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Nephron

Version vom 2. Oktober 2017, 10:24 Uhr von Robin Seidel (Diskussion | Beiträge)

Englisch: nephron

1 Definition

Das Nephron ist die kleinste Funktionseinheit der Niere. Es besteht aus dem Nierenkörperchen und dem daran angeschlossenen Tubulussystem. Das Nierenkörperchen besteht seinerseits wiederum aus dem Glomerulus und der Bowman-Kapsel.

Im Nephron werden der Primärharn filtriert und anschließend verschiedene Substanzen rückresorbiert bzw. sezerniert, bevor schließlich der Endharn ausgeschieden wird.

Jede Niere besteht aus etwa 1.000.000 Nephronen, die Schwankungsbreite der Nephronenanzahl ist jedoch sehr groß, da sie mit dem Geburtsgewicht korreliert. Eine niedrige Nephronenanzahl birgt ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen und Hypertension.

2 Systematik

2.1 Aufbau

Ein einzelnes Nephron lässt sich von proximal nach distal systematisch in folgende Abschnitte unterteilen:

Die geraden Stücke (Partes rectae) des proximalen und distalen Tubulus werden mit dem Intermediärtubulus zusammen als Henle-Schleife bezeichnet. Der distale Tubulus mündet schließlich in das Sammelrohr.

2.2 Topographie

Man unterscheidet je nach topographischer Lokalisation der Nephrone im Rindenlabyrinth in:

3 Passage des Harns

3.1 Filtration

Das Blut des Körpers wird permanent durch die Nieren geleitet. Dabei durchläuft das gesamte die Nieren durchfließende Blut die Nephrone, in denen beim Gesunden etwa ein Fünftel des Plasmavolumens als Primärharn filtriert werden.

Dies entspricht etwa einer Filtration von 120 ml pro Minute (beide Nieren zusammen). Größere Blutbestandteile wie Zellen oder große Proteinkomplexe werden nicht filtriert. Sie werden von der Bowman-Kapsel abgehalten, welche den Glomerulus umgibt und nur Plasmabestandteile bis zu einer bestimmten Molekulargröße hindurchlässt. Die Bowman-Kapsel wird von den Podozyten (Deckzellen) gebildet.

Physiologie des Nephrons

3.2 Resorption und Sezernierung

Nach der Filtration im Glomerulus beginnt die Passage des Harns durch das Tubulussystem. Hier werden bestimmte Stoffe aus dem Harn wieder resorbiert (z.B. Glukose) und andere erst hier sezerniert (z.B. Ammoniak). Das Flüssigkeitsvolumen wird im Tubulussystem auf einen geringen Anteil reduziert und Wasser zu mehr als 99% rückresorbiert. Diese Werte können jedoch (z.B. bei unterschiedlicher Flüssigkeitszufuhr) stark variieren. Der Endharn (etwa 1 ml pro Minute) wird schließlich über die Harnleiter zur Blase geleitet.

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