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Orthostatischer Tremor: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''orthostatischer Tremor''' bezeichnet man einen bei aufrechtem Stand ([[Orthostase]]) auftretenden hochfrequenten [[Tremor]] der [[Bein]]e.
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Orthostatische Tremor ist ein meist nicht-sichtbarer, [[hochfrequenter]] Tremor (12-20 Hz), welcher bei Anspannung der Beinmuskulatur im Stehen zu einer erkennbaren Standunsicherheit führt. Das Gehen ist meist weniger davon beeinträchtigt. In der [[Tremoranalyse]] findet sich eine hohe [[Kohärenz]] zwischen den abgeleiteten Muskeln.  
  
 
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Der orthostatische Tremor gilt als seltene Ausdrucksform eines [[essentieller Tremor|essentiellen Tremors]].  
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Die Ursache für den primären orthostatischen Tremor ist nicht bekannt, es wird ein Tremor-Generator im Hirnstamm angenommen. Der [[sekundär]]e orthostatische Tremor tritt bei anderen Erkrankungen wie dem M. Parkinson oder [[symptomatisch]] nach kleineren Schädigungen des [[Hirnstamm]]s auf.
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Ein  sichtbares oder tastbares schnelles [[Zittern]] der [[Beinmuskeln]] ist typisch,die [[Tremoruntersuchung]] mittels [[Elektromyographie]] zeigt im Stehen einen symmetrischen [[Beintremor mit einer [[Frequenz]] von ca.14-18 Hertz. Teilweise finden sich auch andere [[neurologische Störungen wie [[Parkinson]] oder [[Restless legs]].
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==Klinik==
 
==Klinik==
Das durch die hohe Frequenz meist nicht sichtbare Zittern der Beine imponiert durch ein subjektives Instabilitätsgefühl, das sich durch eine erhöhte Fallneigung und plötzliche [[Sturzattacke]]n äußert. Bei Lageänderung des Körpers (Liegen, Sitzen) [[sistieren|sistiert]] der Tremor.  
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Das durch die hohe [[Frequenz]] meist nicht sichtbare Zittern der Beine imponiert durch ein subjektives [[Instabilitätsgefühl]], das sich durch eine erhöhte Fallneigung und plötzliche [[Sturzattacke]]n äußert. Bei Lageänderung des Körpers (Liegen, Sitzen) [[sistieren|sistiert]] der Tremor.  
  
 
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Zur Objektivierung des Tremors dient das [[Elektromyogramm]] (EMG).
 
Zur Objektivierung des Tremors dient das [[Elektromyogramm]] (EMG).
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Die Behandlung des [[orthostatisch]]en Tremors erfolgt durch[[ Gabapentin]] oder [[Clonazepam]] (nur teilweise zufriedenstellend), in schweren Fällen kann eine Tiefe [[Hirnstimulation]] im [[Ncl. ventralis intermedius (VIM)]] des [[Thalamus]] wirksam sein.
 
[[Fachgebiet:Neurologie]]
 
[[Fachgebiet:Neurologie]]

Version vom 2. Juni 2014, 22:57 Uhr

Englisch: orthostatic tremor

1 Definition

Orthostatische Tremor ist ein meist nicht-sichtbarer, hochfrequenter Tremor (12-20 Hz), welcher bei Anspannung der Beinmuskulatur im Stehen zu einer erkennbaren Standunsicherheit führt. Das Gehen ist meist weniger davon beeinträchtigt. In der Tremoranalyse findet sich eine hohe Kohärenz zwischen den abgeleiteten Muskeln.

2 Ätiologie

Die Ursache für den primären orthostatischen Tremor ist nicht bekannt, es wird ein Tremor-Generator im Hirnstamm angenommen. Der sekundäre orthostatische Tremor tritt bei anderen Erkrankungen wie dem M. Parkinson oder symptomatisch nach kleineren Schädigungen des Hirnstamms auf.

3 Symptomatik

Ein sichtbares oder tastbares schnelles Zittern der Beinmuskeln ist typisch,die Tremoruntersuchung mittels Elektromyographie zeigt im Stehen einen symmetrischen [[Beintremor mit einer Frequenz von ca.14-18 Hertz. Teilweise finden sich auch andere [[neurologische Störungen wie Parkinson oder Restless legs.


4 Klinik

Das durch die hohe Frequenz meist nicht sichtbare Zittern der Beine imponiert durch ein subjektives Instabilitätsgefühl, das sich durch eine erhöhte Fallneigung und plötzliche Sturzattacken äußert. Bei Lageänderung des Körpers (Liegen, Sitzen) sistiert der Tremor.

5 Diagnostik

Zur Objektivierung des Tremors dient das Elektromyogramm (EMG).

6 Behandlung

Die Behandlung des orthostatischen Tremors erfolgt durch Gabapentin oder Clonazepam (nur teilweise zufriedenstellend), in schweren Fällen kann eine Tiefe Hirnstimulation im Ncl. ventralis intermedius (VIM) des Thalamus wirksam sein.

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Fachgebiete: Neurologie

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