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P-Welle: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Die '''P-Welle''' ist ein Bestandteil des Elektrokardiogrammes ([[EKG]]) und zeigt die Depolarisation der Vorhöfe des Herzens, ausgehend vom primären Schrittmacher, dem [[Sinusknoten]].
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Die '''P-Welle''' ist ein Kurvenabschnitt des Elektrokardiogramms ([[EKG]]), der durch die [[Depolarisation]] der [[Herzvorhof|Vorhöfe]] des [[Herz]]ens verursacht wird.  
  
Sie sollte nicht länger als 0,1 Sekunden andauern und die Amplitude einen Wert von 0,3 mV nicht überschreiten. Der P-Welle folgt im EKG die [[PQ-Strecke]] als Ausdruck der atrioventrikülären Überleitungszeit.
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Die P-Welle ist die erste im EKG sichtbare Abhebung von der [[isoelektrische Linie|isoelektrischen Linie]]. Sie wird durch den den primären Schrittmacher des Herzens, den [[Sinusknoten]], ausgelöst. Dabei wird der initiale aufsteigende Anteil der P-Welle durch den rechten Vorhof und der terminale absteigende Anteil durch den linken Vorhof geprägt.
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Da die Muskelmasse der Vorhöfe geringer ist als die der [[Herzventrikel]], ist die Amplitude der P-Welle deutlich kleiner als die der [[R-Zacke]]. Der P-Welle folgt im EKG die [[PQ-Strecke]] als Ausdruck der [[atrioventrikuläre Überleitungszeit|atrioventrikulären Überleitungszeit]].
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Die P-Welle ist meist halbrund oder leicht gewellt. Die Dauer der P-Welle beträgt maximal 100-110 ms, die [[Amplitude]] weist einen Wert von maximal 0,20-0,25 mV auf.
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Die P-Welle ist normalerweise positiv, kann aber in [[Ableitung nach Wilson|V<sub>1</sub>]] und [[Ableitung nach Wilson|V<sub>2</sub>]] auch leicht negativ oder biphasisch sein. Außerdem kann eine isoelektrische oder negative P-Welle in einer [[Extremitätenableitung]] auftreten, wenn der zugehörige QRS-Komplex überwiegend negativ ist ([[konkordant]] negatives P). Dies gilt insbesondere für [[Ableitung nach Goldberger|aVR]], seltener für [[Ableitung nach Einthoven|III]] und  [[Ableitung nach Goldberger|aVL]].
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Die elektrische Achse der P-Welle weist ungefähr in Richtung der Ableitung [[Ableitung nach Einthoven|II]], in der die P-Welle am besten abzugrenzen ist. Als Maß für die Dauer und Amplitude zählt jedoch immer der längste bzw. höchste Ausschlag.  
  
 
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==Pathologische P-Welle==
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Pathologische Veränderungen der P-Welle betreffen Abweichungen von Form und/oder Zeitintervallen. Dabei sind 3 Konstellationen bekannt:
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* [[Sinusrhythmus]] bei erkranktem Vorhofmyokard: [[intraatrial]]e Leitungsstörung mit abnorm konfiguierter und meist verlängerter P-Welle
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* [[ektop]]e Erregung im Vorhofmyokard außerhalb des Sinusknotens: abnorm konfiguierte P-Welle
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* Erregung entsteht nicht im Vorhof, sondern in [[AV-Knoten]], [[His-Bündel]], [[Tawara-Schenkel]]n oder in den [[Ventrikel]]n mit [[retrograd]]er Vorhoferregung: verspätete, abnorm konfigurierte P-Welle, die in den QRS-Komplex fällt oder nach dem QRS-Komplex erscheint.
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===Ausfall der P-Welle===
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Eine fehlende P-Welle findet man z.B. beim [[Sinusarrest]] sowie beim [[Sinuatrialer Block|SA-Block III°]] (ohne retrograde Vorhoferregung). Typische Ursachen sind:
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* [[Vorhofflimmern]]
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* [[Sick-Sinus-Syndrom]]
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* [[Intoxikation]]en 
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===P-dextroatriale===
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Das [[P-dextroatriale]] ist gekennzeichnet durch eine erhöhte Amplitude (spitz-überhöhte P-Welle) v.a. in den Ableitungen II, III und [[Ableitung nach Goldberger|aVF]].
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Dem P-dextroatriale liegt eine Belastung des rechten Vorhofmyokards zugrunde. Typische Ursachen sind:
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* [[pulmonal]]e Erkrankungen ([[COPD]], [[Lungenfibrose]], [[pulmonale Hypertonie]])
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* [[Trikuspidalklappenstenose]]
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* [[Pulmonalklappenstenose]]
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===P-sinistroatriale===
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Das [[P-sinistroatriale]] ist gekennzeichnet durch eine doppelgipflige P-Welle mit Betonung des zweiten (also linksatrialen) Anteils (v.a. in den Extremitätenableitungen). Daneben findet sich eine Verbreiterung der P-Welle, am besten ersichtlich in Ableitung II. 
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Das P-sinistroatriale ist die Folge einer Belastung des linken Vorhofs, z.B. bei:
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* [[Linksherzhypertrophie]] durch [[arterielle Hypertonie]]
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* [[Aortenklappenstenose]]
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* [[Mitralklappenstenose]]
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* schwere [[Mitralklappeninsuffizienz]]
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* [[dilatative Kardiomyopathie|dilatativer Kardiomyopathie ]]
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* [[ischämische Kardiomyopathie|ischämischer Kardiomyopathie]]
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===P-biatriale===
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Beim [[P-biatriale]] (P-cardiale) findet sich eine Kombination aus P-dextroatriale und P-sinistroatriale aufgrund einer Belastung beider Vorhöfe.
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Da eine globale Vorhofvergrößerung schon früh zu einem Vorhofflimmern führt, ist das P-biatriale nur selten zu finden.
 
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
 
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
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[[Tag:EKG]]
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[[Tag:Erregung]]
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[[Tag:Herz]]
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[[Tag:Vorhof]]

Aktuelle Version vom 17. April 2020, 18:05 Uhr

Synonym: P-Zacke (ugs.)
Englisch: P wave

1 Definition

Die P-Welle ist ein Kurvenabschnitt des Elektrokardiogramms (EKG), der durch die Depolarisation der Vorhöfe des Herzens verursacht wird.

2 Physiologie

Die P-Welle ist die erste im EKG sichtbare Abhebung von der isoelektrischen Linie. Sie wird durch den den primären Schrittmacher des Herzens, den Sinusknoten, ausgelöst. Dabei wird der initiale aufsteigende Anteil der P-Welle durch den rechten Vorhof und der terminale absteigende Anteil durch den linken Vorhof geprägt.

Da die Muskelmasse der Vorhöfe geringer ist als die der Herzventrikel, ist die Amplitude der P-Welle deutlich kleiner als die der R-Zacke. Der P-Welle folgt im EKG die PQ-Strecke als Ausdruck der atrioventrikulären Überleitungszeit.

2.1 Morphologie

Die P-Welle ist meist halbrund oder leicht gewellt. Die Dauer der P-Welle beträgt maximal 100-110 ms, die Amplitude weist einen Wert von maximal 0,20-0,25 mV auf.

Die P-Welle ist normalerweise positiv, kann aber in V1 und V2 auch leicht negativ oder biphasisch sein. Außerdem kann eine isoelektrische oder negative P-Welle in einer Extremitätenableitung auftreten, wenn der zugehörige QRS-Komplex überwiegend negativ ist (konkordant negatives P). Dies gilt insbesondere für aVR, seltener für III und aVL.

Die elektrische Achse der P-Welle weist ungefähr in Richtung der Ableitung II, in der die P-Welle am besten abzugrenzen ist. Als Maß für die Dauer und Amplitude zählt jedoch immer der längste bzw. höchste Ausschlag.

3 Pathologische P-Welle

Pathologische Veränderungen der P-Welle betreffen Abweichungen von Form und/oder Zeitintervallen. Dabei sind 3 Konstellationen bekannt:

  • Sinusrhythmus bei erkranktem Vorhofmyokard: intraatriale Leitungsstörung mit abnorm konfiguierter und meist verlängerter P-Welle
  • ektope Erregung im Vorhofmyokard außerhalb des Sinusknotens: abnorm konfiguierte P-Welle
  • Erregung entsteht nicht im Vorhof, sondern in AV-Knoten, His-Bündel, Tawara-Schenkeln oder in den Ventrikeln mit retrograder Vorhoferregung: verspätete, abnorm konfigurierte P-Welle, die in den QRS-Komplex fällt oder nach dem QRS-Komplex erscheint.

3.1 Ausfall der P-Welle

Eine fehlende P-Welle findet man z.B. beim Sinusarrest sowie beim SA-Block III° (ohne retrograde Vorhoferregung). Typische Ursachen sind:

3.2 P-dextroatriale

Das P-dextroatriale ist gekennzeichnet durch eine erhöhte Amplitude (spitz-überhöhte P-Welle) v.a. in den Ableitungen II, III und aVF.

Dem P-dextroatriale liegt eine Belastung des rechten Vorhofmyokards zugrunde. Typische Ursachen sind:

3.3 P-sinistroatriale

Das P-sinistroatriale ist gekennzeichnet durch eine doppelgipflige P-Welle mit Betonung des zweiten (also linksatrialen) Anteils (v.a. in den Extremitätenableitungen). Daneben findet sich eine Verbreiterung der P-Welle, am besten ersichtlich in Ableitung II.

Das P-sinistroatriale ist die Folge einer Belastung des linken Vorhofs, z.B. bei:

3.4 P-biatriale

Beim P-biatriale (P-cardiale) findet sich eine Kombination aus P-dextroatriale und P-sinistroatriale aufgrund einer Belastung beider Vorhöfe.

Da eine globale Vorhofvergrößerung schon früh zu einem Vorhofflimmern führt, ist das P-biatriale nur selten zu finden.

Tags: , , ,

Fachgebiete: Kardiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 17. April 2020 um 18:05 Uhr bearbeitet.

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