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Parathormon-verwandtes Peptid: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 6. Dezember 2020, 13:58 Uhr

Synonyme: Nebenschilddrüsen-Hormon-verwandtes Peptid, PTH-verwandtes Peptid, PTH-ähnliches Peptid
Englisch: parathyroid hormone-related peptide

1 Definition

Das Parathormon-verwandte Peptid, kurz PTHrP, ist ein in den Epithelzellen der Drüsenendstücke der Mamma produziertes Hormon.

2 Biochemie

PTHrP besteht aus 139-173 Aminosäuren. Dabei sind die ersten acht Aminosäuren des Peptids identisch mit den ersten acht Aminosäuren des Hormons Parathormon (PTH).

3 Hintergrund

Das PTHrP wirkt in der nicht-laktierenden Mamma nur parakrin. Nach der Geburt ist es für die funktionelle Kopplung von Brustdrüse und kindlichen Knochen verantwortlich. Das PTHrP der laktierenden Mamma wird in die Milch abgegeben (Funktion bislang unbekannt (2020)) und wirkt simultan im mütterlichen Organismus endokrin. Es setzt an den PTH-Rezeptoren der Osteozyten an und stimuliert so die Osteoklasten zum Knochenabbau. Des weiteren stimuliert PTHrP die osteozytäre Osteolyse der Osteozyten. So wird mütterliches Knochenmaterial abgebaut und Calcium freigesetzt. Dieses gelangt über die Muttermilch in den kindlichen Organismus und dient da dem Knochenwachstum. Dabei unterliegt die Wirkung des PTHrP der antagonistischen Schutzwirkung des Calcitonins. Dadurch wird das mütterliche Skelett nicht zu stark abgebaut.

Der PTHrP-Wert in der Muttermilch ist um den Faktor 10 000 größer als der im mütterlichen Blut. In vitro stimulieren u.a. Glukokortikoide und Zytokine die Synthese und Ausschüttung von PTHrP.

4 Klinik

Der überwiegende Großteil aller Patienten mit Tumorhyperkalzämie haben erhöhte PTHrP-Blutwerte. Deshalb kann der PTHrP-Spiegel klinisch als Tumormarker bei Tumorhyperkalzämie eingesetzt werden. Dabei ist es irrelevant, ob bei einem Patienten Knochenmetastasen vorliegen. [1]

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Dezember 2020 um 17:44 Uhr bearbeitet.

Gast
ist es auch möglich den PThrP-Wert aus der Muttermilch zu bestimmen?
#1 am 22.04.2021 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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