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Nierenentwicklung

Version vom 6. August 2014, 14:07 Uhr von Felix Maximilian Blümel (Diskussion | Beiträge)

Englisch: kidney development

1 Definition

Unter dem Begriff Nierenentwicklung versteht man die schrittweise Entwicklung der Niere während der Embryonal- und Fetalperiode.

2 Entstehung

Die Nieren entwickeln sich aus dem intermediäres Mesoderm|intermediärem Mesoderm. Man unterscheidet das Entwicklungsstadium der Vorniere, Urniere und der Nachniere.

3 Entwicklungsstadien

3.1 Vorniere

In den zervikalen Segmenten entsteht gegen Ende der dritten Woche die rudimentäre Anlage der Vorniere. Ihre Rückbildung erfolgt innerhalb von kurzer Zeit.

3.2 Urniere

Im Brust- und Lendenbereich entsteht am Anfang der vierten Woche die Urniere. Ihr oberer, segmentierter Abschnitt mündet über Kanälchen in den Urnierengang, der auch als Wolff-Gang bezeichnet wird. Die Urniere nimmt für eine kurze Zeit ihre Tätigkeit auf, wird aber später bei der Frau komplett und beim Mann zum großen Teil wieder zurückgebildet. Die Verbindungen von der Urniere zum Urnierengang werden in der weiteren Entwicklung beim Mann zu den Ductuli efferentes und der Urnierengang zum Nebenhoden, dem Ductus deferens und zu den Ductus ejaculatorii.

3.3 Nachniere

Die Nachniere entwickelt sich als sog. metanephrogenes Blastem in der Beckenregion. Ihr wächst eine Ureterknospe aus dem Urnierengang entgegen. Aus der Ureterknospe entstehen die Nierenbecken, die Nierenkelche, die Nierenpapillee und die Sammelrohre. Über ihre terminalen Verzweigungen legt sich metanephrogenes Blastem, aus dem die Nephrone hervorgehen.

4 Aszensus der Niere

Bedingt durch das embryonale Längenwachstum steigt die Nachniere in der weiteren Entwicklung aus dem Beckenbereich (S1 - S3) in den Lumbalbereich (Th12 - L4) auf. Damit einher geht eine wechselnde Gefäßversorgung, die zunächst aus den Aa. iliacae, dann aus der unteren Aorta abdominalis und zum Schluss aus der Arteria renalis in Segmenthöhe L2 erfolgt.

5 Pathologie

Fehlentwicklungen können zur Nierenaplasie, zur Hufeisenniere und auch zur kongenitalen Zystenniere führen. Aus dem Ausbleiben des Aszensus resuliert die Beckenniere.

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Fachgebiete: Allgemeine Embryologie

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