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Oculomotoriusparese

Version vom 8. März 2018, 18:50 Uhr von Stud. med. Jlian van Krimpen (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Unter einer Oculomotoriusparese versteht man eine Läsion des Nervus oculomotorius.

2 Epidemiologie

Jede dritte Augenmuskellähmung beruht auf einer Schädigung des Nervus oculomotorius.

3 Ätiologie

Eine Oculomotoriusparese wird häufig durch eine mechanische Kompression hervorgerufen (z.B. durch ein Aneurysma der Arteria cerebri communicans posterior oder eine Raumforderung im Bereich des Sinus cavernosus).

Aber auch ein Diabetes mellitus ist eine häufige Ursache der Parese, ebenso wie eine Schädigung des Nucleus nervi oculomotorii bei Hirnstamminfarkt oder Blutung im Bereich des Hirnstamms.

Aber auch vaskuläre Prozesse (z.B. eine AV-Fistel oder eine Sinusthrombose), eine Hirndruckerhöhung, eine Sarkoidose oder eine basale Meningitis können zu einer Oculomotoriusparese führen.

Eine Oculomotoriusparese kann auch im Rahmen einer autoimmunen Entzündung auftreten (z.B. Guillain-Barré-Syndrom).

4 Klinik

Die Klinik ist abhängig von der Lokalisation und der Ursache der Schädigung.

Eine Druckerhöhung führt zu einer Schädigung der im äußeren Bereich des Nervus oculomotorius verlaufenden Nervenfasern. Es handelt sich dabei um die Nervenfasern, die zur inneren Augenmuskulatur verlaufen.

Eine Druckerhöhung führt daher zur Ophthalmoplegia interna auf der betroffenen Seite, die durch eine Mydriasis, eine Pupillenstarre und Akkomodationsstörungen imponiert.

Eine Ischämie (z.B. durch eine diabetische Mikroangiopathie) führt zunächst zu einer Schädigung der inneren Nervenfasern, die die äußeren Augenmuskeln versorgen.

Die Schädigung der inneren Nervenfasern führt zur Ophthalmoplegia externa, bei der die Beweglichkeit des Bulbus eingeschränkt ist. Bei geradem Blick steht der Bulbus auf der betroffenen Seite nach außen und unten, da der Musculus rectus lateralis und der Musculus obliquus superior die einzigen funktionierenden Augenmuskeln sind. Weiter beobachtet man ein herabhängendes Oberlid (Ptosis), aufgrund der Lähmung des Musculus levator palpebrae superioris. Die Patienten klagen auch über Doppelbilder (Diplopie). In diesem Fall spricht man auch vom Lähmungsschielen.

Wenn Ophthalmoplegia externa und interna kombiniert auftreten, spricht man von einer Ophthalmoplegia totalis. Diese ist am häufigsten vaskulär oder entzündlich bedingt.

Wenn die Kerne des Nervus oculomotorius geschädigt werden, wird ebenfalls eine Ophthalmoplegia totalis beobachtet. Da der Kern zum Musculus levator palpebrae unpaar angelegt ist, wird eine beidseitige Ptosis beobachtet.

5 Diagnostik

Die Diagnose der Oculomotoriusparese kann im Rahmen der klinischen Untersuchung der Augenmuskulatur und der Pupillen gestellt werden. Zur Prüfung der Augenbewegung fixiert der Patient die Finger des Untersuchers und soll ohne den Kopf zu bewegen, den Fingern des Untersuchers folgen. Die Reaktion der Pupillen prüft man bei direkter Beleuchtung mit Hilfe einer kleinen Lichtquelle und Beobachtung der Pupillenverengung. Wenn die Ursache nicht eindeutig bestimmt werden kann, sollte ein Magnetresonanztomogramm angefertigt werden. Je nach Verdacht sollten dann ggf. weitere Untersuchungen (z.B. Angiographie) durchgeführt werden.

6 Therapie

Wenn eine Grunderkrankung vorliegt, sollte diese behandelt werden. Zur Vermeidung der Doppelbilder kann das betroffene Auge abgedeckt werden. Weiterhin ist der Einsatz von Prismenfolien möglich.

Fachgebiete: Neurologie

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