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Niere

Version vom 2. März 2009, 18:43 Uhr von 88.153.213.164 (Diskussion)

Synonyme: Ren (lateinisch), νεφρός ("Nephros") (griechisch)
Englisch: kidney

1 Definition

Die Niere ist ein paarig angeordnetes bohnenförmiges Organ, dessen Hauptaufgabe die Bildung des Harns (Filtration, Reabsorption und Konzentration) ist. Durch Sekretion und Reabsorption ist die Niere entscheidend an wichtigen systemischen Regulationen beteiligt wie

  • Regulation von Wasser- und Elekrolythaushalt
  • Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts.

Außerdem ist die Niere ein endokrines Organ, die unter anderem das hormonähnliche Enzym Renin ausscheidet und damit entscheidend an der Blutdruckregulation im Körper beteiligt ist.

2 Anatomie

Beim Menschen liegen die Nieren unterhalb des Zwerchfells im Retroperitonealraum, haben eine Länge von 10-12 cm und eine Breite von 5-6 cm. Das Gewicht variiert zwischen 120-200 g. Jede Niere wird mit einer von der Aorta stammenden Arterie mit Blut versorgt.

2.1 Makroskopische Anatomie

Die einzelne Niere besteht aus 6-9 gleichartigen Einheiten, den so genannten Lobi renales, die man in Mark (Medulla) und Rinde (Cortex) gliedert. Die Form des Marks eines jeden Lobus liegt zwischen der einer Pyramide und eines Kegels und ragt mit seiner Spitze (Papille) in den Kelch des Nierenbeckens (Pelvis renalis).

Die Rinde bildet als etwa 1 cm breiter Streifen die Basis der Markpyramiden und füllt als Columnae renales den Raum zwischen den Pyramiden aus. Das Gewebe des Marks ragt in Form so genannter Markstrahlen in die Rinde. Das Rindengewebe um die Markstrahlen wird als Rindenlabyrinth bezeichnet.

2.2 Mikroskopische Anatomie

Die Niere besteht aus zahlreichen kleineren Einheiten, den Nephronen, in denen der Harn gebildet wird. Jede der menschlichen Nieren enthält 1-1,2 Mio Nephrone. Das Nephron selbst besteht aus Nierenkörperchen (Glomeruli) und einem Tubulusapparat.

2.3 Gefäßversorgung

Die arterielle Versorgung der Niere erfolgt über die Arteria renalis, den Abtransport venösen Blutes besorgt die Vena renalis.


3 Gefäßversorgung

Nierenarterien sind gleichzeitig Vasa privata (Nierenstoffwechsel) und Vasa publica (Klärfunktion). Je eine Arteria renalis sinistra und eine Arteria renalis dextra entspringen in Höhe LWK II aus der Aorta abdominalis. Die Arteria renalis dextra läuft dorsal der Vena cava inferior und ist etwas länger als die Arteria renalis sinistra. Am Hilum teilt sich die Arteria renalis in 5 Segmentarterien.

3.1 Äste der Arteria renalis

3.1.1 Intrarenale Nierengefäße

Die am Hilum eintretenden Segmentarterien geben Arteriae lobares ab, die zwischen zwei Pyramiden kapslewärts laufen. Die Arteriae lobares wiederum geben Arteriae arcuatae ab, die an der Pyramidenbasis laufen. Daraus entspringen Arteriae interlobulares, die die Arteriolae afferentes speisen. Diese laufen durch den Glomerulus bis zu den Arteriolae efferentes, die immernoch arterielles Blut führen. Erst in der Rinde wird das Blut über Kapillaren in die Venen geleitet.

3.1.2 Venöser Abfluss

Der venöse Abfluss erfolgt über

Sie treten am Hilum aus und münden in die Vena cava inferior. Die Vena renalis sinistra liegt vor der Aorta abdominalis. Zuflüsse zur Vena renalis sinistra sind:

4 Lymphabfluss

erfolgt in die Nll. lumbales um Aorta und Vena cava inferior in die Trunci lumbales

5 Innervation

sympathisch: Ganglion aorticorenalia, parasympathisch unklar.

6 Physiologie

In den Glomeruli wird der Primärharn filtriert, im Tubulusapparat wird der Harn mittels des Gegenstromprinzips aufkonzentriert.

Neben seiner Ausscheidungsfunktion ist die Niere auch der Produktionsort eines blutdrucksteigernden Hormons Renin und des Erythropoetins, das die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) reguliert.

Die Funktion der Niere kann an Hand der Urinmenge, der Urinkonzentration und der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Kalium) im Blut abgeschätzt werden.

Die genaue Leistung der Nieren wird über die Clearance ermittelt.

7 Untersuchungsmethoden der Niere

8 Krankheiten der Niere


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