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PARP-Inhibitor: Unterschied zwischen den Versionen

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Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPs) sind Enzyme, die an der Reparatur von [[DNA]]-[[Einzelstrangbruch|Einzelstrangbrüchen]] beteiligt sind. Für die Reparatur binden PARPs an die DNA und dissoziieren anschließend wieder, damit die DNA für [[Basenexzisionsreparatur]]-Enzyme (BER) zugänglich wird.
 
Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPs) sind Enzyme, die an der Reparatur von [[DNA]]-[[Einzelstrangbruch|Einzelstrangbrüchen]] beteiligt sind. Für die Reparatur binden PARPs an die DNA und dissoziieren anschließend wieder, damit die DNA für [[Basenexzisionsreparatur]]-Enzyme (BER) zugänglich wird.
  
PARP-Inhibitoren binden an das aktive Zentrum der PARPs, die mit der DNA assoziiert sind, und verhindern so deren [[Dissoziation]]. Die PARPs verbleiben an der DNA und blockieren den Platz für die BER-Enzyme. Stattdessen kommt es zu einem [[Doppelstrangbruch]], wenn die [[Replikationsgabel]]n auf das PARP-DNA-Addukt stoßen.
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PARP-Inhibitoren binden an das aktive Zentrum der PARPs, die mit der DNA assoziiert sind, und verhindern so deren [[Dissoziation]]. Die PARPs verbleiben an der DNA und blockieren den Platz für die BER-Enzyme. Wenn die [[Replikationsgabel]]n auf das PARP-DNA-Addukt stoßen, kommt es zu einem [[Doppelstrangbruch]].
  
In normalen Körperzellen werden Doppelstrangbrüche durch [[homologe Rekombination]] repariert. Bei [[Krebszelle]]n, denen funktionelle Komponenten der homologen Rekombinationsreparatur (HRR) fehlen, z.B. [[BRCA1]] oder [[BRCA2]], können Doppelstrangbrüche nicht ausreichend repariert werden. Alternativ werden von der Zelle fehleranfällige Reparaturwege wie die [[nicht-homologe Endverknüpfung]] (NHEJ) angestoßen, was zu einer erhöhten genomischen Instabilität führt. Nach mehreren Replikationsrunden wird die genomische Instabilität so groß, dass die Krebszelle in die [[Apoptose]] getrieben wird. Klinisch kommt es zur [[Regression]] des Tumors.
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In normalen Körperzellen können Doppelstrangbrüche durch [[homologe Rekombination]] repariert werden. Bei [[Krebszelle]]n, denen Komponenten der homologen Rekombinationsreparatur (HRR) fehlen (z.B. [[BRCA1]] oder [[BRCA2]]), können Doppelstrangbrüche nicht suffizient repariert werden. Alternativ werden von der Zelle fehleranfällige Reparaturwege wie die [[nicht-homologe Endverknüpfung]] (NHEJ) angestoßen. Das führt zu einer erhöhten genomischen Instabilität der Tumorzelle. Nach mehreren Replikationsrunden wird die genomische Instabilität so groß, dass die Zelle in die [[Apoptose]] getrieben wird. Klinisch kommt es zur [[Regression]] des Tumors.
  
 
==Substanzen==
 
==Substanzen==

Version vom 15. März 2019, 22:53 Uhr

1 Definition

PARP-Inhibitoren sind eine Gruppe von Arzneistoffen, die Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPs) hemmen. Sie verhindern dadurch die Reparatur von DNA-Schäden in Krebszellen im Rahmen einer Chemotherapie. PARP-Inhibitoren werden primär als Erhaltungstherapie nach einer Chemotherapie eingesetzt.

2 Wirkmechanismus

Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPs) sind Enzyme, die an der Reparatur von DNA-Einzelstrangbrüchen beteiligt sind. Für die Reparatur binden PARPs an die DNA und dissoziieren anschließend wieder, damit die DNA für Basenexzisionsreparatur-Enzyme (BER) zugänglich wird.

PARP-Inhibitoren binden an das aktive Zentrum der PARPs, die mit der DNA assoziiert sind, und verhindern so deren Dissoziation. Die PARPs verbleiben an der DNA und blockieren den Platz für die BER-Enzyme. Wenn die Replikationsgabeln auf das PARP-DNA-Addukt stoßen, kommt es zu einem Doppelstrangbruch.

In normalen Körperzellen können Doppelstrangbrüche durch homologe Rekombination repariert werden. Bei Krebszellen, denen Komponenten der homologen Rekombinationsreparatur (HRR) fehlen (z.B. BRCA1 oder BRCA2), können Doppelstrangbrüche nicht suffizient repariert werden. Alternativ werden von der Zelle fehleranfällige Reparaturwege wie die nicht-homologe Endverknüpfung (NHEJ) angestoßen. Das führt zu einer erhöhten genomischen Instabilität der Tumorzelle. Nach mehreren Replikationsrunden wird die genomische Instabilität so groß, dass die Zelle in die Apoptose getrieben wird. Klinisch kommt es zur Regression des Tumors.

3 Substanzen

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 27. April 2020 um 14:25 Uhr bearbeitet.

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