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Parathormon-verwandtes Peptid

Version vom 6. Dezember 2020, 17:44 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Nebenschilddrüsenhormon-verwandtes Peptid, PTH-verwandtes Peptid, PTH-ähnliches Peptid, PTHrP
Englisch: parathyroid hormone-related peptide

1 Definition

Das Parathormon-verwandte Peptid, kurz PTHrP, ist ein Peptidhormon, das u.a. von mesenchymalen Stammzellen, von Epithelzellen der Drüsenendstücke der Mamma und von bestimmten malignen Tumoren produziert wird.

2 Biochemie

PTHrP besteht aus 139 bis 173 Aminosäuren. Dabei sind die ersten acht Aminosäuren des Peptids identisch mit den ersten acht Aminosäuren des Hormons Parathormon (PTH).

3 Wirkungen

3.1 Brustdrüse

PTHrP wirkt in der nicht-laktierenden Mamma nur parakrin. Nach der Geburt ist es für die funktionelle Kopplung von Brustdrüse und kindlichem Knochen verantwortlich. Das PTHrP der laktierenden Mamma wird in die Milch abgegeben und wirkt simultan im mütterlichen Organismus endokrin. Es bindet an die PTH-Rezeptoren der Osteozyten und stimuliert die osteozytäre Osteolyse sowie den weiteren Knochenabbau durch Osteoklasten. So wird mütterliches Knochenmaterial abgebaut und Calcium freigesetzt. Dieses gelangt über die Muttermilch in den kindlichen Organismus und dient dort dem Knochenwachstum. Dabei unterliegt die Wirkung des PTHrP der antagonistischen Schutzwirkung des Calcitonins. Dadurch wird das mütterliche Skelett nicht zu stark abgebaut.

Der PTHrP-Wert in der Muttermilch ist um den Faktor 10.000 größer als der im mütterlichen Blut. In vitro stimulieren u.a. Glukokortikoide und Zytokine die Synthese und Ausschüttung von PTHrP.

4 =Dentition

PTHrP ist ein wichtiges Signalmolekül für den Zahndurchbruch, da es die lokale Knochenresorption stimuliert. Ohne PTHrP wird der Knochen um den Zahnfollikel herum nicht resorbiert.

5 Klinik

Der überwiegende Großteil aller Patienten mit Tumorhyperkalzämie haben erhöhte PTHrP-Werte. Deshalb kann der PTHrP-Spiegel klinisch als Tumormarker bei Tumorhyperkalzämie eingesetzt werden.[1] Dabei ist es irrelevant, ob bei einem Patienten Knochenmetastasen vorliegen.

PTHrP kann auch der Auslöser eines Pseudohyperparathyreoidismus sein. In diesem Fall ist die Produktion von PTHrP von neoplastischen Zellen stark erhöht, die des eigentlichen Parathormons der Glandula parathyreoidea nicht.

6 Quellen

  1. Raue, Friedhelm; Blind, Eberhard: Parathormon-related Protein (PTHrP): Ein neuer Tumormarker bei der Tumorhyperkalzämie Dtsch Arztebl 1993; 90(51-52): A-3439

Diese Seite wurde zuletzt am 20. April 2021 um 16:24 Uhr bearbeitet.

Gast
ist es auch möglich den PThrP-Wert aus der Muttermilch zu bestimmen?
#1 am 22.04.2021 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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