Vom 12. bis 28. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
Bearbeiten

Zur Zeit steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren, Wir sind gen Süden gefahren und machen eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 12. bis 27. Juni 2021 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 28. Juni könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben. Unser Tipp: Genießt die Sonne! Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr frisch erholt wiederkommt! Bis bald Euer Flexikon-Team

Nahtmaterial

Version vom 22. Oktober 2020, 15:14 Uhr von Hoda Rezaie (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Faden

1 Definition

Nahtmaterial dient in der Chirurgie dem Verschluss von Wunden, sei es als Folge von Unfällen oder im Rahmen chirurgischer Eingriffe. Es wird umgangssprachlich auch als Faden bezeichnet.

2 Eigenschaften

Nahtmaterialien werden so produziert, dass sie möglichst optimal auf den Gewebetyp abgestimmt sind, bei dem sie eingesetzt werden.

2.1 Oberflächenbeschaffenheit

Die Oberfläche des Nahtmaterials bestimmt die Gleiteigenschaften des Fadens. Je geringer der Widerstand, umso geringer das Gewebetrauma beim Gleiten.

  • Nahtmaterial mit rauer Oberfläche gleitet träger im Gewebe und hinterlässt größere Schäden. Im Gegensatz zu glattem Fadenmaterial verfügt es über einen Saugeffekt und besitzt eine größere Knotensicherheit.
  • Glattes Nahtmaterial erzeugt eine bessere Spannung und eignet sich besser für eine exakte Apposition der Wundränder. Es besitzt jedoch eine deutlich geringere Knotensicherheit.

2.2 Kapillarität

Je filamentöser ein Nahtmaterial ist, desto größer die Kapillarkräfte, die Flüssigkeit und Mikroorganismen aufsaugen. Geflochtenes Nahtmaterial eignet sich daher nicht für infizierte oder kontaminierte Wunden.

2.3 Zugfestigkeit

Die Zugfestigkeit legt fest, welche Krafteinwirkung Nahtmaterial aufnehmen kann, ohne zu zerreißen. Geflochtenes Nahtmaterial kann höhere Kräfte tolerieren als monofile Fäden.

3 Einteilung

Nahtmaterial kann nach mehreren Aspekte unterteilt werden, beispielweise in resorbierbares und nicht-resorbierbares Nahtmaterial, in Monofilamente, Polyfilamente und Pseudopolyfilamente, sowie in synthetisches und natürliches Nahtmaterial.

3.1 Resorbierbares Nahtmaterial

Synthetisches Nahtmaterial wird über Hydrolyse resorptiert. Die resorbierbaren Nahtmaterialien werden nochmal anhand der Halbwertszeit, hier Resorptionszeit genannt, unterschieden. Die Resorptionszeit gibt den Zeitraum an, innerhalb welcher das Nahtmaterial die Hälfte seiner Reißfestigkeit verliert.

  • Monofilamente: Polydioxanon (Resorptionszeit ca. 5 Wochen, vollständige Auflösung nach ca. 27 Wochen), Poliglecapron (Resorptionszeit ca. 1-2 Wochen, Auflösezeit ca. 15 Wochen), Polyglykonat
  • Polyfilamente: Polyglykolsäure (Resorptionszeit ca. 2 Wochen, Auflösezeit ca. 5 Wochen), Chrom-Catgut (Auflösezeit ca. 6 Wochen), Polyglactin

3.2 Nicht-resorbierbares Nahtmaterial

Nicht-resorbierbares Nahtmaterial behält seine Zugfestigkeit für ca. 60 Tage, spezielle Indikationen für den Einsatz bei Abdomen und Thorax.

  • Monofilamente: geringe Dochtwirkung, Draht, Polyamid-Nylon, Polypropylen (Beste Variante von allen, gute Knotenfestigkeit, Spannung erhalten)
  • Polyfilamente: Stahl, Seide, Baumwolle, Polyamid-Nylon, Caprolactam, Polyester

4 Anwendung

Der Faden liegt entweder schon verknüpft als verpackte Nadel-Faden-Kombination vor oder wird als separater Faden in eine spezielle Öse einer Nadel eingeführt.

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Oktober 2020 um 15:14 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

10 Wertungen (3.6 ø)

38.017 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: