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Neuritis nervi optici

Version vom 12. August 2009, 12:29 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Abk.: NNO
Synonym: Optikusneuritis, Opticusneuritis, Intrabulbärneuritis (s.u.), Retrobulbärneuritis (s.u.)

1 Definition

Die Neuritis nervi optici ist eine Entzündung des Nervus opticus.

2 Epidemiologie

Die Erstmanifestation erfolgt in der Regel zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

3 Ätiologie

Der Pathomechanismus der Opticusneuritis ist weitestgehend unbekannt. In vielen Fällen liegt eine autoimmune Genese mit bilateralere Ausprägung in Folge autoimmuner Systemerkrankungen vor. In 20-30% der Erkrankungsfälle stellt die Opticusneuritis eine Erstmanifestation der Multiplen Sklerose dar. Weitere ursächliche Autoimmunerkrankungen sind:

Ein bilateraler Befall kann zudem im Rahmen

oder

auftreten

Unilaterale Ausprägungen entstehen zumeist durch Ausweitung lokaler Entzündungen (Retinitis, Uveitis, Sinusitis) bedingt sein.

4 Einteilung der Opticusneuritis

Gemäß der Lokalisation der Entzündung erfolgt die Differenzierung in

5 Klinik

Leitsymptome der Opticusneuritis sind Sehstörungen (Visusverminderung, in schweren Fällen Erblindung, Zentrozökalskotom) und Schmerzen, die insbesondere bei Blickbewegungen auftreten.

6 Diagnostik

Die Diagnostik der Opticusneuritis umfasst die ophthalmologische als auch die neurologische Begutachtung des Patienten.

Anamnestisch sollten neben der Symptomatik insbesondere die Krankengeschichte, reglemäßig eingenommene Medikamnete oder hinweisgebende Symptome auf eine neurologische Grunderkrankung erhoben werden. Eine umfassende Labordiagnostik kann in unklaren Fällen hinweisgebend auf die Grunderkrankung sein.

7 ophthalmologische Untersuchung

Die ophthalmologische Untersuchung umfasst die Befundung des Visusverlustes und die Palpation des zumeist druckdolenten Augapfels. Der funduskopische Befund ist meist normgerecht, in Fällen eines intrabulbären Prozesses (Papillitis) findet sich ggf. ein Papillenödem.

8 neurologische Untersuchung

Bei unklarer Genese und Verdacht einer neurologischen Ursache ist neben einer neurologischen Grunduntersuchung eine Lumbalpunktion und Liquordiagnostik indiziert. Bei retrobulbärer Lokalisation sollte zur Quantifizierung der Störung eine Funktionsprüfung des Nervus opticus mittels visuell evozierter kortikaler Potentiale (VECP) erfolgen.

9 Therapie und Prognose

Die Therapie der Opticusneurose erfolgt mittels intravenöser Glukokortikoidgabe (Prednisolon). Ursachenabhängig ist eine zusätzliche antibiotische oder antivirale Therapie erforderlich.

Die Prognose der Opticusneuritis ist gut. Meist remittiert sie spontan innerhalb weniger Wochen.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. Juni 2018 um 17:55 Uhr bearbeitet.

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