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Nierenschwelle

Version vom 5. September 2016, 08:14 Uhr von Laura Jacobi (Diskussion | Beiträge)

Englisch: renal threshold

1 Definition

Als Nierenschwelle bezeichnet man die maximale Kapazität der Niere für die Rückresorption einer bestimmten Substanz. In der Regel ist damit vor allem die Glukose gemeint.

2 Hintergrund

Glukose wird durch den glomerulären Filter frei filtriert und im proximalen Tubulus unter physiologischen Bedingungen vollständig rückresorbiert. Auf der luminalen Seite des Tubuluslumen finden sich dafür zwei Natrium-Symportcarrier: SGLT1 und SGLT2. SGLT2 findet sich vor allem im proximalen Konvolut und transportiert Glukose und Natrium im Verhältnis 1:1 in die Tubuluszellen. SGLT1 transportiert 1 Molekül Glukose im spätproximalen Tubulus mit 2 Natriumionen (1:2) in die Tubuluszelle. Auf der basolateralen Seite wird Glukose dann mithilfe des GLUT2-Transporters ins Blut transportiert. Die Nierenschwelle für Glukose liegt bei einer Blutzuckerkonzentration zwischen 150 und 200 mg/dl. Wenn die Blutzuckerkonzentration diese Schwelle überschreitet, sind die Glukose-Carrier gesättigt und die Nieren beginnen, Glukose im Urin auszuscheiden. Es kommt zur Glukosurie, die durch Harnzuckerselbstkontrollen nachgewiesen werden kann.

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