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Ostertagia ostertagi

Version vom 22. Mai 2019, 10:29 Uhr von Patrick Messner (Diskussion | Beiträge)

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Synonym: Brauner Magenwurm

1 Definition

Ostertagia ostertagi ist ein Nematode (Rundwurm) aus der Familie der Trichostrongylidae und Erreger der Ostertagiose.

2 Taxonomie

3 Erreger

Ostertagia ostertagi hat eine kleine und flache Mundkapsel und ein sich verjüngendes Kopfende. Der Parasit besitzt zwei kleine seitliche Nackenpapillen und viele gleichmäßig hoch ausgeprägte Längsgrate auf der Cuticulaoberfläche.

Die Männchen sind zwischen 6 und 8 mm lang. Die Bursa ist mit akzessorischen Lappen ausgestattet und die Rippen zeigen eine 2-1-2-Anordnung (antero- und posteroventrale Rippen parallel, anterolaterale Rippe gesondert, medio- und posterolaterale Rippen parallel). Die kräftigen, zwischen 200 und 280 µm langen Spicula sind mit drei kaudalen Ästen (sind untereinander mit einer Membran verbunden) ausgestattet, die eine breite, glasige und pilzhutförmige Kappe tragen. Das Gubernakulum ist blattförmig. Die Weibchen sind zwischen 8 und 12 mm lang. Ihre Vulva ist als Querschlitz ausgebildet und wird von der lappenförmigen Vorderlippe (Vulvaklappe) bedeckt.

Ostertagia ostertagi parasitiert im Labmagenn von Rindern - gelegentlich auch beim Schaf und bei der Ziege.

4 Entwicklung

Schematische Darstellung des Entwicklungszyklus von Ostertagia ostertagi beim Rind:

Tage (p.i.) Entwicklung Stadium der Hypobiose
1-8 L3 → Labmagen, Drüsenlumina (v.a. Fundusregion)  L4
Häutung → L4
8-15 Häutung → L5 in Drüsenlumina
> 15 Auswanderung aus den Drüsen auf die Mukosaoberfläche und weitere Entwicklung

Die Präpatenz beträgt 18 Tage.

5 Pathogenese

Ostertagia ostertagi parasitiert hauptsächlich beim Rind und kann zu zwei Formen der Ostertagiose führen: die Sommerostertagiose (Typ I) und die Winterostertagiose (Typ II). Die Sommerostertagiose tritt in Mitteleuropa - je nach Wetter - etwa ab Mitte Juli auf und betrifft hauptsächlich erstsömmrige Kälber. Sie ist durch eine rasche Entwicklung großer Larvenmengen charakterisiert. Die Winterostertagiose tritt nach Ende der Weidesaison als Folge einer gehemmten Larvenentwicklung (Hypobiose) auf: Werden im späten Herbst Drittlarven aufgenommen, unterbrechen diese während der ersten Wintermonate die Entwicklung und verursachen dann im späten Winter das klinische Bild einer Winterostertagiose.

Die Ostertagiose ist durch drei aufeinander folgende Phasen gekennzeichnet: die histotrope Phase, die luminale Phase und die Reperationsphase.

6 Klinik

Ostertagia ostertagi führt zu einer Entzündung des Labmagens (Abomasitis), die eine Sekretionsstörung zur Folge hat. Durch die Reduktion der HCl-Sekretion kommt es zu einem Anstieg des luminalen pH-Wertes und dadurch zu einer geringeren Aktivierung von Pepsinogen. Durch geringen Pepsinogenkonzentrationen im Labmagen können Proteine nicht mehr adäquat aufgeschlossen werden. Es kommt zu einer Fehlbesiedlung des Labmagens mit grampositiven und gramnegativen Bakterien (aufgrund pH-Imbalance) und zu einem Anstieg der Gastrinsekretion.

Die erhöhten Gastrinkonzentrationen hemmem die Motalität und Entleerung der Vormägen, weshalb Tiere vermehrt Inappetenz zeigen. Es kommt zu einem Proteinverlust, weshalb Serumproteine vom Blut in den Verdauungstrakt übertreten. Die Hypalbuminämie beeinflusst den onkotischer Druck, weshalb es zur Ausbildung von Ödemen kommt. Durch die relfexartig erhöhte Albuminsynthese in der Leber kommt es bei länger andauernder Parasitose zu einer Mobilisierung von Proteinen aus der Muskulatur und die Tiere magern stark ab

7 Literatur

  • Schnieder, Thomas (Herausgeber), Boch, Josef, Supperer, Rudolf (Begründer). Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2005.
  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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