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Nierenzellkarzinom: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Nierenkarzinome sind meist im oberen [[Nierenpol]] lokalisiert, daher der alte Name "Hypernephrom". Sie sind in 85% der Fälle histologisch den epithelialen Tumoren ([[Adenokarzinom]]en) zuzuordnen. Die Tumorzellen weisen ein [[Glykogen|glykogen]]- und [[Lipid|lipid]]reiches [[Zytoplasma]] auf und [[imponieren]] deshalb [[mikroskopisch]] als [[Klarzelltumor]].
 
===Häufige Formen===
 
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* [[Klarzelliges Nierenzellkarzinom]]: Häufigster Typ, der 70-80% aller Nierenzellkarzinome stellt, Ursprung ist der proximale Nierentubulus
 
* [[Klarzelliges Nierenzellkarzinom]]: Häufigster Typ, der 70-80% aller Nierenzellkarzinome stellt, Ursprung ist der proximale Nierentubulus
 
* [[Papilläres Nierenzellkarzinom]]: ca. 10-15%, Ursprung ist ebenfalls der proximale Nierentubulus
 
* [[Papilläres Nierenzellkarzinom]]: ca. 10-15%, Ursprung ist ebenfalls der proximale Nierentubulus
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===Seltenere Formen===
 
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* [[Chromophobes Nierenzellkarzinom]]: Ursprung sind Zellen des [[Sammelrohr]]s
 
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*[[Makrohämaturie]]
 
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*[[Stauffer-Syndrom]]: erhöhte [[Alkalische Phosphatase]], Verlängerung der [[Prothrombinzeit]], [[Dysproteinämie]]
 
*[[Stauffer-Syndrom]]: erhöhte [[Alkalische Phosphatase]], Verlängerung der [[Prothrombinzeit]], [[Dysproteinämie]]
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*Hämatologische Paraneoplasie: [[Polyglobulie]] (ca. 1-5% der Patienen)
 
*Endokrine Paraneoplasie: [[Hypertonie]] durch erhöhte Ausschüttung von [[Renin]], [[Hypokaliämie]] durch erhöhte Spiegel an [[ACTH]], [[Hyperkalzämie]] durch erhöhte Sekretion von [[Parathormon]]
 
*Endokrine Paraneoplasie: [[Hypertonie]] durch erhöhte Ausschüttung von [[Renin]], [[Hypokaliämie]] durch erhöhte Spiegel an [[ACTH]], [[Hyperkalzämie]] durch erhöhte Sekretion von [[Parathormon]]
 
*Neuromuskuläre Paraneoplasie
 
*Neuromuskuläre Paraneoplasie
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Wenn möglich sollte der Tumor parenchymsparend entfernt werden. Neuere Studien konnten zeigen, dass die [[Nierenteilresektion]] und die [[Tumornephrektomie]] hinsichtlich ihres onkologischen Ergebnisses gleichwertig sind. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist nicht die Tumorgröße, sondern die Tumorlokalisation. Standardzugänge sind der [[transperitoneal]]e, [[lumbal]]e und [[thorakoabdominal]]e Zugang. Die regionären [[Lymphknoten]] werden mitreseziert. Da das venöse Gefäßsystem oftmals durch Tumorthromben verlegt ist, muss gegebenenfalls eine [[Thrombektomie]] durchgeführt werden.
Standardzugänge sind der [[transperitoneal]]e, [[lumbal]]e und [[thorakoabdominal]]e Zugang. Die regionären [[Lymphknoten]] werden mitreseziert. Da das venöse Gefäßsystem oftmals durch Tumorthromben verlegt ist, muss gegebenenfalls eine [[Thrombektomie]] durchgeführt werden.  
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Das Nierenzellkarzinom reagiert in der Regel nicht sensibel auf eine [[Chemotherapie]]. Eine Verlängerung der [[Überlebenszeit]] kann durch eine Behandlung mit [[Interferon]] und/oder dem [[mTOR-Hemmer]] [[Temsirolimus]] erzielt werden. Auch [[Tyrosinkinaseinhibitor]]en wie [[Sunitinib]] können bei metastasierten Tumoren eine Option sein.
Eine adjuvante Strahlentherapie kann angeschlossen werden. Das Nierenzellkarzinom reagiert in der Regel nicht sensibel auf eine [[Chemotherapie]]. Eine Verlängerung der [[Überlebenszeit]] kann durch eine Behandlung mit [[Interferon]] und/oder dem [[mTOR-Hemmer]] [[Temsirolimus]] erzielt werden. Auch Tyrosinkinaseinhibtoren wie [[Sunitinib]] können bei metastasierten Tumoren eine Option sein.
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==Quellen==
 
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* Hudes et al.: Journal of Clinical Oncology, 2006 ASCO Annual Meeting Proceedings Part I. Vol 24, No. 18S, 2006, LBA4
 
* Hudes et al.: Journal of Clinical Oncology, 2006 ASCO Annual Meeting Proceedings Part I. Vol 24, No. 18S, 2006, LBA4
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Aktuelle Version vom 7. Mai 2021, 15:09 Uhr

Synonyme: Nierenkarzinom, Adenokarzinom der Niere, Grawitztumor, Hypernephrom (veraltet)
Englisch: renal cell carcinoma, RCC

1 Definition

Das Nierenzellkarzinom, kurz RCC, ist ein von den Tubuluszellen der Niere ausgehender, maligner Tumor. Etwa 90% der Nierentumore sind Nierenzellkarzinome.

2 Epidemiologie

Nierenkarzinome stellen ca. 3% aller bösartigen Tumoren im Erwachsenenalter. Die Inzidenz beträgt etwa 9 auf 100.000 Einwohner. Männer sind etwa zweimal häufiger betroffen als Frauen. Patienten, die am Hippel-Lindau-Syndrom leiden, erkranken gehäuft an hereditären Nierenkarzinomen. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 45. und 75. Lebensjahr.

3 Pathohistologie

Die Nierenkarzinome sind meist im oberen Nierenpol lokalisiert, daher der alte Name "Hypernephrom". Sie sind in 85% der Fälle histologisch den epithelialen Tumoren (Adenokarzinomen) zuzuordnen. Die Tumorzellen weisen ein glykogen- und lipidreiches Zytoplasma auf und imponieren deshalb mikroskopisch als Klarzelltumor.

3.1 Häufige Formen

3.2 Seltenere Formen

4 Symptomatik

Das Nierenzellkarzinom verursacht in der Regel keine Frühsymptome, da die Tumorzellen, bei zentralem Wachstum im Parenchym, zunächst keinen Anschluss an das Hohlraumsystem der Niere haben. Im Frühstadium wird die Erkrankung oftmals nur zufällig bei der Sonographie der Abdominalorgane erkannt.

Eine plötzlich, ohne erkennbare Ursache einsetzende, schmerzlose Hämaturie ist ein bedrohliches Spätsymptom und mahnt zur sofortigen Abklärung. Weitere, unspezifische Krankheitszeichen können sein:

Eine neuaufgetretene Varikozele, die auch bei Lageänderung in die Horizontale bestehen bleibt, weist auf eine venöse Tumorverlegung hin ("symptomatische Varikozele").

4.1 Paraneoplastische Syndrome

Bei 5% der Erkrankten sind Paraneoplastische Syndrome nachweisbar:

5 Diagnostik

5.1 Bildgebende Verfahren

5.2 Labor

6 Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch kommen in Betracht:

7 Therapie

Die operative Entfernung des Tumors ist die Therapie der ersten Wahl. Wenn möglich sollte der Tumor parenchymsparend entfernt werden. Neuere Studien konnten zeigen, dass die Nierenteilresektion und die Tumornephrektomie hinsichtlich ihres onkologischen Ergebnisses gleichwertig sind. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist nicht die Tumorgröße, sondern die Tumorlokalisation. Standardzugänge sind der transperitoneale, lumbale und thorakoabdominale Zugang. Die regionären Lymphknoten werden mitreseziert. Da das venöse Gefäßsystem oftmals durch Tumorthromben verlegt ist, muss gegebenenfalls eine Thrombektomie durchgeführt werden.

Bei fortgeschrittener Erkrankung mit Fernmetastasen in Lunge und Knochen wird die Indikation zur Tumornephrektomie nur gestellt, wenn der Tumor lokale Schmerzen und Blutungen verursacht. Eine adjuvante Strahlentherapie kann angeschlossen werden.

Das Nierenzellkarzinom reagiert in der Regel nicht sensibel auf eine Chemotherapie. Eine Verlängerung der Überlebenszeit kann durch eine Behandlung mit Interferon und/oder dem mTOR-Hemmer Temsirolimus erzielt werden. Auch Tyrosinkinaseinhibitoren wie Sunitinib können bei metastasierten Tumoren eine Option sein.

8 Quellen

  • Hudes et al.: Journal of Clinical Oncology, 2006 ASCO Annual Meeting Proceedings Part I. Vol 24, No. 18S, 2006, LBA4

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Mai 2021 um 15:09 Uhr bearbeitet.

Hypertonie ist im Artikel unter 4.1 Paraneoplastische Syndrome erwähnt.
#2 am 07.10.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Hierzu folgender Artikel aus SPON, der hohen Blutdruck als wichtiges Symptom bei einem Nierenzellkarzinom hervorhebt. Ein Jahr lang quält sich ein Mädchen mit Schüben heftiger Kopfschmerzen und starkem Schwitzen. Schließlich stellen Ärzte fest, dass sein Blutdruck viel zu hoch ist - und stellen die richtige Diagnose. https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/wieso-hat-eine-zehnjaehrige-bluthochdruck-eine-raetselhafte-patientin-a-1289785.html Das kommt in dem Flexikon Eintrag aber nicht vor. Kann jemand Infos aus erster Hand liefern? Danke vorab!
#1 am 06.10.2019 von Udo Klein (Nichtmedizinischer Beruf)

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