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Parvovirus B19

Version vom 10. Februar 2009, 22:06 Uhr von Dr. med. Mikolaj Walensi (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: Humanes Parvovirus B19, lat. parvus: klein, entdeckt 1974, durch die australische Virologin Yvonne Cossart

1 Definition

Das Humane Parvovirus B19 ist ein lineares Einzelstrang-DNA-Virus aus der Familie der Parvoviren und ist der Erreger des Erythema infectiosum (Ringelröteln).

2 Struktur

Das Virus hat einen Kapsidtyp vom Ikosaedertyp (aus den beiden Proteintypen VP1 und VP2), ist ca 20nm klein und besitzt keine Hülle. Die Genomlänge beträgt 5000 bis 5500 Basenpaaren. Es ist somit das kleinste bekannte Virus.

3 Epidemiologie

Das humane Parvovirus B19 ist weltweit vorkommend (Seroprevalenz B19-spezifischer Antikörper in westlichen Industrieländern ca. 50%). Die Übertragung erfolgt aerogen per Tröpfcheninfektion. Das Virus ist extrem umweltstabil wodurch es in der Lage ist, längere Zeit außerhalb des Körpers zu überleben.


4 Pathogenese

Das Virus infiziert beforzugt knochenmarksständige Vorkäuferzellen der Erythropoese wie "burst-forming-units" oder "colony-forming-units", in welchen es sich vermehrt und durch deren Zerstörung es zu einer vorübergehenden Anämie führt. Komplikationen können bei immunsupprimierten Patienten zum Tod oder bei Schwangeren zum Spontanabort oder Hydrops fetalis führen.

5 Klinik

Die Inkubationszeit beträgt eine bis zwölf Wochen (meist 13 bis 18 Tage) wonach es zu einem Exanthem im Gesichtsbereich kommt, welches jedoch die Mundpartie, das Kinn und den knorpeligen Teil der Nase ausspart. Weiterhin breitet es sich über die Extremitäten (hauptsächlich auf den Streckseiten) aus und bildet ringförmige, rote Effloreszenzen. Das Vollbild bildet das Erythema infectiosum, welches nach 7 bis 10 Tagen jedoch folgenlos abheilt.

Die gefährlichste Komplikation beim Erwachsenen ist der Hydrops fetalis der schwangeren Frau, weshalb diese den Kontakt zu erkrankten Kindern möglichst meiden sollten.

Eine weitere Manifestation beim Erwachsenen sind Arthralgien oder Arthritiden, die insbesondere die kleinen Gelenke betreffen. einem plötzlich einsetzenden, symmetrischen Befall der Finger-, Hand- und Sprunggelenke welche die Beweglichkeit erheblich einschränken und mehrere Wochen bis Monate persistieren können.

6 Diagnostik

Bei manifestem Verdacht kann das Virus mit einem ELISA nachgewiesen werden. Hierbei finden sich Anti-B19-Antikörper der Gruppe IgM und später auch IgG gegen das Viruskapsid. Das Virus selbst kann mittels PCR aus dem Blut oder bei Schwangeren ab der 61. Schwangerschaftswoche im Fruchtwasser nachgewiesen werden.

7 Therapie

Eine antivirale Therapie existiert nicht. Zum einen kann die Infektion symptomatisch mit nicht steroidalen Antiphlogistika und Antirheumatika , zum anderen können Immunglobulinpräparate verabreicht werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 13. August 2019 um 18:36 Uhr bearbeitet.

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