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Neuroleptikum: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Nebenwirkungen sind abhängig von der jeweiligen Substanzklasse. Unter anderem umfassen sie [[Tardive Dyskinesie|irreversible Bewegungsstörungen]], [[Apathie]], [[Krampfanfall|Krampfanfälle]], teilweise massive Gewichtszunahme und Sprachverarmung.
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==Rechtliches==
 
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Durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im März 2011 ist die bis dahin übliche Zwangsbehandlung mit Neuroleptika im Maßregelvollzug und in geschlossenen Psychiatrien in Deutschland in weiten Teilen illegal geworden.
 
Durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im März 2011 ist die bis dahin übliche Zwangsbehandlung mit Neuroleptika im Maßregelvollzug und in geschlossenen Psychiatrien in Deutschland in weiten Teilen illegal geworden.
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[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
 
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]

Version vom 20. März 2012, 20:18 Uhr

Synonym: Antipsychotikum
Englisch: major tranquilizers, neuroleptic drugs

1 Definition

Neuroleptika sind Arzneistoffe, die psychotrope (z.B. antipsychotische, antiautistische, sedierende), neurologische (vor allem extrapyramidalmotorische), sowie andere (z.B. endokrine, kardiale, metabolische) Wirkungen und Nebenwirkungen hervorrufen. Die einzelnen Wirkkomponenten können bei verschiedenen Wirkstoffen erheblich variieren.

2 Indikation und Wirkung

Neuroleptika sind indiziert bei manischen Psychosen, Schizophrenie, psychomotorischen Erregungszuständen, chronischen Schmerzen (adjuvant), als Prämedikation, bei Neuroleptanalgesie und -anästhesie oder auch als Antiemetika.

Neuroleptika wirken über eine Blockade von zentralen Rezeptoren: dazu gehören Dopamin-Rezeptoren (v.a. D2-Rezeptor), m-Cholinorezeptoren, a-Adrenozeptoren, Histamin-Rezeptoren und Serotonin-Rezeptoren.

3 Unterteilung

Man unterscheidet folgende Typen von Neuroleptika:

3.1 Trizyklische Neuroleptika

Es handelt sich um die Gruppe der Phenothiazine mit schwach antipsychotischer Wirkung. Dazu zählen z.B.:

sowie die stärker antipsychotisch wirksame Derivate, wie

Eine weitere Unterklasse der klassischen trizyklischen Neuroleptika sind die Thioxanthenderivate, wie

3.2 Butyrophenone

Diese verfügen über eine stark antipsychotische Wirkung. Dazu gehören z.B:

sowie die minderpotenten Derivate

3.3 Diphenylbutylpiperidine

Eine strukturchemisch sowie pharmakologisch mit den Butyrophenonen verwandte Gruppe der Neuroleptika sind die Diphenylbutylpiperidine. Sie verfügen über eine stark ausgeprägte und lange anhaltende antipsychotische Wirksamkeit, sowie in der Regel nur geringfügige sedierende Wirkungen. Hierzu zählen drei Wirkstoffe:

3.4 Dibenzepine

Die Dibenzepine besitzen eine dreidimensionale Molekülstruktur, die von den klassischen trizyklischen Neuroleptika abweicht. Zu dieser Gruppe gehören:

3.5 Benzisoxazol-, Benzisothiazol- und Indol-Derivate

3.6 Benzamide

Beachte: Je ausgeprägter die antipsychotische Potenz ist, desto geringer ist die sedative Wirkung in vergleichbaren Dosierungen.

4 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind abhängig von der jeweiligen Substanzklasse. Unter anderem umfassen sie irreversible Bewegungsstörungen, Apathie, Krampfanfälle, teilweise massive Gewichtszunahme und Sprachverarmung.

Die Behandlung mit Neuroleptika führt auch zu einer dosis- und zeitabhängigen Veränderung der Gehirnstruktur und einer Verringerung des Volumens verschiedener Strukturen des Gehirns und der Hirnrinde[1]. Auch die Fähigkeit Probleme zu Lösen und zu Lernen wird negativ beeinflusst [2] [3]. Antipsychotika werden überdies mit der Entstehung von Diabetes und Hypophysentumoren in Verbindung gebracht[4].

5 Rechtliches

Durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im März 2011 ist die bis dahin übliche Zwangsbehandlung mit Neuroleptika im Maßregelvollzug und in geschlossenen Psychiatrien in Deutschland in weiten Teilen illegal geworden.

6 Quellen

  1. Puri BK. (2011). "Brain tissue changes and antipsychotic medication.". Expert Rev Neurother.. PMID 21721911. 
  2. Wasserman JI, Barry RJ, Bradford L, Delva NJ, Beninger RJ. (2012). "Probabilistic classification and gambling in patients with schizophrenia receiving medication: comparison of risperidone, olanzapine, clozapine and typical antipsychotics.". Psychopharmacology (Berl).. PMID 22237855. 
  3. Harris MS, Wiseman CL, Reilly JL, Keshavan MS, Sweeney JA. (2009). "Effects of risperidone on procedural learning in antipsychotic-naive first-episode schizophrenia.". Neuropsychopharmacology... PMID 18536701. 
  4. Wasserman JI, Barry RJ, Bradford L, Delva NJ, Beninger RJ. (2006). "Atypical antipsychotics and pituitary tumors: a pharmacovigilance study.". Pharmacotherapy. PMID 16716128. 

Fachgebiete: Pharmakologie

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