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NMDA-Rezeptor: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''NMDA-Rezeptoren''' gehören zu den [[ionotrop]]en [[Glutamat]]-Rezeptoren und kommen vor allem im [[Zentralnervensystem]] (v.a. Hippocampus und Großhirn) vor. Sie sind nach dem ebenfalls wirksamen selektiven Agonisten '''N'''-'''M'''ethyl-'''D'''-'''A'''spartat benannt.
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'''NMDA-Rezeptoren''' gehören zu den [[ionotroper Gutamatrezeptor|ionotropen Glutamatrezeptoren]] (iGluRs) und kommen vor allem im [[Zentralnervensystem]] (v.a. [[Hippocampus]] und [[Großhirn]]) vor. Sie sind nach dem ebenfalls wirksamen selektiven Agonisten '''N'''-'''M'''ethyl-'''D'''-'''A'''spartat benannt.
  
NMDA-Rezeptoren werden durch extrazelluläre [[Magnesium]]-Ionen geblockt und durch [[Kalzium]]bindung aktiviert. Man schreibt ihnen eine Funktion bei der Bildung von [[Gedächtnis]] über die sogenannte [[Long Term Potentiation]] (LTP) im Gehirn zu.
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NMDA-Rezeptoren werden durch [[extrazellulär]]e [[Magnesium]][[ion]]en geblockt und durch [[Glutamat]]bindung aktiviert. Man schreibt ihnen eine Funktion bei der Bildung von [[Gedächtnis]]inhalten über die sogenannte [[LTP|Long Term Potentiation]] (LTP) im [[Gehirn]] zu.
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NMDA-Rezeptoren sind [[Tetramer]]e aus verschiedenen Untereinheiten, die als [[GluN1]] (GRIN1), [[GluN2]] (GRIN2) und [[GluN3]] (GRIN3) bezeichnet werden. Typischerweise besteht der Rezeptor aus 2 GluN1- und 2 GluN2-Untereinheiten.
  
 
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NMDA-Rezeptoren wirken als Koinzidenzdetektoren. Nach einer Vordepolarisation kommt es zur Erhöhung der intrazellulären Calciumkonzentration, was wiederum neuroplastische Veränderungen (LTP) auslöst:
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NMDA-Rezeptoren wirken als Koinzidenzdetektoren. Nach einer Vordepolarisation kommt es zur Erhöhung der [[intrazellulär]]en Kalziumkonzentration, was wiederum neuroplastische Veränderungen (LTP) auslöst.
  
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* bindet an [[Calmodulin]] und [[Phosphorylierung|phosphoryliert]] über die [[Kalzium-Calmodulin-Kinase]] die [[AMPA-Rezeptor]]en, sodass ihre Aktivierung gesteigert wird.
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* aktiviert den Botenstoff [[NO]], der an der [[Präsynapse]] eine erhöhte [[Glutamat]]freisetzung auslöst.
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* aktiviert die [[Adenylatcyclase]], die [[ATP]] in [[cAMP]] umwandelt. In einer weiteren [[Signalkaskade]] wird dann die [[cAMP-abhängige Kinase]] aktiviert, welche wiederum die mitogenaktivierte Kinase aktiviert, wodurch die Phosphorylierung von [[Transkriptionsfaktor]]en  ([[cAMP-Responsive-Binding-Elements]], CREB) stattfindet. Dadurch kommt es zu einer [[de novo|de-novo-Biosynthese]] von weiteren AMPA-Rezeptoren in die [[Postsynapse]] und zusätzlich zur Neubildung von [[Synapse]]n.
  
-bindet an Calmodulin und phosphoryliert über die CalciumCalmodulinKinase die AMPA-Rezeptoren, sodass ihre Aktivierung gesteigert wird.
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==Klinische Bedeutung==
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NMDA-Rezeptoren sind in der [[Anästhesiologie]] von Bedeutung, da sie durch die Bindung von [[Ketamin]], [[Lachgas]] oder [[Xenon]] blockiert werden und zu einer ausgeprägten [[Analgesie]] führen können. Ketamin führt darüber hinaus zu einem [[hypnotisch]]en Zustand im Sinne von [[Bewusstlosigkeit]]. Dieser weist die Besonderheit auf, dass selbst bei hohen Dosen noch [[sensorisch]]e Reize das [[Großhirn]] erreichen - im Gegensatz zu den [[hypnotisch]]en Wirkungen, die über den [[GABA-A-Rezeptor]] vermittelt werden. Des Weiteren können NMDA-Rezeptoren durch bestimmte [[Medikament]]e wie [[Acamprosat]] gehemmt werden, was zur Rückfallprophylaxe bei [[Sucht]]kranken dienen kann.  
  
-aktiviert den Botenstoff NO, der an der Präsynapse eine erhöhte Glutamatfreisetzung auslöst
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NMDA-Rezeptoren spielen zunehmend auch in der [[Neurologie]] bei der Therapie des [[Morbus Parkinson]] eine Rolle. [[NMDA-Antagonist|NMDA-Rezeptor-Antagonisten]] wie das [[Amantadin]] haben zwar in der [[Langzeittherapie]] durch einen Wirkungsverlust nach einigen Monaten keine Bedeutung, stellen aber bei der [[Akinetische Krise|akinetischen Krise]] das Mittel der Wahl dar und werden [[i.v.]] appliziert.
 
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[[Fachgebiet:Anästhesiologie]]
-aktiviert die Adenylatcyclase, die ATP in cAMP umwandelt. In einer Weiteren Signalkaskade wird sodann die cAMP-abhängige Kinase aktiviert, welche die Mitogenaktivierte Kinase wiederum aktiviert, wodurch die Phosphorylierung von Transkriptionsfaktoren  = CREB ( cAMP-Responsive-Binding-Elements) stattfindet. Dadurch kommt es zu einer Denovobiosynthese von weiteren AMPA-Rezeptoren in die Postsynapse und zusätzlicher zur Neubildung von Synapsen.
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==Klinische Bedeutung==
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NMDA-Rezeptoren sind in der [[Anästhesiologie]] von Bedeutung, da sie durch die Bindung von [[Ketamin]], [[Lachgas]] oder [[Xenon]] blockiert werden und zu einer ausgeprägten [[Analgesie]] führen. Ketamin führt darüber hinaus zu einem [[hypnotisch]]en Zustand im Sinne von [[Bewusstlosigkeit]]. Dieser weist die Besonderheit auf, dass selbst bei hohen Dosen noch [[sensorisch]]e Reize das [[Großhirn]] erreichen - im Gegensatz zu den hypnotischen Wirkungen, die über den [[GABA-A-Rezeptor]] vermittelt werden. Des Weiteren können NMDA-Rezeptoren durch bestimmte Medikamente wie [[Acamprosat]] gehemmt werden, was zur Rückfallprophylaxe bei Suchtkranken dienen kann.
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NMDA- Rezeptoren spielen zunehmend auch in der [[Neurologie]] für die Therapie des [[M. Parkinson]] eine Rolle. [[NMDA- Rezeptor- Antagonisten]] wie das [[Amantadin]] haben zwar in der Langzeittherapie durch einen Wirkungsverlust nach einigen Monaten keine Bedeutung,
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[[Tag:Rezeptor]]
 
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[[Tag:ZNS]]
 
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Aktuelle Version vom 6. Februar 2021, 18:37 Uhr

Synonym: N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor
Englisch: NMDA receptor

1 Definition

NMDA-Rezeptoren gehören zu den ionotropen Glutamatrezeptoren (iGluRs) und kommen vor allem im Zentralnervensystem (v.a. Hippocampus und Großhirn) vor. Sie sind nach dem ebenfalls wirksamen selektiven Agonisten N-Methyl-D-Aspartat benannt.

NMDA-Rezeptoren werden durch extrazelluläre Magnesiumionen geblockt und durch Glutamatbindung aktiviert. Man schreibt ihnen eine Funktion bei der Bildung von Gedächtnisinhalten über die sogenannte Long Term Potentiation (LTP) im Gehirn zu.

2 Struktur

NMDA-Rezeptoren sind Tetramere aus verschiedenen Untereinheiten, die als GluN1 (GRIN1), GluN2 (GRIN2) und GluN3 (GRIN3) bezeichnet werden. Typischerweise besteht der Rezeptor aus 2 GluN1- und 2 GluN2-Untereinheiten.

3 Wirkung

NMDA-Rezeptoren wirken als Koinzidenzdetektoren. Nach einer Vordepolarisation kommt es zur Erhöhung der intrazellulären Kalziumkonzentration, was wiederum neuroplastische Veränderungen (LTP) auslöst.

Kalzium

4 Klinische Bedeutung

NMDA-Rezeptoren sind in der Anästhesiologie von Bedeutung, da sie durch die Bindung von Ketamin, Lachgas oder Xenon blockiert werden und zu einer ausgeprägten Analgesie führen können. Ketamin führt darüber hinaus zu einem hypnotischen Zustand im Sinne von Bewusstlosigkeit. Dieser weist die Besonderheit auf, dass selbst bei hohen Dosen noch sensorische Reize das Großhirn erreichen - im Gegensatz zu den hypnotischen Wirkungen, die über den GABA-A-Rezeptor vermittelt werden. Des Weiteren können NMDA-Rezeptoren durch bestimmte Medikamente wie Acamprosat gehemmt werden, was zur Rückfallprophylaxe bei Suchtkranken dienen kann.

NMDA-Rezeptoren spielen zunehmend auch in der Neurologie bei der Therapie des Morbus Parkinson eine Rolle. NMDA-Rezeptor-Antagonisten wie das Amantadin haben zwar in der Langzeittherapie durch einen Wirkungsverlust nach einigen Monaten keine Bedeutung, stellen aber bei der akinetischen Krise das Mittel der Wahl dar und werden i.v. appliziert.

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Februar 2021 um 18:37 Uhr bearbeitet.

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