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Narbe

Version vom 13. Juni 2017, 19:21 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Cicatrix (lateinisch)
Englisch: scar

1 Definition

Unter einer Narbe versteht man in der Medizin ein faserreiches Ersatzgewebe, das im Rahmen der Wundheilung von aktiven Bindegewebszellen (Fibroblasten) gebildet wird. Der Prozess der Entstehung einer Narbe wird Narbenbildung oder Vernarbung genannt. Das zugehörige Adjektiv heißt narbig.

Der Begriff "Narbe" wird manchmal im übertragenen Sinn verwendet, z.B. bezeichnet man IgG-Antikörper nach einer überstandenen Infektion als "Serumnarbe".

2 Physiologie

Die Narbe stellt den vorläufigen Endzustand der erfolgreichen Wundheilung dar. Sie ist ein Ersatz für Substanzverluste des Ursprungsgewebes, der jedoch nicht dessen Gewebeeigenschaften besitzt. Eine Narbe geht also immer mit einem Funktionsverlust einher.

Bei Narbengewebe handelt sich jedoch nicht um ein statisches Gewebe - die Narbe unterliegt typischen Umbauvorgängen, die man als "Narbenreifung" bezeichnet. Zunächst kommt es zu einer schnellen Vermehrung der Kollagenfasern, später zu ihrer allmählichen Kontraktion, die zu einer Volumenreduktion der Narbe führt. Diesen Prozess bezeichnet man als Narbenschrumpfung. Parallel wird die Dichte der Blutgefäße im Narbengewebe reduziert, was zu einer Abblassung der Narbe führt. Der vollständige Umbau des Gewebes kann Monate bis Jahre dauern (Maturation).

Der genaue Ablauf der Narbenbldung und -reifung ist unter anderem abhängig von der Verletzungsart, der Belastung der Narbe, der Körperregion, der genetischen Disposition sowie von der Ethnie und vom Hauttyp. Eine stärkere Vernarbung wird z.B. durch eine Kontamination der Narbe sowie durch Zugbelastungen in der Frühphase der Narbenbildung induziert.

3 Ursachen

Narben entstehen meist ungewollt durch unterschiedliche Ursachen, z.B. durch

Sie werden aber auch - ähnlich wie Tattoos - absichtlich aus kosmetischen Gründen erzeugt.

4 Klinisches Bild

Das klinische Bild einer Narbe ist abhängig von der Körperregion und der Art der Verletzung sowie von den Bedingungen und vom Stadium der Wundheilung. Man unterscheidet:

  • Atrophe Narben: Sie sind blass bis weisslich. Bei kleinen, oberflächlichen Gewebedefekten sind sie nur leicht eingesunken (z.B. nach Schürfwunden), bei größeren Gewebedefekten liegen sie tief im Umgebungsgewebe (z.B. nach einem Abszess).
  • Hypertrophe Narben: Sie sind rot und erhaben. Sie kommen beispielsweise nach Verbrennungen oder Verätzungen vor. In bestimmten Körperregionen, wie der vorderen Schweißrinne treten hypertrophe Narben häufiger auf. Greift das Gewebewachstum der Narbe über den Bereich der eigentlichen Verletzung hinaus, spricht man von einem Keloid.

Hypertrophe Narben können im Lauf der Narbenreifung in atrophe Narben übergehen. Durch die abnehmende Vaskularisation und das Fehlen von Melanin wandelt sich die anfangs rote Färbung der Narbe in weiße Blässe. Die Narbe wird im optimalen Fall allmählich flacher, weicher und farbloser. Eine Einwanderung von Melanozyten mit entsprechender Pigmentierung ist möglich.

Nach tiefen Schürfwunden mit Schmutzeinsprengungen bleiben auch fleckige Narbenverfärbungen zurück.

5 Spezielle Narben

6 Komplikationen

7 Therapie

Die Narbenbildung ist ein pyhsiologischer Prozess, der in der Regel keiner medizinischen Unterstützung bedarf. Hypertrophe Narben oder Narben, die funktionelle Einschränkungen auslösen, sind jedoch behandlungsbedürftig. Mögliche Maßnahmen sind.

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Oktober 2017 um 17:17 Uhr bearbeitet.

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