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Parathormon-verwandtes Peptid: Unterschied zwischen den Versionen

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PTHrP besteht aus 139 bis 173 [[Aminosäure]]n. Dabei sind die ersten acht Aminosäuren des [[Peptid]]s identisch mit den ersten acht Aminosäuren des Hormons [[Parathormon]] (PTH).  
 
PTHrP besteht aus 139 bis 173 [[Aminosäure]]n. Dabei sind die ersten acht Aminosäuren des [[Peptid]]s identisch mit den ersten acht Aminosäuren des Hormons [[Parathormon]] (PTH).  
  
==Hintergrund==
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==Wirkung==
PTHrP wirkt in der nicht-laktierenden Mamma nur [[parakrin]]. Nach der Geburt ist es für die funktionelle Kopplung von [[Brustdrüse]] und kindlichen [[Knochen]] verantwortlich.  
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PTHrP wirkt in der nicht-laktierenden Mamma nur [[parakrin]]. Nach der Geburt ist es für die funktionelle Kopplung von [[Brustdrüse]] und kindlichen [[Knochen]] verantwortlich. Das PTHrP der laktierenden Mamma wird in die Milch abgegeben und wirkt simultan im mütterlichen [[Organismus]] [[endokrin]]. Es bindet an die [[PTH-Rezeptor]]en der [[Osteozyt]]en und stimuliert die [[osteozytäre Osteolyse]] sowie den weiteren Knochenabbau durch [[Osteoklast]]en. So wird mütterliches Knochenmaterial abgebaut und [[Calcium]] freigesetzt. Dieses gelangt über die [[Muttermilch]] in den kindlichen Organismus und dient dort dem [[Knochenwachstum]]. Dabei unterliegt die Wirkung des PTHrP der [[antagonist]]ischen Schutzwirkung des [[Calcitonin]]s. Dadurch wird das mütterliche Skelett nicht zu stark abgebaut.  
Das PTHrP der laktierenden Mamma wird in die Milch abgegeben und wirkt simultan im mütterlichen [[Organismus]] [[endokrin]]. Es setzt an den PTH-[[Rezeptor]]en der [[Osteozyt]]en an und stimuliert so die [[Osteoklast]]en zum [[Knochenabbau]]. Des weiteren stimuliert PTHrP die [[osteozytäre Osteolyse]] der Osteozyten. So wird mütterliches Knochenmaterial abgebaut und [[Calcium]] freigesetzt. Dieses gelangt über die [[Muttermilch]] in den kindlichen Organismus und dient da dem [[Knochenwachstum]]. Dabei unterliegt die Wirkung des PTHrP der [[antagonist]]ischen Schutzwirkung des [[Calcitonin]]s. Dadurch wird das mütterliche Skelett nicht zu stark abgebaut.  
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Der PTHrP-Wert in der Muttermilch ist um den Faktor 10 000 größer als der im mütterlichen Blut.  
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Der PTHrP-Wert in der Muttermilch ist um den Faktor 10.000 größer als der im mütterlichen Blut.  
 
[[In vitro]] stimulieren u.a. [[Glukokortikoid]]e und [[Zytokin]]e die [[Synthese]] und Ausschüttung von PTHrP.
 
[[In vitro]] stimulieren u.a. [[Glukokortikoid]]e und [[Zytokin]]e die [[Synthese]] und Ausschüttung von PTHrP.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Der überwiegende Großteil aller Patienten mit [[Tumorhyperkalzämie]] haben erhöhte PTHrP-Blutwerte. Deshalb kann der PTHrP-Spiegel klinisch als [[Tumormarker]] bei Tumorhyperkalzämie eingesetzt werden. Dabei ist es irrelevant, ob bei einem Patienten [[Knochenmetastase]]n vorliegen. [https://www.aerzteblatt.de/archiv/89177/Parathormon-related-Protein-(PTHrP)-Ein-neuer-Tumormarker-bei-der-Tumorhyperkalzaemie]
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Der überwiegende Großteil aller Patienten mit [[Tumorhyperkalzämie]] haben erhöhte PTHrP-Werte. Deshalb kann der PTHrP-Spiegel klinisch als [[Tumormarker]] bei Tumorhyperkalzämie eingesetzt werden.<ref>Raue, Friedhelm; Blind, Eberhard: [https://www.aerzteblatt.de/archiv/89177/Parathormon-related-Protein-(PTHrP)-Ein-neuer-Tumormarker-bei-der-Tumorhyperkalzaemie Parathormon-related Protein (PTHrP): Ein neuer Tumormarker bei der Tumorhyperkalzämie] Dtsch Arztebl 1993; 90(51-52): A-3439</ref> Dabei ist es irrelevant, ob bei einem Patienten [[Knochenmetastase]]n vorliegen.
  
PTHrP kann auch der Auslöser des [[Pseudohyperparathyreoidismus]] als Subtyp des [[Hyperparathyreoidismus]] sein. In diesem Fall ist die Produktion von PTHrP von neoplastischen Zellen stark erhöht, jedoch vom eigentlichen Parathormon der [[Glandula parathyreoidea]] nicht.
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PTHrP kann auch der Auslöser eines [[Pseudohyperparathyreoidismus]] sein. In diesem Fall ist die Produktion von PTHrP von neoplastischen Zellen stark erhöht, die des eigentlichen Parathormons der [[Glandula parathyreoidea]] nicht.
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==Quellen==
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[[Fachgebiet:Diagnostik]]
 
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[[Fachgebiet:Endokrinologie u. Diabetologie]]
 
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[[Fachgebiet:Kinderheilkunde]]
 
 
[[Fachgebiet:Onkologie]]
 
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[[Fachgebiet:Physiologie]]
 
[[Tag:Brustdrüse]]
 
[[Tag:Mutter]]
 
 
[[Tag:Parathormon]]
 
[[Tag:Parathormon]]
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[[Tag:Peptid]]
 
[[Tag:Tumor]]
 
[[Tag:Tumor]]
 
[[Tag:Tumormarker]]
 
[[Tag:Tumormarker]]
[[Tag:Wachstum]]
 

Version vom 6. Dezember 2020, 17:34 Uhr

Synonyme: Nebenschilddrüsenhormon-verwandtes Peptid, PTH-verwandtes Peptid, PTH-ähnliches Peptid, PTHrP
Englisch: parathyroid hormone-related peptide

1 Definition

Das Parathormon-verwandte Peptid, kurz PTHrP, ist ein in den Epithelzellen der Drüsenendstücke der Mamma produziertes Hormon.

2 Biochemie

PTHrP besteht aus 139 bis 173 Aminosäuren. Dabei sind die ersten acht Aminosäuren des Peptids identisch mit den ersten acht Aminosäuren des Hormons Parathormon (PTH).

3 Wirkung

PTHrP wirkt in der nicht-laktierenden Mamma nur parakrin. Nach der Geburt ist es für die funktionelle Kopplung von Brustdrüse und kindlichen Knochen verantwortlich. Das PTHrP der laktierenden Mamma wird in die Milch abgegeben und wirkt simultan im mütterlichen Organismus endokrin. Es bindet an die PTH-Rezeptoren der Osteozyten und stimuliert die osteozytäre Osteolyse sowie den weiteren Knochenabbau durch Osteoklasten. So wird mütterliches Knochenmaterial abgebaut und Calcium freigesetzt. Dieses gelangt über die Muttermilch in den kindlichen Organismus und dient dort dem Knochenwachstum. Dabei unterliegt die Wirkung des PTHrP der antagonistischen Schutzwirkung des Calcitonins. Dadurch wird das mütterliche Skelett nicht zu stark abgebaut.

Der PTHrP-Wert in der Muttermilch ist um den Faktor 10.000 größer als der im mütterlichen Blut. In vitro stimulieren u.a. Glukokortikoide und Zytokine die Synthese und Ausschüttung von PTHrP.

4 Klinik

Der überwiegende Großteil aller Patienten mit Tumorhyperkalzämie haben erhöhte PTHrP-Werte. Deshalb kann der PTHrP-Spiegel klinisch als Tumormarker bei Tumorhyperkalzämie eingesetzt werden.[1] Dabei ist es irrelevant, ob bei einem Patienten Knochenmetastasen vorliegen.

PTHrP kann auch der Auslöser eines Pseudohyperparathyreoidismus sein. In diesem Fall ist die Produktion von PTHrP von neoplastischen Zellen stark erhöht, die des eigentlichen Parathormons der Glandula parathyreoidea nicht.

5 Quellen

  1. Raue, Friedhelm; Blind, Eberhard: Parathormon-related Protein (PTHrP): Ein neuer Tumormarker bei der Tumorhyperkalzämie Dtsch Arztebl 1993; 90(51-52): A-3439

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Dezember 2020 um 17:44 Uhr bearbeitet.

Gast
ist es auch möglich den PThrP-Wert aus der Muttermilch zu bestimmen?
#1 am 22.04.2021 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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