Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Osteoblast: Unterschied zwischen den Versionen

(Histologie)
 
(13 dazwischenliegende Versionen von 5 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 4: Zeile 4:
  
 
==Definition==
 
==Definition==
'''Osteoblasten''' sind spezialisierte [[Knochen]]zellen, die aus dem [[embryonal]]en [[Mesenchym]] entstehen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Synthese der [[kollagen]]en [[Knochenmatrix]] (vorwiegend [[Kollagen Typ 1]]). Diese Grundsubstanz, die von den Osteoblasten produziert wird, heißt auch [[Osteoid]].  
+
'''Osteoblasten''' sind spezialisierte [[Knochen]]zellen, die aus dem [[embryonal]]en [[Mesenchym]] entstehen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Synthese der [[kollagen]]en [[Knochenmatrix]] (vorwiegend [[Kollagen Typ 1]]). Diese Grundsubstanz, die von den Osteoblasten produziert wird, heißt auch [[Osteoid]].
 +
 
 +
Die Gegenspieler der Osteoblasten sind die [[Osteoklast]]en.
  
 
==Histologie==
 
==Histologie==
Die Osteoblasten sind vergleichsweise kleine Zellen, die der mineralisierten Knochengrundsubstanz schichtartig aufliegen und untereinander durch feine Zellfortsätze verbunden sind. Ihr [[Zytoplasma]] besitzt einen ausgeprägten [[Golgi-Apparat]]. Es ist reich an [[Mitochondrium|Mitochondrien]] und an granulärem endoplasmatischen Retikulum ([[GER]]). Dadurch erschienen sie in der Färbung [[basophil]].  
+
Die Osteoblasten sind vergleichsweise kleine Zellen, die der mineralisierten Knochengrundsubstanz schichtartig aufliegen und untereinander durch feine Zellfortsätze verbunden sind. Ihr [[Zytoplasma]] besitzt einen ausgeprägten [[Golgi-Apparat]]. Es ist reich an [[Mitochondrium|Mitochondrien]] und rauem endoplasmatischen Retikulum ([[RER]]). Dadurch erschienen sie in der Färbung [[basophil]]. Der Zellkern ist rund und relativ groß.
 +
Aktive Osteoblasten können [[immunhistochemisch]] durch Typ-I-Kollagen-Antikörper markiert werden.  
  
 
Mit voranschreitender Knochenbildung rücken die Osteoblasten auseinander und mauern sich quasi in die Knochengrundsubstanz ein, wobei ein feines System von Kanälen ([[Havers-Kanal]], [[Volkmann-Kanal]]) entsteht. In diesem deutlich weniger stoffwechselaktiven Zustand nennt man sie [[Osteozyt]]en.
 
Mit voranschreitender Knochenbildung rücken die Osteoblasten auseinander und mauern sich quasi in die Knochengrundsubstanz ein, wobei ein feines System von Kanälen ([[Havers-Kanal]], [[Volkmann-Kanal]]) entsteht. In diesem deutlich weniger stoffwechselaktiven Zustand nennt man sie [[Osteozyt]]en.
  
 
==Physiologie==
 
==Physiologie==
Wenn Osteoblasten in der Knochensynthese aktiv sind, wird [[alkalische Phosphatase]] (AP) freigesetzt. Diese findet sich dann auch im [[Serum]]. Bei einem erhöhten Knochenwachstum, etwa in der [[Adoleszenz]] oder bei der [[Frakturheilung]], kann ein Anstieg der AP-Spiegel gemessen werden.
+
Osteoblasten sezernieren dichtes, vernetztes Kollagen sowie in kleineren Mengen die Proteine [[Osteocalcin]] und [[Osteopontin]]. In organisierten Zellgruppen produzieren sie zudem [[Hydroxylapatit]], in dem sie durch [[erleichterte Diffusion]] und [[aktiver Transport|aktiven Transport]] [[Calcium]]- und [[Phosphat]]ionen in die Kollagenmatrix ([[Osteoid]]) einlagern und damit den mineralisierten Knochen bilden.
  
Des weiteren synthetisieren Osteoblasten [[Osteocalcin]] und [[Osteopontin]].
+
Im [[RANK/RANKL-System]] spielt der Osteoblast eine entscheidende Rolle für die ausgeglichene Knochenbilanz. Der Osteoblast verfügt über verschiedene Mechanismen, um das Gleichgewicht zwischen Knochenresorption und Knochenbildung zu erhalten. Er [[sezernieren|sezerniert]] die zwei löslichen Stoffe [[M-CSF]] (Makrophagen-Kolonie stimulierender Faktor) und [[OPG]].
  
Die Gegenspieler der Osteoblasten sind die [[Osteoklast]]en.
+
Wenn Osteoblasten in der Knochensynthese aktiv sind, wird [[alkalische Phosphatase]] (AP) freigesetzt. Diese findet sich dann auch im [[Serum]]. Bei einem erhöhten Knochenwachstum, etwa in der [[Adoleszenz]] oder bei der [[Frakturheilung]], kann ein Anstieg der AP-Spiegel gemessen werden.
 
[[Fachgebiet:Histologie]]
 
[[Fachgebiet:Histologie]]
 
[[Tag:Knochen]]
 
[[Tag:Knochen]]
 
[[Tag:Zelle]]
 
[[Tag:Zelle]]

Aktuelle Version vom 22. Februar 2019, 15:23 Uhr

von griechisch: osteon - Knochen
Synonym: Osteoplast
Englisch: osteoblast

1 Definition

Osteoblasten sind spezialisierte Knochenzellen, die aus dem embryonalen Mesenchym entstehen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Synthese der kollagenen Knochenmatrix (vorwiegend Kollagen Typ 1). Diese Grundsubstanz, die von den Osteoblasten produziert wird, heißt auch Osteoid.

Die Gegenspieler der Osteoblasten sind die Osteoklasten.

2 Histologie

Die Osteoblasten sind vergleichsweise kleine Zellen, die der mineralisierten Knochengrundsubstanz schichtartig aufliegen und untereinander durch feine Zellfortsätze verbunden sind. Ihr Zytoplasma besitzt einen ausgeprägten Golgi-Apparat. Es ist reich an Mitochondrien und rauem endoplasmatischen Retikulum (RER). Dadurch erschienen sie in der Färbung basophil. Der Zellkern ist rund und relativ groß. Aktive Osteoblasten können immunhistochemisch durch Typ-I-Kollagen-Antikörper markiert werden.

Mit voranschreitender Knochenbildung rücken die Osteoblasten auseinander und mauern sich quasi in die Knochengrundsubstanz ein, wobei ein feines System von Kanälen (Havers-Kanal, Volkmann-Kanal) entsteht. In diesem deutlich weniger stoffwechselaktiven Zustand nennt man sie Osteozyten.

3 Physiologie

Osteoblasten sezernieren dichtes, vernetztes Kollagen sowie in kleineren Mengen die Proteine Osteocalcin und Osteopontin. In organisierten Zellgruppen produzieren sie zudem Hydroxylapatit, in dem sie durch erleichterte Diffusion und aktiven Transport Calcium- und Phosphationen in die Kollagenmatrix (Osteoid) einlagern und damit den mineralisierten Knochen bilden.

Im RANK/RANKL-System spielt der Osteoblast eine entscheidende Rolle für die ausgeglichene Knochenbilanz. Der Osteoblast verfügt über verschiedene Mechanismen, um das Gleichgewicht zwischen Knochenresorption und Knochenbildung zu erhalten. Er sezerniert die zwei löslichen Stoffe M-CSF (Makrophagen-Kolonie stimulierender Faktor) und OPG.

Wenn Osteoblasten in der Knochensynthese aktiv sind, wird alkalische Phosphatase (AP) freigesetzt. Diese findet sich dann auch im Serum. Bei einem erhöhten Knochenwachstum, etwa in der Adoleszenz oder bei der Frakturheilung, kann ein Anstieg der AP-Spiegel gemessen werden.

Tags: ,

Fachgebiete: Histologie

Falsch verlinkt. Es handelt sich um RER. Fixed.
#2 am 07.02.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
2 Histologie - 1. Absatz: "granuläres endoplasmatischen Retikulum (GER)" ..die Verlinkung zum glatten ER widerspricht der Aussage das Zytoplasma sei reich an granulärem ER. Handelt es sich nun raues oder glattes ER?
#1 am 28.01.2018 von Gast (Student/in (andere Fächer))

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

17 Wertungen (3.82 ø)

98.046 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: