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Nervus infraorbitalis (Veterinärmedizin)

Version vom 5. Dezember 2020, 08:48 Uhr von Mag.med.vet. Patrick Messner (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Infraorbitalnerv
Englisch: infraorbital nerve

1 Definition

Der Nervus infraorbitalis ist ein sensibler und sensorischer Nerv, der als die direkte Fortsetzung des Nervus maxillaris (V2) angesehen werden kann und am Kopf aller Haussäugetiere ausgebildet ist.

2 Anatomie

Der Nervus maxillaris verlässt, zusammen mit dem Nervus ophthalmicus, über die Fissura orbitalis bzw. das Foramen orbitorotundum die Schädelhöhle. Anschließent zieht er ventral der Augenhöhle zur Fossa pterygopalatina. In diesem Bereich teilt sich der kräftige Nervus maxillaris in seine drei Äste auf:

2.1 Verlauf

Der kräftige Nervus infraorbitalis durchzieht in geradem Verlauf die Fossa pterygopalatina, um dann durch das Foramen maxillare in den Canalis orbitalis zu gelangen. Diesen Kanal wiederum verlässt er durch das Foramen infraorbitale, um sich anschließend büschelartig in seine Endäste aufzuteilen.

2.2 Äste

Noch während des Verlaufs des Nervus infraorbitalis in der Fossa pterygopalatina zweigen Rami alveolares superiores caudales ab, die am kaudalen Ende der Maxilla in kleine Foramina alveolaria eintreten. Durch diese Öffnungen treten die Nerven an die Wurzeln der kaudalen Backenzähne heran, um sie zu innervieren. Die restlichen Molaren und kaudalen Prämolaren sowie die Schleimhaut des Sinus maxillaris werden von den Rami alveolares superiores medii versorgt, die innerhalb des Canalis infraorbitalis vom Nervus infraorbitalis abgehen. Kurz bevor der Nervus infraorbitalis aus dem Foramen infraorbitale austritt, zweigen von ihm Rami alveolares superiores rostrales ab. Diese Äste durchlaufen den engen Canalis alveolaris und gelangen so zu den Alveolen des Eckzahns und der Schneidezähne.

Die Alveolaräste des Nervus infraorbitalis bilden über den Zahnwurzeln innerhalb des Knochens den Plexus dentalis. Dieses Nervengeflecht entlässt einerseits Rami dentales an die Zahnwurzeln und andererseits Rami gingivales an das Zahnfleisch.

2.3 Endaufzweigung

Die Endaufzweigungen des Nervus infraorbitalis werden während zum größten Teil von der Gesichtsmuskulatur überdeckt.

Die abzweigenden Rami nasales externi biegen stirnwärts ab, um dort vor allem die Haut des Nasenrückens und beim Pferd zusätzlich noch die Nasentrompete zu versorgen. Die Rami nasales interni ziehen in Richtung Nasenloch sowie zur Oberlippe, um dann mit mehreren Zweigen in die Nasenhöhle einzutreten. Dort innervieren sie die Schleimhaut des Nasenvorhofs und das rostrale Ende der ventralen Nasenmuschel. Die kräftigen und reich verzweigten Rami labiales superiores verbinden sich während ihres Verlaufs mit dem Ramus buccalis dorsalis des Nervus facialis, durchdringen die Lippenmuskulatur und verteilen sich in der Haut der Oberlippe bis zum Mundwinkel, wo sie auch feine Nervenfasern an die Tasthaare abgeben.

3 Literatur

  • Salomon FV, Geyer H, Uwe G. 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1
  • Nickel R, Schummer A, Seiferle E. 2003. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere, Band IV: Nervensystem. 4., unveränderte Auflage. Stuttgart: Parey in MSV Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4150-2

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Dezember 2020 um 14:41 Uhr bearbeitet.

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