Nukleosidanalogon

aus DocCheck Flexikon, dem Medizinlexikon zum Mitmachen

1 Definition

Nukleosidanaloga sind Substanzen, die natürlichen Nukleosiden ähneln. Zu ihnen zählen u.a. die nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) - Arzneistoffe, die vor allem in der antiviralen Therapie angewendet werden, z.B. gegen HIV oder HBV.

2 Pharmakologie

Nukleosidanaloga enthalten in der Regel eine physiologische Base (Purin bzw. Pyrimidin) und einen abnormen, veränderten Zuckeranteil, der dazu führt dass die Desoxyribose- (DNA) bzw. Ribosephosphat-Kette (RNA) nicht verlängert werden. Es kommt zum Kettenabbruch, da für die Kettenfortführung die Anbindungsstelle fehlt.

Bei anderen Nukleosidanaloga variiert die Base. Hier wird die RNA/DNA-Kette zwar weitergeführt, kann aber als Matrize nicht mehr abgelesen werden (Non-sense DNA/RNA) werden und die Virusreplikation kommt zum Erliegen. Nukleosidanaloga wirken also als falsche Substrate in einem frühen Schritt der Virusvermehrung.

3 Beispiele

Bekannte Nukleosidanaloga sind u.a.:

Die namensgebenden Nukleoside bestehen aus einer Base (Purinbase oder Pyrimidinbase) und einer Pentose - in der Regel Ribose, aber auch Desoxyribose oder 2-O-Methylribose. Nukleoside enthalten an der '5-Position der Pentose keine Phosphatreste. Wenn hier Phosphatreste angehängt sind, spricht man von Nukleotiden.

Einige Nukleosidanaloga mit dem Zucker Arabinose werden als Zytostatika in der Krebstherapie eingesetzt (Cytarabin, Fludarabin).

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Nukleosidanalogon&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Nukleosidanalogon

Diese Seite wurde zuletzt am 31. August 2020 um 17:34 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

5 Wertungen (3.4 ø)

20.980 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: