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Papillomatose (Pferd)

Version vom 17. September 2020, 11:30 Uhr von Diara Smetana (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Als Papillomatose bezeichnet man eine virusinduzierte epitheliale Neoplasie beim Pferd.

2 Ätiopathogenese

Papillomate sind gutartige Neoplasien und werden durch equine Papillomaviren hervorgerufen. Die Infektion kann sowohl durch direkten als auch durch indirekten Kontakt stattfinden, wobei auch eine Übertragung durch Insekten diskutiert wird.

Begünstigt wird eine Infektion durch eine gestörte Hautbarriere, wie z.B. durch Ektoparasiten, Trauma, etc.

3 Symptome

Es können drei verschiedene Formen der Papillomatose unterschieden werden.

3.1 Papillome am Maul

Papillome am Maul werden durch das equine Papovavirus 1 hervorgerufen und kommen vor allem bei jungen Pferden vor. Nach einer Inkubationszeit von 3-10 Wochen kommt es zur Ausbildung von vielen kleinen weißen Papeln am Maul, Nüstern und Lippen. Die Läsionen entwickeln sich dann meist zu warzigen Umfangsvermehrungen weiter.

3.2 Papillome am Ohr

Papillome in der Ohrmuschel werden durch das equine Papovavirus 3 verursacht. Das Virus wird in der Regel durch Fliegen übertragen. Bei den Ohrpapillomen handelt es sich um erhabene Papeln an der Innenseite der Ohrmuscheln. Die Papillome vergrößern sich häufig zu Plaques und sind in der Regel asymptomatisch.

3.3 Papillome an den Genitalien

Papillome an den Genitalien werden durch das equine Papillomavirus 2 (EcPV-2) verursacht. Diese Form tritt selten auf, wobei eine mögliche Entartung der Keratinozyten mit Entwicklung zum Plattenepithelkarzinom diskutiert wird.

4 Diagnostik

Anhand der klinischen Symptome kann meist bereits eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Die Diagnose kann in der Regel durch eine Hautbiopsie bestätigt werden.

5 Differentialdiagnosen

Als mögliche Differentialdiagnosen kommen bei älteren Pferden verschiedene andere Neoplasien in Frage, unter anderem das verruköses Sarkoid oder das Plattenepithelkarzinom.

6 Therapie

Bei der klassischen Form der Papillome am Maul von jungen Pferden tritt in der Regel nach einigen Monaten eine Spontanremission ein.

Ohrpapillome zeigen selten eine Spontanremission. Wenn eine Therapie notwendig ist, kann Imiquimod als lokale Therapie drei Mal wöchentlich nach Reinigung der Ohrmuschel aufgetragen werden. Es ist jedoch mit lokalen Nebenwirkungen wie Entzündungsreaktionen und Ausbildung von dicken Krusten zu rechnen. Bei Bedarf kann eine Fliegen- und Mückenprophylaxe notwendig sein.

7 Prognose

Die Prognose ist für die Papillomatose am Maul bei jungen Pferden sehr gut. In Bezug auf Spontanremission ist die Prognose für Ohrpapillome schlecht, jedoch verläuft die Erkrankung in der Regel asymptomatisch.

8 Literatur

  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. September 2020 um 11:30 Uhr bearbeitet.

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