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Onchozerkose: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter einer '''Onchozerkose''' versteht man eine [[Infestation]] mit [[Onchocerca volvulus]], die sich vor allem durch [[subkutan]]e Knoten und Hautveränderungen manifestiert.
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Unter einer '''Onchozerkose''' versteht man eine [[Infestation]] mit dem [[parasit]]ären [[Fadenwurm]] [[Onchocerca volvulus]], die sich vor allem durch [[subkutan]]e Knoten und [[Haut]]veränderungen manifestiert.
  
 
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Die Larven von [[Onchozerca volvulus]], die sog. [[Mikrofilarie]]n, werden durch Mücken der [[Gattung]] [[Simulium]] (Kriebelmücken) übertragen. Nachdem die Würmer nach etwa einem Jahr die Geschlechtsreife entwickelt haben, besiedeln sie das [[subkutan]]e [[Bindegewebe]] und bilden dort Knäuel aus.  
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Die Larven von Onchozerca volvulus, die sog. [[Mikrofilarie]]n, werden durch Mücken der [[Gattung]] [[Simulium]] (Kriebelmücken) übertragen. Nachdem die Würmer nach etwa einem Jahr die [[Geschlechtsreife]] entwickelt haben, besiedeln sie das subkutane [[Bindegewebe]] und bilden dort Knäuel aus Makrofilarien.  
  
Die zahlreichen von den Würmern produzierten [[Mikrofilarie]]n wandern in die [[Kutis]] der unteren [[Extremität]] und steigen von dort nach Jahren nach [[proximal]] auf. Das Erreichen des [[Kopf]]es und der [[Auge]]n ist möglich und führt zu [[Entzündung]]en.
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Die zahlreichen, von den Würmern produzierten Mikrofilarien wandern in die [[Kutis]] der unteren [[Extremität]] und steigen von dort nach Jahren nach [[proximal]] auf. Das Erreichen des [[Kopf]]es und der [[Auge]]n ist möglich und führt zu [[Entzündung]]en, Sehstörungen und oftmals zur [[Erblindung]].
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Charakteristisch ist die Ausbildung von [[schmerzlos]]en Knoten in der [[Subkutis]]. Im Laufe der Zeit kommt es im Bereich der [[Haut]]areale, in denen die [[Mikrofilarie]]n [[Entzündung]]en hervorrufen, zur Ausbildung von [[ekzem]]atösen, [[Hyperpigmentierung|hyperpigmentieren]], [[Lichenifikation|lichenifizierten]] [[Dermatitis|Dermatitiden]], die stark [[Juckreiz|jucken]].  
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Charakteristisch ist die Ausbildung von [[schmerz]]losen Knoten in der [[Subkutis]]. Im Laufe der Zeit kommt es im Bereich der Hautareale, in denen die Mikrofilarien [[Entzündung]]en hervorrufen, zur Ausbildung von [[ekzem]]atösen, [[Hyperpigmentierung|hyperpigmentieren]], [[Lichenifikation|lichenifizierten]] [[Dermatitis|Dermatitiden]], die stark [[Juckreiz|jucken]].  
  
Durch die Zerstörung der elastischen [[Bindegewebe|Bindegewebsanteil]]e sowie durch die [[Antigen]]e abgestorbener Würmer hervorgerufene chronische [[Allergie|allergische]] Reaktionen führen zur Entstehung einer Papier- oder Greisenhaut.  
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Durch die Zerstörung der elastischen [[Bindegewebe|Bindegewebsanteil]]e sowie durch die durch [[Antigen]]e abgestorbener Würmer hervorgerufene chronische [[Allergie|allergische]] Reaktionen kann es zur Entstehung einer [[Papierhaut|Papier]]- oder Greisenhaut kommen.  
  
 
Die Ausbildung eines Leopardenfellmusters durch [[Hypopigmentierung]]en ist möglich.  
 
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Erreichen die wandernden [[Mikrofilarie]]n im Laufe der Jahre das [[Auge]], kann eine [[Erblindung]] auftreten. Da die Erkrankung in ihren [[Endemie]]gebieten entlang von Flüssen auftritt, wird auch von der [[Flussblindheit]] gesprochen. Eine [[Hornhauttrübung]] sowie eine progrediente sklerosierende [[Keratitis]] weist auf die Entstehung der [[Erblindung]] hin.
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Erreichen die wandernden Mikrofilarien im Laufe der Jahre das [[Auge]], kann eine Erblindung auftreten. Da die Erkrankung in ihren [[Endemie]]gebieten entlang von Flüssen auftritt, wird auch von der [[Flussblindheit]] gesprochen. Eine [[Hornhauttrübung]] sowie eine progrediente sklerosierende [[Keratitis]] weist auf die Entstehung der Erblindung hin.
  
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==Diagnostik==
Zur Diagnose führen die Klinik sowie der Nachweis von adulten Würmern und [[Mikrofilarie]]n. Die adulten Würmer werden dabei [[Histologie|histologisch]] aus den [[Operation]]spräparaten der Knoten nachgewiesen, während die [[Mikrofilarie]]n in [[Hautbiopsat]]en oder direkt mit der [[Spaltlampe]] am [[Auge]] gesehen werden.  
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Zur Diagnose führen die Klinik sowie der Nachweis von [[adult]]en Würmern und Mikrofilarien. Die adulten Würmer werden dabei [[Histologie|histologisch]] aus den [[Operation]]spräparaten der Knoten nachgewiesen, während die Mikrofilarien in [[Biopsie|Hautbiopsat]]en oder direkt mit der [[Spaltlampe]] am [[Auge]] gesehen werden können.  
  
 
==Therapie==
 
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Zur Abtötung der [[Mikrofilarie]]n werden [[Ivermectin]] und seltener [[Diethylcarbamazin]] eingesetzt. Zusätzlich werden [[Kortikosteroid]]e verabreicht, da der ausgeprägte Zerfall der Mikrofilarien mit [[Antigen]]freisetzung zu einer [[Immunologie|immunologisch]] verursachten [[Entzündung]] der [[Haut]] mit starkem [[Juckreiz]] führt.  
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Zur Abtötung der Mikrofilarien werden [[Ivermectin]] und seltener [[Diethylcarbamazin]] eingesetzt. Zusätzlich werden [[Kortikosteroid]]e verabreicht, da der ausgeprägte Zerfall der Mikrofilarien mit Antigenfreisetzung zu einer [[Immunologie|immunologisch]] verursachten Entzündung der Haut mit starkem Juckreiz führt.  
  
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Zur Abtötung der adulten Würmern werden die Knoten [[Operation|operativ]] entfernt und/oder das [[Medikament]] [[Suramin]] eingesetzt. Weiterhin kann [[Doxycyclin]] eingesetzt werden, welches zu einer Vernichtung der [[Endosymbiose|endosymbiontischen]] Bakteriengattung [[Wolbachia]] und damit zu einer [[Sterilität]] der Mikrofilarien führt.
Weiterhin kann [[Doxycyclin]] eingesetzt werden, welches zu einer Vernichtung der [[Endosymbiose|endosymbiontischen]] Bakteriengattung [[Wolbachia]] und damit zu einer [[Sterilität]] der [[Mikrofilarie]]n führt.
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[[Tag:Wurm]]

Aktuelle Version vom 6. Oktober 2015, 12:05 Uhr

Synonym: Flussblindheit
Englisch: river-blindness

1 Definition

Unter einer Onchozerkose versteht man eine Infestation mit dem parasitären Fadenwurm Onchocerca volvulus, die sich vor allem durch subkutane Knoten und Hautveränderungen manifestiert.

2 Epidemiologie

Die Erkrankung kommt vor allem im tropischen Afrika vor, wobei schätzungsweise zweihundert Millionen Menschen infiziert sind.

3 Entwicklungszyklus und Pathogenese

Die Larven von Onchozerca volvulus, die sog. Mikrofilarien, werden durch Mücken der Gattung Simulium (Kriebelmücken) übertragen. Nachdem die Würmer nach etwa einem Jahr die Geschlechtsreife entwickelt haben, besiedeln sie das subkutane Bindegewebe und bilden dort Knäuel aus Makrofilarien.

Die zahlreichen, von den Würmern produzierten Mikrofilarien wandern in die Kutis der unteren Extremität und steigen von dort nach Jahren nach proximal auf. Das Erreichen des Kopfes und der Augen ist möglich und führt zu Entzündungen, Sehstörungen und oftmals zur Erblindung.

4 Klinik

Charakteristisch ist die Ausbildung von schmerzlosen Knoten in der Subkutis. Im Laufe der Zeit kommt es im Bereich der Hautareale, in denen die Mikrofilarien Entzündungen hervorrufen, zur Ausbildung von ekzematösen, hyperpigmentieren, lichenifizierten Dermatitiden, die stark jucken.

Durch die Zerstörung der elastischen Bindegewebsanteile sowie durch die durch Antigene abgestorbener Würmer hervorgerufene chronische allergische Reaktionen kann es zur Entstehung einer Papier- oder Greisenhaut kommen.

Die Ausbildung eines Leopardenfellmusters durch Hypopigmentierungen ist möglich.

Erreichen die wandernden Mikrofilarien im Laufe der Jahre das Auge, kann eine Erblindung auftreten. Da die Erkrankung in ihren Endemiegebieten entlang von Flüssen auftritt, wird auch von der Flussblindheit gesprochen. Eine Hornhauttrübung sowie eine progrediente sklerosierende Keratitis weist auf die Entstehung der Erblindung hin.

5 Diagnostik

Zur Diagnose führen die Klinik sowie der Nachweis von adulten Würmern und Mikrofilarien. Die adulten Würmer werden dabei histologisch aus den Operationspräparaten der Knoten nachgewiesen, während die Mikrofilarien in Hautbiopsaten oder direkt mit der Spaltlampe am Auge gesehen werden können.

6 Therapie

Zur Abtötung der Mikrofilarien werden Ivermectin und seltener Diethylcarbamazin eingesetzt. Zusätzlich werden Kortikosteroide verabreicht, da der ausgeprägte Zerfall der Mikrofilarien mit Antigenfreisetzung zu einer immunologisch verursachten Entzündung der Haut mit starkem Juckreiz führt.

Zur Abtötung der adulten Würmern werden die Knoten operativ entfernt und/oder das Medikament Suramin eingesetzt. Weiterhin kann Doxycyclin eingesetzt werden, welches zu einer Vernichtung der endosymbiontischen Bakteriengattung Wolbachia und damit zu einer Sterilität der Mikrofilarien führt.

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