erkrankung zählt zu den angeborenen Herzfehlern.

2 Pathogenese

Physiologischerweise verschliesst sich der Ductus Botalli in den ersten zwei Tagen nach der Geburt durch funktionelle Mechanismen (Erhöhung des Druckes im großen Kreislauf) und verödet bindegewebig durch Intimaproliferation und Fibrosierung nach etwa 4-8 Wochen.

Die Verzögerung des Verschlusses ist bei Frühgeborenen häufiger. Als Ursache werden Hypoxien und erhöhte Prostaglandinspiegel angesehen.

  • CAVE: Bei Verabreichung an NSAR (Hemmung der Prostaglandinsynthese) im dritten Trimenon der Schwangerschaft droht daher ein vorzeitiger Verschluss des Ductus Botalli.

3 Symptomatik

Das Ausmaß der Symptomatik hängt von der funktionellen Kapazität der verbleibenden Öffnung ab. Kleinere Öffnungen beeinflussen die Hämodynamik unwesentlich und sind daher in der Regel asymptomatisch.

Große Öffnungen führen zu einem Links-Rechts-Shunt und damit zu einer Volumenbelastung der linken Kammer sowie des Lungenkreislaufes. Dadurch kann es zum Riss kleiner Blutgefäße in Herz und Lunge und damit zu einer Herzschwäche kommen. Durch den Links-Rechts-Shunt strömt Blut ständig aus der Aorta in den Truncus pulmonalis. Dadurch wird der große Kreislauf insuffizient. Dies äußert sich unter anderem als "Pulsus celer et altus" (s. Pulsqualität).

Die Kreislaufinsuffizienz führt zu einer Minderversorgung peripherer Körperregionen. Betroffene Kinder gedeihen schlecht, sind nicht belastbar und haben häufig kalte Extremitäten. Die Mangelversorgung kann sich insbesondere bei Frühgeborenen ungünstig auswirken.

4 Diagnostik

Ein großer persistierender Ductus führt als klinisches Leitsymptom zu einem charakteristischen Herzgeräusch.

In der Systole findet sich ein Geräusch mit Crescendo-Charakteristik, in der Diastole ein Geräusch mit Decrescendo-Charakteristik. Häufig ist auch ein Schwirren tastbar.

Ein kleiner Ductus botalli apertus führt lediglich zu einem systolischen Herzgeräusch.

In der Echokardiographie gelingt mithilfe der Dopplersonographie die direkte Darstellung des Blutflusses durch den offenen Ductus Botalli.

Im EKG zeigen sich Zeichen der linksventrikulären Volumenbelastung. Im Röntgen-Thorax ist das linke Herz breiter und eventuell die Lungengefäßzeichnung vermehrt.

4.1 Differentialdiagnose

Ein aortopulmonales Fenster kann echokardiographisch abgegrenzt werden.

5 Therapie

Ein persistierender Ductus botalli sollte stets verschlossen werden, da auch kleine Öffnungen zu einem erhöhten Endokarditisrisiko führen.

Bei Frühgeborenen wird in der Regel immer ein Therapieversuch durch die Gabe von Indometacin (NSAR) unternommen.

Gelingt der Verschluss nicht auf diese Weise kann im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung interventionell eine Metallspirale zum Verschluss des Ductus Botalli eingebracht werden. Nach erfolgtem Verschluss ist die Prognose des Neugeborenen unverändert zur Normalpopulation.

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Januar 2018 um 18:45 Uhr bearbeitet.

Timo
Hat jemand eine Erklärung, warum ein PDA das Endokarditis Risiko erhöht? Mir fällt beim besten Willen keine ein, noch finde ich eine Erklärung dazu :-(
#3 am 09.12.2016 von Timo (Student/in der Humanmedizin)
Hallo Herr Stelter, wenn Sie Fehler in Artikeln entdecken, freuen wir uns, wenn Sie sie selbst verbessern. Das Flexikon ist ein Mitmach-Service, bei dem sich jeder beteilgen kann. Falls Sie Fragen zum Bearbeiten von Artikeln haben, können Sie sich gerne an mich wenden. Viele Grüße
#2 am 11.12.2015 von Dr. Carina Hönscher
Ein kleiner Ductus muss nicht verschlossen werden, es ist nach den aktuellen Richtlinien keine Endokarditisprophylaxe erforderlich!
#1 am 10.12.2015 von Jan Christian Stelter (Arzt | Ärztin)

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