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Nosokomialinfektion

Version vom 6. April 2008, 09:22 Uhr von 80.135.111.252 (Diskussion)

von griechisch: &nu&omicron&sigma&omicron&kappa&omicron&mu&iota&omicron&nu - Krankenlager
Synonym: nosokomiale Infektion
Englisch: nosocomial infection

1 Definition

Als Nosokomialinfektion bezeichnet man jede durch Mikroorganismen hervorgerufene Infektion, die in kausalem Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt steht, unabhängig davon, ob Symptome bestehen oder nicht. Nosokomiale Erreger sind also Erreger von Krankenhausinfektionen.

Eine große Gefahr, sich mit einem Krankenhauserreger zu infizieren, besteht für immungeschwächte Patienten (v.a. auch immunsupprimierte Patienten). Für ärztliches und pflegerisches Personal sowie für gesunde Besucher stellen die Krankenhauskeime gewöhnlich kein Risiko dar.

2 Unterscheidung

Man unterscheidet zwei Typen von nosokomialen Infektionen:

  • Endogene Infektion: Standortwechsel des Erregers im Patienten selbst (z.B. Gasbrand nach OP)
  • Exogene Infektion: Übertragung des Erregers von außen auf den Patienten, Kreuzinfektion

3 Nosokomiale Erreger

Als nosokomiale Krankheitserreger kommen alle Mikroorganismen in frage, die sich bei 37° C vermehren können. Es sind vor allem fakultativ pathogene Mikroorganismen (Opportunisten), die in Haut, Nasen-Rachen-Raum und Darm vorkommen (auch bei Keimträgern ohne klinische Symptomatik), oder die sich in der Umgebung halten.

Zu den wichtigsten nosokomialen Erregern gehören:

4 Infektionsquellen

Die häufigste Infektionsquelle sind "belebte Quellen", sprich Personal, andere Patienten, Besucher. Meist werden die Erreger über die Hände übertragen. Nosokomiale Erreger können sich jedoch auch in unbelebten Reservoiren finden. Dazu zählen z.B. Türklinken, Flaschen, Waschbecken, Eiswürfel, Blumen, etc.

5 Infektionswege

Mögliche Infektionswege sind:

  • Kontaktinfektionen: z.B. Händeschütteln
  • Schmierinfektionen
  • Aerogene Infektionen: Verbreitung in der Luft
  • Alimentäre nosokomiale Infektionen: Verbreitung über Nahrungsmittel
  • Transmissive nosokomiale Infektionen: Übertragung durch tierische Schädlinge

6 Gegenmaßnahmen

Die wichtigste Gegenmaßnahme ist eine gute Hygiene, sprich sorgfältige Desinfektion und Sterilisation. Weiterhin können hilfreich sein: baulich-funktionelle Maßnahmen sowie organisatorische Maßnahmen.

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Mai 2020 um 12:15 Uhr bearbeitet.

Fixed
#2 am 06.05.2020 von Bijan Fink (Arzt | Ärztin)
Die im Flexikon verwendete Definition von nosokomial ist gefährlich FALSCH! Gemäß Gesetz zur Neuordnung seuchenrechtlicher Vorschriften (SeuchRNeuG) vom 20.07.2000 oder auch dem aktuellen Infektionsschutzgesetz - IfSG ist eine nosokomiale Infektion in der *gesetzlichen* Begriffsbestimmung (§2 von 07/2000) wie folgt definiert: "eine Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder ihrer Toxine, die im (neu: zeitlichen) Zusammenhang mit einer stationären **oder einer ambulanten** medizinischen Maßnahme steht, soweit die Infektion nicht bereits vorher bestand," Eine Korrektur des Texts ist im Rahmen der aktuell geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes besonders wichtig.
#1 am 05.05.2020 von Dr. Martin Roth (Arzt | Ärztin)

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