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Odermennig

Version vom 10. Oktober 2018, 13:39 Uhr von Danny Siwek (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Gemeiner Odermennig, Kleiner Odermennig
Englisch: common agrimony

1 Definition

Der Odermennig ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse. Die botanische Bezeichnung lautet Agrimonia eupatoria.

2 Eigenschaften

Es handelt sich um eine krautige Pflanze und Staude mit Rhizom als Überdauerungsorgan. Es werden Wuchshöhen zwischen 0,3 und 1,0 Meter erreicht. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Die Blüten sind gelb und stehen in ährigen Blütenständen. Die Kronblätter sind meist nicht ausgerandet. Als Bestäuber kommen Insekten in Betracht. Die Sammelfrucht ist verkehrt eiförmig, gefurcht und oberwärts mit hakigen Stacheln besetzt. Der Verbreitungsmechanismus der Früchte entspricht dem einer Klettfrucht; durch Haken kletten die Früchte sich an vorbeistreifendes Wild und werden so transportiert. Die Samen sind kurzlebig. Die Blätter sind geteilt, unterseits graufilzig und weisen einige Drüsen auf.

Für den Laien können Verwechslungsmöglichkeiten in Betracht kommen: andere Agrimonia-Arten, Königskerzen (Verbascum; Blütenstand ähnlich), Bibernellen (Pimpinella; Blätter ähnlich), Wiesenknopf (Sanguisorba; Blätter ähnlich).

Agrimonia eupatoria ist in Deutschland in allen Bundesländern verbreitet. Besiedelte Biotope können Wald- und Wegränder, Ruderalflächen, Halbtrockenrasen oder Böschungen sein und zeichnen sich durch basische Böden aus.

3 Arzneidrogen

Agrimonia eupatoria dient als Stammpflanze zur Gewinnung von Odermennigkraut (Herba Agrimoniae, Agrimoniae herba). Hierbei handelt es sich um die getrockneten, kurz vor der Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile. Ferner darf zur Gewinnung der Droge auch auf eine weitere Art der Gattung, Agrimonia procera (Großer Odermennig), zurückgegriffen werden. Eine Monographie liegt im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) vor.

3.1 Inhaltsstoffe

Die Arzneidroge muss einen Gehalt von mindestens 2 % an Gerbstoffen aufweisen. Diese werden als Pyrogallol berechnet. In der Regel liegt ein Gerbstoffgehalt zwischen 4 und 10 % vor. Die Gerbstoffe werden dem Catechin-Typ zugeordnet. Weiterhin sind circa 1,2 % Flavonoide und Gylkoside (Apigenin-, Kämpferol- und Luteolin-Glykoside) vorhanden.

4 Indikationen

Gerbstoffe besitzen eiweißfällende (Denaturierung von Proteinen) und gewebeabdichtende Wirkung. Weiterhin wird für die Droge ein antiphlogistischer Effekt sowie durch die Flavonoidfraktion bedingte Wirkung auf Biomembranen (membranstabilisierender Effekt) diskutiert.

Als Indikationen können Entzündungen der Schleimhäute von Mund und Rachen, leichte und akute Diarrhoe und oberflächliche Entzündungen der Haut genannt werden. Für die innerliche Anwendung kann ein Tee zubereitet werden. Als Tagesdosis werden in der Literatur 3 bis 6 Gramm angegeben. Äußerlich erfolgt die Anwendung von Umschlägen, wobei 2 Teelöffel der Droge mit 1 Liter Wasser zubereitet werden können.

5 Literatur

  • Jäger et al.: Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Bd. 2. Aufl. 20, Spektrum Akadem. Verlag.
  • Schneider: Arzneidrogen, 5. Aufl., Spektrum akadem. Verlag, 2004.

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