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Paratyphus

Version vom 6. Januar 2008, 19:03 Uhr von Emrah Hircin (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Als Paratyphus wird eine dem Typhus ähnliche Infektionskrankheit mit Durchfall und Allgemeinsymptomen bezeichnet, bei der die Infektion jedoch nicht durch Salmonella typhi, sondern durch die Serotypen A, B und C von Salmonella paratyphi verursacht wird.

2 Epidemiologie

Der Paratyphus ist in Deutschland selten. Jährlich treten etwa 70 Fälle auf, somit beträgt die Inzidenz etwa 0,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Die meisten Erkrankungen sind aus Reiseländern importiert, darunter Indien, Pakistan, die Türkei und das Balkangebiet.

Das Erregerreservoir für Salmonella paratyphi ist der Mensch, einzelne Serovare des Typs B können jedoch auch in Rinder- und Geflügelbeständen auftreten. Die Übertragung erfolgt durch Verzehr kontaminierter Speisen und Wasser oder durch fäkal-orale Schmierinfektion von Mensch zu Mensch.

3 Klinik

Nach einer Inkubationszeit von 1-10 Tagen führt die Paratyphus-Infektion zu Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C. Der Verlauf ist im vergleich zum Typhus fast immer milder. Fieberkontinua und Roseolen sind bei einem Paratyphus selten, es überwiegen die Gastroenteritis-Verläufe.

Etwa eine Woche nach Erkrankung wird der Erreger im Stuhl ausgeschieden, der Übergang in ein Salmonellen-Dauerausscheidertum ist möglich, jedoch seltener als beim "echten" Typhus.

4 Diagnostik

Die Paratyphus-Erreger können durch Kultivierung aus Blut und Stuhl nachgewiesen. Bei fiebernden Patienten ohne antibiotische Vorbehandlung ist die Blutkultur die vielversprechendste Nachweismethode. Der Nachweis aus dem Stuhl gelingt in der Regel erst in der 2. Woche nach Krankheitsbeginn.

Wie beim Typhus kann es auch beim Paratyphus in der Labordiagnostik zu charakteristischen Veränderungen kommen:

5 Therapie

Der Paratyphus wird wie der Typhus antibiotisch behandelt, da prinzipiell immer mit schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden muss. Mittel der Wahl sind bei fehlenden Kontraindikationen das Fluorchinolon Ciprofloxacin oder das Cephalosporin Ceftriaxon. Die Behandlung sollte über mindestens zwei Wochen erfolgen.

Zusätzlich erfolgt eine symptomatische Therapie mit Rehydratation und Antipyrese.

Siehe auch: Typhus, Salmonellen-Gastroenteritis

Fachgebiete: Innere Medizin

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