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Ortner-Syndrom

Version vom 20. März 2020, 15:43 Uhr von Abdollah Boulla (Diskussion | Beiträge)

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nach dem österreichischen Internisten Norbert Ortner (1865-1935)

Synonym: kardiovokales Syndrom, Ortner-Syndrom I

Englisch: Ortner's syndrome, cardiovocal syndrom

1 Definition

Bei dem Ortner-Syndrom handelt es sich um eine Paralyse des linken Nervus laryngeus recurrens und eine damit einhergehende Heiserkeit in Patienten mit einem aufgrund einer Mitralstenose vergrößerten linken Vorhof.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes kardiovokales Syndrom, da der Nervus laryngeus recurrens für die motorische Innervation der Kehlkopfmuskeln zuständig ist (mit Ausnahme des Musculus cricothyroideus).

2 Pathogenese

Der Nerv, der sich auf der linken Seite um den Aortenbogen schlingt und dann zwischen dem Ösophagus und der Trachea zum Kehlkopf verläuft, wird dabei vom vergrößerten linken Vorhof zusammengedrückt. Diese unilaterale Paralyse manifestiert sich in Betroffenen mit Heiserkeit.

Allerdings besteht das Risiko einer kardial bedingten Kompression des Nervus laryngeus recurrens sinister nicht nur in Patienten mit einem vergrößerten linken Vorhof; beschrieben wurde diese auch in Zusammenhang mit einer Vielzahl anderer kardiovaskulären Krankheiten. Dazu gehören sowohl angeborene Herzfehler wie das Vorhofseptumdefekt, als auch andere Krankheitsbilder, wie z.B. ein Aortenaneurysma.

3 Prognose

Eine frühe Erkennung ist wichtig, da die Reversibilität einer Nervenschädigung von der Dauer der Kompression abhängt.

4 Ortner-Syndrom II

Das kardiovokale Syndrom (Ortner-Syndrom I) sollte nicht mit dem sogenannten Ortner-Syndrom II verwechselt werden, ein anderer Name für die Angina abdominalis.

5 Quellen

  • I. Tammiraju et al.: Ortner’s syndrome (Cardio Vocal Hoarseness) – A rare entity in modern era. A case report. IHJ Cardiovascular Case Reports (CVCR), Volume 2. Elsevier, 2018.
  • Adil H. Al Kindi et al.: Ortner’s syndrome: Cardiovocal syndrome caused by aortic arch pseudoaneurysm. Journal of the Saudi Heart Association. Elsevier, 2016.
  • Török J. et al.: Ortner Syndrom. RöFo, 182(10): 908-910. Georg Thieme Verlag, 2010.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. März 2020 um 15:47 Uhr bearbeitet.

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