Natrium-Kalium-ATPase

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Synonyme: Natrium-Kalium-Pumpe, Natrium-Kalium-Ionenpumpe, 3 Na+/2 K+-ATPase, Na-K-ATPase

1 Definition

Die Natrium-Kalium-ATPase ist ein Enzym aus der Klasse der Transmembranproteine, das in der Zellmembran verankert ist. Es katalysiert unter Hydrolyse von Adenosintriphosphat (ATP) den aktiven Transport (d.h. gegen den Konzentrationsgradienten) von 3 Natriumionen aus der Zelle und 2 Kaliumionen in die Zelle und fungiert somit als Antiporter.

2 Aufbau

Das Enzym besteht aus jeweils zwei α- und β-Untereinheiten, die gemeinsam als α2β2-Tetramer in der Membran liegen. Die α-Untereinheiten ragen größtenteils in das Zytosol, die β-Untereinheiten durchspannen die ganze Plasmamembran. Während der Enzymreifung dienen die β-Untereinheiten als Chaperone der α-Untereinheiten und überwachen die korrekte Faltung der mindestens acht transmembranären Domänen. Bindungsstellen präsentieren die α-Untereinheiten nach extrazellulär hin für Herzglykoside, nach intrazellulär für ATP.

3 Funktion

Pro Zyklus werden drei Na+-Ionen gegen den Konzentrationsgradienten aus der Zelle heraus und zwei K+-Ionen hinein gepumpt. Effektiv handelt es sich um die Entfernung eines positiven Ladungsträgers aus dem Zytosol der Zelle pro Zyklus. Pro Sekunde kann dieser Zyklus bis zu 300 mal ablaufen.

3.1 Zyklus

  1. Der Antiporter befindet sich im nach extrazellulär hin geschlossenen, aktivierbaren Zustand.
  2. Drei Na+-Ionen lagern sich nach Diffusion an Bindungsstellen der α-Einheit aus dem Zytosol kommend an.
  3. Die ATP-Bindungsstelle wird durch Konformitätsänderung aktiv.
  4. ADP wird vom Phosphatrest abgespalten. Der Phosphatrest verbleibt in der Bindungsstelle.
  5. Die frei gewordene Energie führt zu einer Konformitätsänderung des Antiporters: Er ist nach intrazellulär geschlossen, nach extrazellulär offen.
  6. Die Na+-Ionen diffundieren aus den Bindungsstellen in den Interzellulärraum, nach dem der Antiporter durch die Konformitätsänderung seine Affinität zu Natrium verloren hat.
  7. Zwei K+-Ionen diffundieren an die passenden Bindungsstellen und führen durch die Bindung zu einer weiteren Konformitätsänderung.
  8. Der Antiporter ist wieder nach Außen hin geschlossen und nach Innen hin geöffnet.
  9. Die K+-Ionen sowie der Phosphatrest verlassen den Antiporter.
  10. Das Enzym steht wieder in seiner Ausgangsstellung bereit.

4 Pharmakologie

4.1 Hemmung

Die Natrium-Kalium-ATPase kann durch bestimmte Substanzen gehemmt werden, z.B. durch

Eine Hemmung der Natrium-Kalium-Pumpe fördert die Entstehung einer Hyperkaliämie.

4.2 Stimulation

Umgekehrt kann pharmakologisch auch eine Stimulation der Pumpe erreicht werden, z.B. durch

Eine Stimulation der Natrium-Kalium-Pumpe fördert eine Hypokaliämie. Dies ist u.a. der Grund, warum bei der Therapie eines ketoazidotischen Komas die Insulingabe unter strikter Kontrolle des Serumkaliums erfolgen muss, um eine Hypokaliämie zu verhindern.

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Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Natrium-Kalium-ATPase

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