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Peripherer Venenkatheter: Unterschied zwischen den Versionen

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Hier jetzt noch ein paar gute Tipps, insbesondere für Anfänger:
 
Hier jetzt noch ein paar gute Tipps, insbesondere für Anfänger:
- Wenn nicht sofort eine traumhafte Vene gefunden wird, lohnt es sich, gründlich beide Arme systematisch (auch dorsale Seite) abzusuchen, natürlich gestaut. Oft findet man dann plötzlich ein durchaus passables Blutgefäß. Notfalls auch noch die Füße/Unterschenkel inspizieren. (Querschnittgelähmte, die keine Schmerzempfindung in den Beinen haben, wissen eine Blutabnahme dort wirklich zu schätzen)
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*Wenn nicht sofort eine passende Vene gefunden wird, lohnt es sich, gründlich beide Arme systematisch (auch dorsale Seite) abzusuchen, natürlich gestaut. Oft findet man dann ein geeignetes Blutgefäß. Notfalls auch noch die Füße/Unterschenkel inspizieren (Querschnittgelähmte, die keine Schmerzempfindung in den Beinen haben, wissen eine Blutabnahme dort wirklich zu schätzen).
 
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*Nicht auf oberflächliche Reiservenen reinfallen. Nur Venen punktieren, die deutlich elastisch zu tasten sind.  
Nicht auf oberflächliche Reiservenen reinfallen. Nur Venen punktieren, die deutlich elastisch zu tasten sind.  
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*Nicht stehend mit gebeugtem Rücken punktieren. Wenn der Punktierer bequem sitzt und auch der Arm des Punktierten ruhig auf einer Armstütze oder dem Bett aufliegt, sind die Punktierungen von vornherein erfolgreicher.
 
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*Je tiefer der Arm liegt, desto voller die Venen.
- Nicht stehend mit gebeugtem Rücken punktieren. Wenn der Punktierer bequem sitzt und auch der Arm des Punktierten ruhig auf einer Armstütze oder dem Bett aufliegt, sind die Punktierungen von vornherein erfolgreicher. Es zahlt sich aus, eine halbe Minute zum Stuhl holen zu investieren.
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*Nach einer Venenpunktion muss der Körper das entstandene Loch in der Vene reparieren. Er macht das mit einem Butgerinnsel. Diese können kleinere Venen für einige Tage vollständig verstopfen. Die Punktierung einer solchen Vene ist oft schmerzhaft und erfolglos.
 
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*Beim Zustechen den Patient mit Reden oder Fragen ablenken.
- Je tiefer der Arm liegt, desto voller die Venen.
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*In der Haut sind viele Schmerzrezeptoren, daher sollte diese zügig durchstochen werden.
 
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Nach einer Venenpunktion muss der Körper das entstandene Loch in der Vene reparieren. Er macht das mit einem Butgerinnsel. Diese können kleinere Venen für einige Tage vollständig verstopfen. Die Punktierung einer solchen Vene ist oft schmerzhaft und erfolglos!
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Falls keine Vene gefunden wird:
 
Falls keine Vene gefunden wird:
- Die Staubinde extra stark anziehen - ja, das ist leider etwas unangenehm für den Patienten, führt aber oft zum Ziel
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*Die Staubinde extra stark anziehen. Das ist etwas unangenehm für den Patienten, führt aber oft zum Ziel.
- In Ellenbeuge oder auf dem Handrücken klopfen oder reiben. Dadurch wird in der Haut Histamin freigesetzt (Rötung!), und die Venen erweitert
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*In die Ellenbeuge oder auf den Handrücken klopfen oder reiben. Dadurch wird in der Haut Histamin freigesetzt (Rötung!), und die Venen werden erweitert.
- Bei bekannt venenproblematischen Patienten kann lokale Wärme Wunder wirken in wenigen Minuten: feuchtwarme Kompressen oder ein kleines Mikrowellenkissen bereithalten.  
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*Bei bekannt venenproblematischen Patienten kann lokale Wärme Wunder wirken in wenigen Minuten: feuchtwarme Kompressen oder ein kleines Mikrowellenkissen bereithalten.  
 
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*Rollvenen am Unterarm können durch Anspannen der Haut auf der gegenüberliegenen Armseite fixiert werden.
Rollvenen am Unterarm können durch Anspannen der Haut auf der gegenüberliegenen Armseite fixiert werden.  
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*Wenn es gar nicht geht, den Patienten etwas trinken lassen und es nach einigen Minuten erneut versuchen.  
 
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Beides ist unangenehm: "Stochern" unter der Haut oder oft neustechen
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Spätestens nach dem dritten Fehlversuch sollte wenn irgendwie möglich eine andere Person die Punktierversuche fortsetzen. Das Gefühl, von einem gestochen zu werden, der offensichtlich seinen Job nicht gut macht, ist über den körperlichen Schmerz hinaus psychologisch ungünstig.
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Bei Kindern oder hochempfindlichen Patienten kann 15 Minuten vor dem Stechen eine Salbe mit einem Lokalanästhetikum über 1-3 Venen aufgestrichen werden. (EMLA)
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Beim Zustechen den Patient mit Reden oder Fragen ablenken.
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Wenn es gar nicht geht, den Patienten etwas trinken lassen und es nach einigen Minuten erneut versuchen.  
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In der Haut sind viele Schmerzrezeptoren, daher sollte diese zügig durchstochen werden.  
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Spätestens nach dem dritten Fehlversuch sollte wenn möglich eine andere Person die Punktierversuche fortsetzen.
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Bei Kindern oder hochempfindlichen Patienten kann 15 Minuten vor dem Stechen eine Salbe mit einem Lokalanästhetikum über 1-3 Venen aufgestrichen werden (EMLA).  
  
Bei kleinen Venen punktiert die Nadel häufig auch die gegenüberliegende Venenwand. Das macht nichts. Einfach die Nadel ganz langsam zurückziehen, bis die Nadelspitze in der Vene liegt und das Blut anfängt, zu fließen. Eventuell jetzt die Nadel (oder das Braunülenröhrchen jetzt noch weiter vorschieben.
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Bei kleinen Venen punktiert die Nadel häufig auch die gegenüberliegende Venenwand. Dann einfach die Nadel ganz langsam zurückziehen, bis die Nadelspitze in der Vene liegt und das Blut anfängt, zu fließen. Eventuell jetzt die Nadel (oder das Braunülenröhrchen) jetzt noch weiter vorschieben.
 
[[Fachgebiet:Medizinprodukt]]
 
[[Fachgebiet:Medizinprodukt]]
 
[[Tag:Erfolgreich blut abnehmen]]
 
[[Tag:Erfolgreich blut abnehmen]]

Version vom 15. August 2014, 08:32 Uhr

Synonyme: Venenverweilkanüle, Venenverweilkatheter, periphervenöser Katheter, peripher-venöser Zugang, PVK, Viggo, "Venüle"
Handelsnamen: Braunüle®, Flexüle®, Venflon® u.v.a.
Englisch: peripheral venous catheter

1 Definition

Periphere Venenkatheter bzw. Venenverweilkanülen sind kleinere Katheter, die in periphere Körpervenen eingeführt werden. Sie sind in Klinik und Praxis sehr weit verbreitet und werden vor allem eingesetzt, um intravenös Medikamente, Kurzinfusionen oder Infusionen zuzuführen.

Von den peripheren Venenkathetern abgegrenzt werden die zentralen Venenkatheter (ZVK).

2 Zugänge

Periphere Venenkatheter können in verschiedene Körpervenen eingebracht werden, wobei jeder Zugangsweg spezifische Vor- und Nachteile hat. Zu den am häufigsten verwendeten Punktionsorten bzw. Zugängen zählen:

3 Größen

Periphere Venenkatheter gibt es in verschiedenen Größen, die in Gauge (G) angegeben werden und farbkodiert sind. Je kleiner der Gauge-Wert, desto höher ist die Durchflussrate des Katheters. Bei Kindern werden in der Regel periphere Venenkatheter zwischen 20 und 24 G verwendet. Beim Erwachsenen richtet sich der verwendete Gauge-Wert nach den Gefäßverhältnissen und der Indikation. Zur Infusionstherapie werden zum Beispiel Venenverweilkanülen von 17 oder 18 G verwendet. Muss viel Volumen in kurzer Zeit gegeben werden (z.B. bei Schock oder Polytrauma), setzt man 14 und 16 G Venenkatheter ein.

4 Technik

siehe: periphere Venenpunktion - mit Erklärung des Ablaufes der Venenpunktion.

Hier jetzt noch ein paar gute Tipps, insbesondere für Anfänger:

  • Wenn nicht sofort eine passende Vene gefunden wird, lohnt es sich, gründlich beide Arme systematisch (auch dorsale Seite) abzusuchen, natürlich gestaut. Oft findet man dann ein geeignetes Blutgefäß. Notfalls auch noch die Füße/Unterschenkel inspizieren (Querschnittgelähmte, die keine Schmerzempfindung in den Beinen haben, wissen eine Blutabnahme dort wirklich zu schätzen).
  • Nicht auf oberflächliche Reiservenen reinfallen. Nur Venen punktieren, die deutlich elastisch zu tasten sind.
  • Nicht stehend mit gebeugtem Rücken punktieren. Wenn der Punktierer bequem sitzt und auch der Arm des Punktierten ruhig auf einer Armstütze oder dem Bett aufliegt, sind die Punktierungen von vornherein erfolgreicher.
  • Je tiefer der Arm liegt, desto voller die Venen.
  • Nach einer Venenpunktion muss der Körper das entstandene Loch in der Vene reparieren. Er macht das mit einem Butgerinnsel. Diese können kleinere Venen für einige Tage vollständig verstopfen. Die Punktierung einer solchen Vene ist oft schmerzhaft und erfolglos.
  • Beim Zustechen den Patient mit Reden oder Fragen ablenken.
  • In der Haut sind viele Schmerzrezeptoren, daher sollte diese zügig durchstochen werden.

Falls keine Vene gefunden wird:

  • Die Staubinde extra stark anziehen. Das ist etwas unangenehm für den Patienten, führt aber oft zum Ziel.
  • In die Ellenbeuge oder auf den Handrücken klopfen oder reiben. Dadurch wird in der Haut Histamin freigesetzt (Rötung!), und die Venen werden erweitert.
  • Bei bekannt venenproblematischen Patienten kann lokale Wärme Wunder wirken in wenigen Minuten: feuchtwarme Kompressen oder ein kleines Mikrowellenkissen bereithalten.
  • Rollvenen am Unterarm können durch Anspannen der Haut auf der gegenüberliegenen Armseite fixiert werden.
  • Wenn es gar nicht geht, den Patienten etwas trinken lassen und es nach einigen Minuten erneut versuchen.

Spätestens nach dem dritten Fehlversuch sollte wenn möglich eine andere Person die Punktierversuche fortsetzen. Bei Kindern oder hochempfindlichen Patienten kann 15 Minuten vor dem Stechen eine Salbe mit einem Lokalanästhetikum über 1-3 Venen aufgestrichen werden (EMLA).

Bei kleinen Venen punktiert die Nadel häufig auch die gegenüberliegende Venenwand. Dann einfach die Nadel ganz langsam zurückziehen, bis die Nadelspitze in der Vene liegt und das Blut anfängt, zu fließen. Eventuell jetzt die Nadel (oder das Braunülenröhrchen) jetzt noch weiter vorschieben.

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