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Onychomykose

Version vom 15. April 2008, 08:36 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Onychomykose, Nagelmykose
Englisch: onychomycosis

1 Definition

Unter Nagelpilz versteht man die Infektion der Nägel durch Pilze. Zehennägel sind 4 mal häufiger betroffen als Fingernnägel. Unbehandelt kann ein Nagelpilz zur kompletten Zerstörung der Nägel führen.

Die Erkrankung ist relativ häufig (kommt bei ca. 15% der Menschen in Deutschland vor) und hartnäckig. Mindestens jedem 2. Nagelpilz geht ein Fußpilz voraus.

2 Erreger

Die häufigsten Erreger sind:

seltene Erreger sind:

Quellen für eine Infektion sind meist Schwimmbäder, Duschen in Sportanlagen, Umkleidekabinen, etc..

3 Klinik

Eine Pilzinfektion betrifft zunächst meist nur einen einzelnen Nagel. Der Pilz wächst in der Regel vom vorderen Rand des Nagels unter die Nagelplatte ein.

Hat ein Kontakt mit dem Pilz stattgefunden wird das Wachstum von gefördert durch:

  • feucht-warmes Milieu, wenig atmungsaktives Schuhwerk
  • enge Schuhe, die Druckstellen als Angriffsfläche für Nagelpilze hinterlassen
  • Hyperhidrose (starke Schweißbildung),
  • Durchblutungsstörungen (v.a. bei Diabetes mellitus)
  • Entzündungen der Haut (Nagel-Ekzeme)
  • Autoimmunkrankheiten (v.a. Nagel-Psoriasis)
  • Immunschwäche
  • Verletzungen im Rahmen von Fußpflege-Behandlungen

Symptome eines Nagelpilz-Befalls werden oft erst relativ spät bemerkt; dazu gehören:

  • weißliche, gelbliche bis hin zu brauner Verfärbung, zunächst v.a. im Randbereich der Nägel
  • verminderter Glanz und Durchsichtigkeit der Nägel
  • Verdickungen der Nägel

4 Diagnostik

Oft ist schon durch die klinische Untersuchung die Diagnose Nagelpilz möglich. Verifiziert wird die Diagnose, indem Nägelspäne gewonnen, durch eine Lauge vom Hornmaterial befreit und mikroskopisch auf Pilze untersucht werden. Für eine genaue Differenzierung (wichtig zu wissen für eine spezifische Therapie) ist die mikrobiologische Anzüchtung einer Pilzkultur nötig.

5 Therapie

Abhängig davon, wie fortgeschritten die Infektion ist, kann der betroffene Nagel mit Harnstoff (Salbe, 40%) aufgelöst und lokal mit Antimykotika behandelt werden (z.B. Bifonazol). Beliebt sind auch Präparate die Antimykotikum und Harnstoff kombinieren (Canesten-Extra (R)).

Bei gleichzeitigem Befall mehrerer Nägel oder besonders ausgeprägtem Befall wird eine systemische Therapie mit Antimykotika gewählt (z.B. Fluconazol).

In schweren Fällen stellt die Therapie mit Laser eine Option dar.

Hausmittel wie Alkohol, Essig, Tiger-Balsam, Öle (Cassia-, Cajaput-, etc.), etc. haben keinen erwiesenen positiven Effekt.

Entscheidend für den Erfolg ist v.a. das Stadium des Pilzbefalls. Gering ausgedehnte Mykosen lassen sich gut behandeln; bei stark ausgedehntem Befall, ist die Behandlung oft schwierig und die Quote an Rezidiv-Fällen hoch.

Zu beachten ist v.a. eine ausreichend lange Therapiedauer und gute Hygiene (trockene Füße, atmungsaktive Schuhe, Strümpfe häufig wechseln, öffentliche Duschen etc. meiden); letztere empfiehlt sich auch zur Prävention von Pilzerkrankungen.

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