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Myometritis

Version vom 4. Oktober 2018, 11:21 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Metritis
Englisch: myometritis

1 Definition

Unter einer Myometritis versteht man die Entzündung der Muskelwand der Gebärmutter (Myometrium), die meist als Komplikation einer Endometritis auftritt.

2 Ätiopathogenese

Meist geht der Myometritis eine Endometritis voran. Dies wird meistens durch eine Infektion von aszendierenden Erregern, denen es gelingt die physiologischen Barrieren des weiblichen Genitaltraktes zu überwinden und in den keimfreien Raum des Uterus zu gelangen. Eine Infektion aufgrund von deszendierenden Pathogenen ist selten. Die Art der Entzündung hängt davon ab, an welcher Lokalisation sich die Erreger ansiedeln. In ungünstigen Fällen kommt es zu einer Entzündung der Gebärmuttermuskulatur (Myometritis) bis hin zu Infektion der Adnexen entwickelt.

Typische Erreger sind Staphylokokken, Streptokokken, Gonokokken und Chlamydien.

3 Ursachen

Eine erhöhte Infektionsgefahr besteht aufgrund von:

4 Symptome

Eine Myometritis verläuft meistens symptomarm. Falls es zu einer schwerwiegenden Infektion kommen sollte, entwickeln sich keine typischen Symptomatiken. Klinisch zeigt sich:

4.1 Komplikationen

Der Verlauf zeigt sich meist komplikationlos. Mögliche Komplikationen sind:

5 Diagnostik

Eine Myometritis ist in den meisten Fällen schwer zu diagnostizieren. Aufgrund dessen ist eine gründliche Anamnese (kürzliche operative Eingriffe, ...) essentiel. Des weiteren klagen Betroffene über Druckschmerz, insbesondere im Bereich des Corpus Uteri („Funduskantenschmerz“). Eine Untersuchung der Schleimhaut anhand eines Kolposkops, Abstriche mit mikroskopischer Untersuchung und Labordiagnostik (BSG erhöht, Leukozyten erhöht und CRP erhöht) können weiterhin zur Diagnosefindung hinweisend sein.

6 Therapie

Breitbandantibiotika (z.B. Cefuroxim, Cefotaxim, Piperacillin, usw.)

  • Medikamente zur Entleerung des Uterus
  • Östrogengabe zur Stimulation des Schleimhautaufbaus und Abbruch der Blutung
  • Ggf. Schmerzmittel
  • Entfernen der Infektionsquelle (z.B. Spirale, Reste der Plazenta nach einer Geburt)

7 Quellen

Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe, 10.Auflage, Elsevier, Kay Goerke, Joachim Steller, Axel Valet, 2018
Geburtshilfe und Frauenheilkunde: Lehrbuch für Gesundheitsberufe, Hildegard Hofmann, Christine Geist, 1999

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