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Niedriggradiges Astrozytom

Version vom 20. Februar 2005, 03:25 Uhr von Agnes Christine Podlewski (Diskussion | Beiträge)

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englisch: low grade astrocytoma
Definition
Astrozytome gehören zu den niedrigmalignen Gliomen, WHO-Grad I-II und sind häufige cerebrale Neoplasien.

1 Ätiologie

Alle Astrozytome entstehen durch pathologische Vermehrung von veränderten Astrozyten. Als genetische Alteration lässt sich in > 25 % der Fälle eine Mutation von p53-Gen nachweisen.

2 Epidemiologie

Diese Neoplasien machen 15 % aller Astrozytome aus, das Hauptmanifestationsalter hat eine Spitze um das 30 Lebensjahr. Männer erkranken häufiger als Frauen.

3 Pathophysiologie

Die Symptomatik kommt v.a. durch Kompression benachbarter Strukturen zustande. Je maligner der Tumor, desto ausgeprägter ist die Reaktion des umgebenden Parenchyms in Form eines perifokalen Ödems, das ausgeprägt raumfordernd wirkt. Bei Blutung oder Verlegung des Liquorabflusses können noch Symptome eines Schlaganfalls oder Hydrozephalus hinzukommen.

4 Lokalisation

Diffus infiltrierende Astrozytome, Grad I bis II sind hauptsächlich in der weißen Substanz des Frontallappens angesiedelt., können jedoch im gesamten Gehirn vorkommen.

5 Morphologie und Histologie

Es handelt sich um gut differenzierte Neoplasien vom niedrigen Malignitätsgrad mit überwiegend fibrillärer und vereinzelt zystischer Komponente. Makroskopisch erscheint der Tumor homogen gräulich mit einer unscharfen Grenze zur weißen Substanz. Es gibt keine Mitosen, wenig Einblutungen und ein gering ausgeprägtes perifokales Ödem. 15 % der Tumoren weisen Verkalkungen auf. Der Unterschied zur reaktiven Gliose ist das Fehlen eines regelmäßigen Musters sowie die Überschreitung der Grenze zwischen weißer und grauer Substanz, Mikrozysten und –Verkalkungen, sowie eine gesteigerter Anzahl von Kernatypien und pleomorphen Zellen.

6 Symptomatik

Die Symptomatik richtet sich nach der Lokalisation.

7 bildgebende Diagnostik

Alle Astrozytome lassen sich hervorragend durch die MRT darstellen, Kalzifikationen und Verkalkungen stellen sich ausschließlich im CT dar. Zusammen mit der Lokalisation, den radiologischen tumorspezifischen Besonderheiten und dem Erkrankungsalter lässt sich bereits eine Verdachtsdiagnose stellen. Die Diagnose kann histologisch entweder durch Biopsie oder durch histopathologische Untersuchung des während der Tumorextirpation gewonnenen Gewebes abgesichert werden. Niedrigmaligne diffus infiltrierende Astrozytome erscheinen im CT hypodens mit ggf. hyperdensen Verkalkungen, sie reichern wenig Kontrastmittel an. Zystische Transformationen kommen vereinzelt vor.

8 Therapie und Besonderheiten

Eine möglichst vollständige Entfernung verbessert die Prognose, ggf. kann das Tumorbett nachbestrahlt werden. Bei Inoperabilität kann eine Gamma-knife-Behandlung vorgenommen werden.

9 Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt nach totaler Entfernung und Radiatio 70 %, fällt bei subtotaler Resektion jedoch schon auf nur 38 %. Die mediane Überlebenszeit beträgt 8,2 Jahre. In 50 % der Tumoren findet eine Progression zu einem höheren Malignitätsgrad statt.

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Fachgebiete: Neurochirurgie, Neurologie

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Februar 2005 um 14:13 Uhr bearbeitet.

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