Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Opioidantagonist: Unterschied zwischen den Versionen

(Wirkungsmechanismus)
 
(10 dazwischenliegende Versionen von 4 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
 +
''Synonym: Opioidrezeptorantagonist''<br>
 
'''''Englisch''': opioid antagonist''<BR>
 
'''''Englisch''': opioid antagonist''<BR>
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Opioidantagonisten sind [[Substanz]]en und [[klinisch]] eingesetzte [[Medikament]]e, die [[antagonistisch]] an den [[Opioidrezeptor]]en wirken und die Wirkung der [[Opioid]]e partiell oder komplett aufheben.
+
'''Opioidantagonisten''' sind [[Substanz]]en bzw. [[Arzneistoff]]e, die an [[Opioidrezeptor]]en wirken und dort die Wirkung der [[Opioid]]e partiell oder komplett aufheben.
 +
 
 +
==Substanzen==
 +
Zu den Opioidantagonisten zählen u.a.:
 +
* [[Naloxon]]
 +
* [[Naltrexon]]
 +
* [[Methylnaltrexon]]
 +
* [[Nalbuphin]]
 +
* [[Pentazocin]]
 +
* [[Buprenorphin]]
  
 
==Anwendung==
 
==Anwendung==
Opioidantagonisten wie [[Naloxon]] und [[Naltrexon]] werden primär als [[Antidot]]e zur Termination einer [[Opioidintoxikation]] angewendet.
+
Opioidantagonisten werden primär als [[Antidot]]e zur Termination einer [[Opioidintoxikation]] angewendet.
  
In der [[Anästhesiologie]] therapiert man mit Opioidantagonisten den postanästhetischen Opioid-Überhang durch mittel- und/oder langwirksame [[Opioid]]e. Ultra kurzwirksame Opioide wie [[Remifentanil]] bedürfen in der Regel keiner [[Antagonisierung]].
+
In der [[Anästhesiologie]] therapiert man mit Opioidantagonisten den [[postanästhetisch]]en Opioid-Überhang durch mittel- und/oder langwirksame Opioide. Ultrakurz wirkende Opioide wie [[Remifentanil]] bedürfen in der Regel keiner [[Antagonisierung]].
  
In der [[Psychiatrie]] finden Opioidantagonisten, insbesondere [[Naltrexon]], als Antiaddiktiva - [[Medikament]]e gegen die [[Sucht]] - Anwendung. [[Naltrexon]] ist ein bewährtes Therapeutikum bei [[Alkohol]]- und [[Opioidababhängigkeit]].
+
In der [[Psychiatrie]] finden Opioidantagonisten als Antiaddiktiva - [[Medikament]]e gegen die [[Sucht]] - Anwendung. Naltrexon wird vor allem bei [[Alkohol]]- und [[Opioidababhängigkeit]] eingesetzt.
  
==Wirkungsmechanismus==
+
In Kombination mit Opioiden (z.B. [[Oxycodon]] mit Naloxon) sollen Opioidantagonisten der opioid-induzierten [[Obstipation]] entgegenwirken. Das Naloxon wird dabei fast vollständig durch den hohen [[hepatisch]]en [[First-Pass-Effekt]] eliminiert.
Opioidantagonisten besetzen die [[Opioidrezeptor]]en mit unterschiedlicher [[Affinität]], [[intrinsischer Aktivität]] und Dauer. Wirkstoffe wie [[Nalbuphin]] sind [[Antagonist]]en am [[µ-Rezeptor]] und [[Agonist]]en am [[κ-Rezeptor]]. [[Buprenorphin]] agiert als [[partieller Agonist]] am [[µ-Rezeptor]] und antagonisiert gleichzeitig die [[κ]]- und [[δ]]-Rezeptoren. Dadurch entstehen unterschiedliche Wirkungsweisen, von denen in der Medizin profitiert wird.
+
  
==Substanzen==
+
==Wirkungsmechanismus==
Zur weiteren Information siehe separate Artikel über [[Naloxon]], [[Naltrexon]], [[Nalbuphin]], [[Pentazocin]], [[Buprenorphin]]
+
Opioidantagonisten besetzen die Opioidrezeptoren mit unterschiedlicher [[Affinität]], [[Intrinsische Aktivität|intrinsischer Aktivität]] und Dauer. Wirkstoffe wie [[Nalbuphin]] sind [[Antagonist]]en am [[µ-Opioidrezeptor]] und [[Agonist]]en am [[κ-Opioidrezeptor]]. [[Buprenorphin]] agiert als [[partieller Agonist]] am µ-Opioidrezeptor und antagonisiert gleichzeitig die κ- und [[δ-Opioidrezeptor|δ-Rezeptor]]en. Dadurch entstehen unterschiedliche Wirkungsweisen, von denen in der Medizin profitiert wird.
 +
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
 +
[[Tag:Anatagonist]]
 +
[[Tag:Opioid]]
 +
[[Tag:Opioid-Antagonist]]

Aktuelle Version vom 11. Dezember 2020, 10:52 Uhr

Synonym: Opioidrezeptorantagonist
Englisch: opioid antagonist

1 Definition

Opioidantagonisten sind Substanzen bzw. Arzneistoffe, die an Opioidrezeptoren wirken und dort die Wirkung der Opioide partiell oder komplett aufheben.

2 Substanzen

Zu den Opioidantagonisten zählen u.a.:

3 Anwendung

Opioidantagonisten werden primär als Antidote zur Termination einer Opioidintoxikation angewendet.

In der Anästhesiologie therapiert man mit Opioidantagonisten den postanästhetischen Opioid-Überhang durch mittel- und/oder langwirksame Opioide. Ultrakurz wirkende Opioide wie Remifentanil bedürfen in der Regel keiner Antagonisierung.

In der Psychiatrie finden Opioidantagonisten als Antiaddiktiva - Medikamente gegen die Sucht - Anwendung. Naltrexon wird vor allem bei Alkohol- und Opioidababhängigkeit eingesetzt.

In Kombination mit Opioiden (z.B. Oxycodon mit Naloxon) sollen Opioidantagonisten der opioid-induzierten Obstipation entgegenwirken. Das Naloxon wird dabei fast vollständig durch den hohen hepatischen First-Pass-Effekt eliminiert.

4 Wirkungsmechanismus

Opioidantagonisten besetzen die Opioidrezeptoren mit unterschiedlicher Affinität, intrinsischer Aktivität und Dauer. Wirkstoffe wie Nalbuphin sind Antagonisten am µ-Opioidrezeptor und Agonisten am κ-Opioidrezeptor. Buprenorphin agiert als partieller Agonist am µ-Opioidrezeptor und antagonisiert gleichzeitig die κ- und δ-Rezeptoren. Dadurch entstehen unterschiedliche Wirkungsweisen, von denen in der Medizin profitiert wird.

Diese Seite wurde zuletzt am 21. September 2019 um 19:22 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

3 Wertungen (3.33 ø)

20.099 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: