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Niere: Unterschied zwischen den Versionen

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Zuflüsse zur Vena renalis sinistra sind:
 
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====Lymphabfluss====
 
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Version vom 10. März 2009, 16:54 Uhr

Synonyme: Ren (lateinisch), νεφρός ("Nephros") (griechisch)
Englisch: kidney

1 Definition

Die Niere ist ein paariges bohnenförmiges Organ, dessen Hauptaufgabe die Bildung des Harns (Filtration, Reabsorption und Konzentration) ist. Durch Sekretion und Reabsorption ist die Niere entscheidend an wichtigen systemischen Regulationen beteiligt wie

  • Regulation von Wasser- und Elektrolythaushalt
  • Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts.

Außerdem ist die Niere ein endokrines Organ, das unter anderem das hormonähnliche Enzym Renin ausscheidet und damit entscheidend an der Blutdruckregulation im Körper beteiligt ist.

2 Anatomie

2.1 Überblick

Beim Menschen liegen die Nieren unterhalb des Zwerchfells im Retroperitonealraum. Sie haben eine Länge von etwa 10-12 cm und eine Breite von 5-6 cm. Das Gewicht variiert ungefähr zwischen 120-200 g.

Die einzelne Niere besteht aus 6-9 gleichartigen Einheiten, den so genannten Lobi renales, die man in Mark (Medulla) und Rinde (Cortex) gliedert. Die Form des Marks eines jeden Lobus erinnert an einen Kegel bzw. eine Pyramide, weshalb man auch von den "Nierenpyramiden" oder "Markpyramiden" spricht. Die Spitze jeder Nierenpyramide ragt als Nierenpapille in die Nierenkelche. Auf der Nierenpapille erkennt man die feinen Mündungen der Ductus papillares, die so genannten Harnporen (Pori uriniferi). Die Nierenkelche formen in ihrer Gesamtheit wiederum das Nierenbecken (Pelvis renalis).

Die Rinde bildet als etwa 1 cm breiter Streifen die Basis der Markpyramiden und füllt als Columnae renales den Raum zwischen den Pyramiden aus. Das Gewebe des Marks ragt in Form so genannter Markstrahlen in die Rinde. Das Rindengewebe um die Markstrahlen wird als Rindenlabyrinth bezeichnet.

2.2 Gefäßversorgung

Die arterielle Versorgung der Nieren erfolgt über die beiden Arteriae renales, den Abtransport venösen Blutes besorgen die sie begleitenden Venae renales.

2.2.1 Arterien

Nierenarterien sind gleichzeitig Vasa privata (Nierenstoffwechsel) und Vasa publica (Klärfunktion). Je eine Arteria renalis sinistra und eine Arteria renalis dextra entspringen in Höhe von LWK II aus der Aorta abdominalis. Die Arteria renalis dextra läuft dorsal der Vena cava inferior und ist etwas länger als die Arteria renalis sinistra. Am Hilum teilt sich die Arteria renalis in 5 kleinere Segmentarterien.

2.2.1.1 Äste der Arteria renalis
2.2.1.2 Intrarenale Nierengefäße

Die am Hilum eintretenden Segmentarterien geben Arteriae lobares ab, die zwischen zwei Nierenpyramiden kapselwärts laufen. Die Arteriae lobares wiederum geben Bogenarterien (Arteriae arcuatae) ab, die an der Pyramidenbasis laufen. Daraus entspringen wiederum Arteriae interlobulares, die die Arteriolae afferentes speisen. Diese laufen durch die Nierenkörperchen (Glomeruli) bis zu den Arteriolae efferentes, die immer noch arterielles Blut führen. Erst in der Rinde wird das Blut über Kapillaren in die Venen geleitet.

2.2.2 Venen

Der venöse Abfluss erfolgt über die Vena renalis sinistra und die Vena renalis dextra. Sie treten am Hilum aus und münden in die Vena cava inferior. Die Vena renalis sinistra liegt vor der Aorta abdominalis. Zuflüsse zur Vena renalis sinistra sind:

2.2.3 Lymphabfluss

Der Lymphabfluss erfolgt in die Nll. lumbales um die Aorta und Vena cava inferior herum in die beiden Trunci lumbales.

2.3 Innervation

Die sympathische Innervation wird durch Fasern aus den Ganglia aorticorenalia besorgt, die als Plexus renalis die Nierenarterien umgeben. Die parasympathische Innervation wird zur Zeit (2009) nicht vollständig verstanden.

2.4 Topographie

Dorsal der Niere haben folgende Nerven Kontakt mit der Niere:

3 Histologie

Die Niere besteht aus zahlreichen kleineren Einheiten, den Nephronen, in denen der Harn gebildet wird. Jede der menschlichen Nieren enthält 1-1,2 Mio Nephrone. Das Nephron selbst besteht aus Nierenkörperchen (Glomeruli) und einem Tubulusapparat. Es lässt sich von proximal nach distal systematisch in folgende Abschnitte unterteilen:

Die geraden Stücke (Partes rectae) des proximalen und distalen Tubulus werden mit dem Intermediärtubulus zusammen als Henle-Schleife bezeichnet. Der distale Tubulus mündet schließlich in das Sammelrohr.

4 Physiologie

In den Glomeruli wird der Primärharn filtriert, im Tubulusapparat wird der Harn mittels des Gegenstromprinzips aufkonzentriert.

Neben seiner Ausscheidungsfunktion ist die Niere auch der Produktionsort eines blutdrucksteigernden Hormons Renin und des Erythropoetins, das die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) reguliert.

Die Funktion der Niere kann an Hand der Urinmenge, der Urinkonzentration und der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Kalium) im Blut abgeschätzt werden.

Die genaue Leistung der Nieren wird über die Clearance ermittelt.

5 Klinik

5.1 Diagnostik

Die Morphologie und Funktion der Nieren kann durch zahlreiche diagnostische Methoden überprüft werden, z.B.:

5.2 Erkrankungen

Zu den Erkrankungen der Niere zählen unter anderem:

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