Vom 12. bis 28. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Zur Zeit steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Perkutane transluminale Koronarangioplastie

Version vom 13. Juni 2012, 16:39 Uhr von Georg Graf von Westphalen (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Perkutane transluminale Coronarangioplastie, PTCA

1 Definition

Die Perkutane transluminale Koronarangioplastie, kurz PTCA, ist ein Verfahren zur Angioplastie (PTA) von hochgradigen Koronarstenosen mittels Einführen und Insufflation eines Ballonkatheters in einem Koronargefäß.

2 Geschichte

Die PTCA wurde 1977 vom Deutschen Kardiologen Andreas Grüntzig entwickelt.

3 Vorgehen

Der Katheter wird über einen Führungsdraht in das Zielgefäß vorgeschoben. Röntgendichte Markierungen erlauben die exakte Positionierung des zunächst nicht entfalteten Ballons im Bereich der Stenose. Der entsprechend dem Normdurchmesser des Gefäßes gewählte Ballonkatheter wird mit Flüssigkeit aufgefüllt und bis zu einem Zieldruck, der nicht selten 20 bar erreichen kann, gedehnt. Dies führt zu einer Aufweitung des Gefäßes und damit Erweiterung des Lumens im Bereich der Stenose. In 70-80% der Fälle wird anschließend oder auch primär die Aufdehnung mit einer Stent-Implantation verknüpft, um ein ausreichendes Primärergebnis zu erreichen.

4 Therapeutische Aspekte

Die PTCA hat einen festen Stellenwert in der Behandlung des Herzinfarkts. Bei einem Herzinfarkt steht die schnellstmögliche Durchführung ("time is muscle") im Vordergrund. Die PTCA erfolgt fast immer nach Lokalisation der Stenose in Kombination mit einer Stent-Implantation. Dabei können sogenannte "bare metal stents" oder medikamentenfreisetzende Stents zum Einsatz kommen.

Die Erfolgsrate der PTCA in Kombination mit Stentimplantation kann durch zusätzliche medikamentöse Maßnahmen gesteigert werden. Vor und während der Implantation können GPIIb/IIIa-Blocker (z.B. Abciximab) zum Einsatz kommen.

Nach einer PTCA mit Stentimplantation können Restenosen auftreten. Die Restenoserate kann durch den Einsatz des Thrombozytenaggregationshemmers Clopidogrel verringert werden. Bei medikamentenfreisetzenden Stents sollte Clopidogrel mindestens 12 Monate, bei bare metal stents für mindestens 4 Wochen eingesetzt werden.

5 Indikation

Die PTCA ist immer indiziert bei einem STEMI (Infarkt mit ST-Hebungen) und bei einem akuten Koronarsyndrom mit Risikofaktoren (z.B. hämodynamische Instabilität, Ventrikuläre Tachykardie, ST-Senkungen, labordiagnostischer Infarkt-Nachweis). Eine weitere Indikation besteht bei durch Linksherzkatheteruntersuchung objektivierter relevanter Stenosierung im Koronararteriensystem, auch wenn diese (noch) asymptomatisch ist.

Die PTCA ist bei Verfügbarkeit einer Thrombolysetherapie (Fibrinolyse) vorzuziehen.

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Dezember 2020 um 11:33 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

27 Wertungen (4.33 ø)

244.433 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: