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Onkolytische Viren: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''Onkolytische Viren]''' sind [[Virus|Viren]], die sich gezielt in [[Krebs]]zellen vermehren und sie dadurch zerstören (Onkolyse).
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'''Onkolytische Viren''' sind [[Virus|Viren]], die sich gezielt in [[Krebs]]zellen vermehren und sie dadurch zerstören (Onkolyse).  
 
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Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie sehr interessant für die Bekämpfung von Krebserkrankungen und Gegenstand intensiver Forschung. Dabei haben es einige Studien schon in Phase 2 der [[klinischen Prüfung]] geschafft.
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Die Viren infizieren die Tumorzellen, vermehren sich in ihnen und zerstören sie im Rahmen des [[lytischen Zyklus]] der [[Virusreplikation]], bei dem die infizierte Zelle am Ende eröffnet wird, um die in ihr replizierten Viren freizusetzen.
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Die Viren infizieren die Tumorzellen, vermehren sich in ihnen und zerstören sie im Rahmen des [[lytischer Zyklus|lytischen Zyklus]] der [[Virusreplikation]], bei dem die infizierte Zelle am Ende eröffnet wird, um die in ihr replizierten Viren freizusetzen.
  
Außerdem werden durch die [[Zelllyse]] tumorspezifischer Antigene freigesetzt, die eine Immunantwort induzieren.
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Außerdem werden durch die [[Zelllyse]] tumorspezifischer [[Antigen]]e freigesetzt, die eine Immunantwort induzieren.
  
 
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Die Selektivität für Tumorzellen kann auf unterschiedlichen Ursachen beruhen:
Z. B. gibt es Viren, die von Natur aus bevorzugt sich schnell teilende Zellen wie die Tumorzellen befallen (z. B. die [[Retroviren]]).
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Z.B. gibt es Viren, die von Natur aus bevorzugt sich schnell teilende Zellen wie die Tumorzellen befallen (z.B. die [[Retroviren]]).
 
Zum anderen kann die Selektivität aber auch künstlich erzeugt werden: Viele Viren haben die Fähigkeit, ihre Wirtszellen aus der G0-Phase (Ruhephase; in ihr befinden sich die meisten Körperzellen) wieder in den [[Zellzyklus]] eintreten zu lassen. Dies ist für die Virusreplikation essentiell, da Viren über keinen eigenen [[Stoffwechsel]] verfügen, sondern auf den der Wirtszelle zurückgreifen müssen.
 
Zum anderen kann die Selektivität aber auch künstlich erzeugt werden: Viele Viren haben die Fähigkeit, ihre Wirtszellen aus der G0-Phase (Ruhephase; in ihr befinden sich die meisten Körperzellen) wieder in den [[Zellzyklus]] eintreten zu lassen. Dies ist für die Virusreplikation essentiell, da Viren über keinen eigenen [[Stoffwechsel]] verfügen, sondern auf den der Wirtszelle zurückgreifen müssen.
  
 
Wenn diese Fähigkeit der Viren, die Wirtszellen in den Zellzyklus zurückkehren zu lassen, unterbunden wird, können sich diese Viren nur noch in nicht-ruhenden Zellen, wie den Tumorzellen, vermehren.
 
Wenn diese Fähigkeit der Viren, die Wirtszellen in den Zellzyklus zurückkehren zu lassen, unterbunden wird, können sich diese Viren nur noch in nicht-ruhenden Zellen, wie den Tumorzellen, vermehren.
 
  
 
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Die onkolytischen Viren werden direkt in den [[Tumor]] gespritzt, damit ihre Konzentration am gewünschten Wirkort besonders hoch ist. Die Hoffnung besteht allerdings, dass auch eine systemische Gabe möglich ist, um auch [[Metastasen]] des Tumors überall im Körper eliminieren zu können.
 
  
 
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*Selektivität: Durch die Selektivität für Tumorzellen sowie die Wahl nicht humanpathogener Viren ist die onkolytische Virotherapie ausgesprochen nebenwirkungsarm.  
 
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Nebenwirkungen beschränken sich hauptsächlich auf Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Dabei ist ihre Ausprägung mild bis moderat und bedarf keiner therapeutischen Interventionen.
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Nebenwirkungen beschränken sich hauptsächlich auf Müdigkeit, [[Kopfschmerzen]] und [[Fieber]]. Dabei ist ihre Ausprägung mild bis moderat und bedarf keiner therapeutischen Interventionen.
*Effizienz: In einer Studie mit 83 Prostata-Karzinomen fiel ein Marker, das [[Prostata-spezifische-AG]], in 58% der Fälle um über 25% ab.
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*Effizienz: In einer Studie mit 83 Patienten mit [[Prostatakarzinom]] fiel ein Marker, das [[prostataspezifisches Antigen|prostataspezifische Antigen]], in 58% der Fälle um über 25% ab.
*Steuerbarkeit: Mit Hilfe der Auswahl geeigneter Viren ist die Therapie außerdem sehr gut steuerbar: Indem Viren gewählt werden, die medikamentös gut zu bekämpfen sind (z. B. die [[Herpes-simplex-Viren]]), kann die onkolytische Virotherapie jederzeit beendet werden.
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*Steuerbarkeit: Mit Hilfe der Auswahl geeigneter Viren ist die Therapie außerdem sehr gut steuerbar: Indem Viren gewählt werden, die medikamentös gut zu bekämpfen sind (z.B. [[Herpes-simplex-Virus|Herpes-simplex-Viren]]), kann die onkolytische Virotherapie jederzeit beendet werden.
 
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**Einsatz bei Tumoren, die resistent gegen [[Zytostatika]] sind und chirurgisch nicht entfernt werden können.
 
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**Synergistischer Einsatz in Kombination mit Zytostatika/ operativen Eingriffen.
 
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Aktuelle Version vom 6. Oktober 2016, 14:17 Uhr

1 Definition

Onkolytische Viren sind Viren, die sich gezielt in Krebszellen vermehren und sie dadurch zerstören (Onkolyse).

Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie sehr interessant für die Bekämpfung von Krebserkrankungen und Gegenstand intensiver Forschung. Dabei haben es einige Studien schon in Phase 2 der klinischen Prüfung geschafft.

2 Geschichte

Ihr Potenzial wurde schon Beginn des letzten Jahrhunderts erkannt. Der Ansatz der onkolytischen Virotherapie wurde ertmals 1904 in der Literatur erwähnt, geriet allerdings für fast 100 Jahre in Vergessenheit und wird erst seit einigen Jahren wieder intensiv weiterverfolgt.

3 Wirkungsweise

Die Viren infizieren die Tumorzellen, vermehren sich in ihnen und zerstören sie im Rahmen des lytischen Zyklus der Virusreplikation, bei dem die infizierte Zelle am Ende eröffnet wird, um die in ihr replizierten Viren freizusetzen.

Außerdem werden durch die Zelllyse tumorspezifischer Antigene freigesetzt, die eine Immunantwort induzieren.

Die Selektivität für Tumorzellen kann auf unterschiedlichen Ursachen beruhen: Z.B. gibt es Viren, die von Natur aus bevorzugt sich schnell teilende Zellen wie die Tumorzellen befallen (z.B. die Retroviren). Zum anderen kann die Selektivität aber auch künstlich erzeugt werden: Viele Viren haben die Fähigkeit, ihre Wirtszellen aus der G0-Phase (Ruhephase; in ihr befinden sich die meisten Körperzellen) wieder in den Zellzyklus eintreten zu lassen. Dies ist für die Virusreplikation essentiell, da Viren über keinen eigenen Stoffwechsel verfügen, sondern auf den der Wirtszelle zurückgreifen müssen.

Wenn diese Fähigkeit der Viren, die Wirtszellen in den Zellzyklus zurückkehren zu lassen, unterbunden wird, können sich diese Viren nur noch in nicht-ruhenden Zellen, wie den Tumorzellen, vermehren.

4 Anwendung

Die onkolytischen Viren werden direkt in den Tumor gespritzt, damit ihre Konzentration am gewünschten Wirkort besonders hoch ist. Die Hoffnung besteht allerdings, dass auch eine systemische Gabe möglich ist, um auch Metastasen des Tumors überall im Körper eliminieren zu können.

5 Vorteile

  • Selektivität: Durch die Selektivität für Tumorzellen sowie die Wahl nicht humanpathogener Viren ist die onkolytische Virotherapie ausgesprochen nebenwirkungsarm.

Nebenwirkungen beschränken sich hauptsächlich auf Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Dabei ist ihre Ausprägung mild bis moderat und bedarf keiner therapeutischen Interventionen.

  • Effizienz: In einer Studie mit 83 Patienten mit Prostatakarzinom fiel ein Marker, das prostataspezifische Antigen, in 58% der Fälle um über 25% ab.
  • Steuerbarkeit: Mit Hilfe der Auswahl geeigneter Viren ist die Therapie außerdem sehr gut steuerbar: Indem Viren gewählt werden, die medikamentös gut zu bekämpfen sind (z.B. Herpes-simplex-Viren), kann die onkolytische Virotherapie jederzeit beendet werden.
  • Einsatzmöglichkeiten:
    • Einsatz bei Tumoren, die resistent gegen Zytostatika sind und chirurgisch nicht entfernt werden können.
    • Synergistischer Einsatz in Kombination mit Zytostatika/ operativen Eingriffen.

Fachgebiete: Onkologie, Virologie

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Juni 2011 um 15:33 Uhr bearbeitet.

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