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Pansexualität

Version vom 19. Juni 2012, 21:36 Uhr von Julia Offe (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Der Begriff Pansexualität beschreibt eine sexuelle Identität von Menschen, die in ihrer sexuellen Vorliebe bzw. ihrem sexuellen Drang keine von vornherein feststehende Auswahl über das Geschlecht des Partners treffen. Zum Vergleich ist eine heterosexuelle Person grundsätzlich dem anderen Geschlecht sexuell zugeneigt, eine homosexuelle Person dem gleichen Geschlecht und eine bisexuelle Person grundsätzlich beiden Geschlechtern. Eine pansexuelle Person trifft keinerlei Vorauswahl diesbezüglich.

2 Nähere Betrachtung

Der Begriff Pansexualität entstammt einerseits Sigmund Freuds Modell der Psychoanalyse. Er wird aber auch in der moderneren Psychiatrie als Element der Diagnosestellung verwendet. Der US-Amerikanische Psychiater und Psychoanalytiker Otto F. Kernberg definiert die Pansexualität als Symptom einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, da eine Sexualität vollkommen losgelöst von irgendwelchen Neigungen und Festlegungen seiner Ansicht nach nicht zum normalen menschlichen Verhalten gehörig ist.

3 Pansexualität als Symptom der Psychiatrie

Als Symptom der Borderline-Persönlichkeitsstörung ist die Pansexualität Ausdruck einer fehlenden Identifikation mit sich selber und seiner eigenen gesunden Sexualität. Vielmehr existieren gleichzeitig mehrere Neigungen zur Perversität. Gleichzeitig kann das normale Sexualverhalten vollständig gehemmt sein. Ebenso möglich ist die Verwendung von mehreren, parallel durchdachten perversen Fantasien im Rahmen der Selbstbefriedigung.

4 Pansexualität in der Neurologie

Hier bezeichnet man ein sexuell enthemmtes Verhalten, welches auch Interesse an Tieren und Gegenständen beinhaltet, als Pansexualität. Auch hierbei spricht der Psychiater von einem perversen Verhalten.

Fachgebiete: Psychologie

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juni 2017 um 12:38 Uhr bearbeitet.

Wichtiger Hinweis. Text ergänzt. Bitte umschreiben, wenn du mehr im Thema bist.
#2 am 27.06.2017 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Es sollte hinzugefügt werden, dass die Definition seitens Herrn Kernberg aus den 60er Jahren stammt. Es existiert eine aktuelle Auffassung in Psychologie und Soziologie, nach der Pansexualität nicht mehr als Teil einer Persönlichkeitsstörung begriffen wird, sondern als normale Sexualität wie Homo- oder Heterosexualität auch. Vermutlich ist durch den eher kleinen Anteil an Betroffenen in der Bevölkerung eine zeitgemäße Anpassung der Betrachtung im Sinne einer Entpathologisierung noch nicht erfolgt. Es steht zu hoffen, dass das demnächst passieren wird, trotz der zunehmenden Wendung zum Konservativismus in der westlichen Welt.
#1 am 26.06.2017 von Jamina Wismar (Arzt | Ärztin)

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