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Myokardszintigraphie: Unterschied zwischen den Versionen

 
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* negativem [[Belastungs-EKG]] und klinischem Verdacht auf [[KHK]]
* unsicheren EKG-Befunden (z.B. bei Herzschrittmacher, Schenkelblock)
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* unsicheren [[EKG]]-Befunden (z.B. bei [[Herzschrittmacher]], [[Schenkelblock]])
* Differenzierung zwischen Narbe und reversiblen Ischämien vor und nach revaskularisierenden Interventionen (PTCA, Koronararterienbypass)
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* Differenzierung zwischen [[Narbe]] und reversiblen [[Ischämie]]n vor und nach revaskularisierenden Interventionen ([[PTCA]], [[Koronararterienbypass]])
  
 
==Untersuchungstechnik==
 
==Untersuchungstechnik==
Bei einer Myokardszintigraphie wird ein mit 201Thallium markierter Tracer (alternativ Tc-99m-MIBI) intravenös injiziert. Thallium reichert sich nur in gesunden Herzmuskelzellen an, da es anstelle des Kaliums durch die Aktivität der Natrium-Kalium-ATPase in die Zelle befördert wird.
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Bei einer Myokardszintigraphie wird ein mit <sup>201</sup>[[Thallium]] markierter [[Tracer]] (alternativ [[Tc-99m-MIBI]]) [[intravenös]] [[Injektion|injiziert]]. Thallium reichert sich nur in gesunden Herzmuskelzellen an, da es anstelle des [[Kalium]]s durch die Aktivität der [[Natrium-Kalium-ATPase]] in die [[Zelle]] befördert wird.
  
 
==Durchführung==
 
==Durchführung==
Vorbereitend sollten Medikamente, welche die Perfusion der Koronarien beeinflussen (z.B. Calciumantagonisten, Betablocker) einige Tage zuvor abgesetzt werden. Der Patient sollte der Untersuchung nüchtern zugeführt werden, andernfalls kommt es zu störender gastrointestinaler Anreicherung des Radionuklids.
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Vorbereitend sollten [[Medikament]]e, welche die [[Perfusion]] der [[Koronararterie]]n beeinflussen (z.B. [[Calciumantagonist]]en, [[Betablocker]]) einige Tage zuvor abgesetzt werden. Der Patient sollte der Untersuchung nüchtern zugeführt werden, andernfalls kommt es zu störender [[gastrointestinal]]er Anreicherung des [[Radionuklid]]s.
  
Der Patient wird zunächst durch eine Ergometrie oder pharmakologisch (z.B. Adenosin, Dipyridamol, Dobutamin) belastet. Kurz vor Ende der Belastung wird Thallium injiziert.
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Der Patient wird zunächst durch eine [[Ergometrie]] oder [[pharmakologisch]] (z.B. [[Adenosin]], [[Dipyridamol]], [[Dobutamin]]) belastet. Kurz vor Ende der Belastung wird das Thallium injiziert.
  
Unmittelbar nach der Belastung wird mit einer Gammakamera, meistens in SPECT-Technik eine Aufnahme der Herzregion gemacht. Nach drei bis vier Stunden folgt eine zweite Aufnahme mit der Gammakamera.
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Unmittelbar nach der Belastung wird mit einer [[Gammakamera]], meistens in [[SPECT]]-Technik eine Aufnahme der Herzregion gemacht. Nach drei bis vier Stunden folgt eine zweite Aufnahme mit der Gammakamera.
  
 
==Interpretation==
 
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In ihrer Durchblutung eingeschränkte Bezirke des Myokards weisen Speciherdefekte auf. Durch die zeitlich gestaffelten Aufnahmen können Speicherdefekte bezüglich ihrer Ursache differenziert werden.
 
In ihrer Durchblutung eingeschränkte Bezirke des Myokards weisen Speciherdefekte auf. Durch die zeitlich gestaffelten Aufnahmen können Speicherdefekte bezüglich ihrer Ursache differenziert werden.
  
In beiden Aufnahmen nachweisbare Speicherdefekte weisen auf eine Narbe des Myokards, beispielsweise nach einem Myokardinfarkt hin.
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In beiden Aufnahmen nachweisbare Speicherdefekte weisen auf eine Narbe des Myokards, beispielsweise nach einem [[Myokardinfarkt]] hin.
  
Speicherdefekte, die in der zweiten Aufnahme nicht mehr nachzuweisen sind, weisen auf eine passagere Ischämie im Sinne einer Angina pectoris hin. Bei passageren Ischämien kommt es nach Beendigung der Mangeldurchblutung zur "Auswaschung" des Radionuklids aus dem betroffenen Myokard.
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Speicherdefekte, die in der zweiten Aufnahme nicht mehr nachzuweisen sind, weisen auf eine passagere Ischämie im Sinne einer [[Angina pectoris]] hin. Bei passageren Ischämien kommt es nach Beendigung der Mangeldurchblutung zur "Auswaschung" des Radionuklids aus dem betroffenen Myokard.
  
 
Durch Aufnahmen in SPECT-Technik kann das Myokard dreidimensional beurteilt werden. Ischämien können daher den Bezirken einzelner Koronararterien(-äste) zugeordnet werden. Zudem kann durch die Aufnahme von Videosequenzen die Myokardkontraktilität mitbeurteilt werden.
 
Durch Aufnahmen in SPECT-Technik kann das Myokard dreidimensional beurteilt werden. Ischämien können daher den Bezirken einzelner Koronararterien(-äste) zugeordnet werden. Zudem kann durch die Aufnahme von Videosequenzen die Myokardkontraktilität mitbeurteilt werden.

Version vom 19. Januar 2006, 23:51 Uhr

1 Definition

Die Myokardszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren zur Darstellung der Durchblutung des Myokards.

2 Indikationen

Die Myokardszintigraphie ist unter anderem indiziert bei:

3 Untersuchungstechnik

Bei einer Myokardszintigraphie wird ein mit 201Thallium markierter Tracer (alternativ Tc-99m-MIBI) intravenös injiziert. Thallium reichert sich nur in gesunden Herzmuskelzellen an, da es anstelle des Kaliums durch die Aktivität der Natrium-Kalium-ATPase in die Zelle befördert wird.

4 Durchführung

Vorbereitend sollten Medikamente, welche die Perfusion der Koronararterien beeinflussen (z.B. Calciumantagonisten, Betablocker) einige Tage zuvor abgesetzt werden. Der Patient sollte der Untersuchung nüchtern zugeführt werden, andernfalls kommt es zu störender gastrointestinaler Anreicherung des Radionuklids.

Der Patient wird zunächst durch eine Ergometrie oder pharmakologisch (z.B. Adenosin, Dipyridamol, Dobutamin) belastet. Kurz vor Ende der Belastung wird das Thallium injiziert.

Unmittelbar nach der Belastung wird mit einer Gammakamera, meistens in SPECT-Technik eine Aufnahme der Herzregion gemacht. Nach drei bis vier Stunden folgt eine zweite Aufnahme mit der Gammakamera.

5 Interpretation

In ihrer Durchblutung eingeschränkte Bezirke des Myokards weisen Speciherdefekte auf. Durch die zeitlich gestaffelten Aufnahmen können Speicherdefekte bezüglich ihrer Ursache differenziert werden.

In beiden Aufnahmen nachweisbare Speicherdefekte weisen auf eine Narbe des Myokards, beispielsweise nach einem Myokardinfarkt hin.

Speicherdefekte, die in der zweiten Aufnahme nicht mehr nachzuweisen sind, weisen auf eine passagere Ischämie im Sinne einer Angina pectoris hin. Bei passageren Ischämien kommt es nach Beendigung der Mangeldurchblutung zur "Auswaschung" des Radionuklids aus dem betroffenen Myokard.

Durch Aufnahmen in SPECT-Technik kann das Myokard dreidimensional beurteilt werden. Ischämien können daher den Bezirken einzelner Koronararterien(-äste) zugeordnet werden. Zudem kann durch die Aufnahme von Videosequenzen die Myokardkontraktilität mitbeurteilt werden.

Fachgebiete: Kardiologie, Radiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 23. August 2021 um 15:00 Uhr bearbeitet.

Danke für die Ergänzung.
#2 am 14.01.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
In retrospektiven Studien war die Sensitivität der Myokardszintigrafie mit 79% bemessen worden. Prospektive Studien zeigen eine Sensitivität und Spezifität von 90%. Die Radionukliddiagnostik ist dann besonders kosteneffektiv, wenn hausärztlich ein konservatives Vorgehen anstelle einer Intervention angeraten wird.
#1 am 13.01.2019 von Dr. med. Martin P. Wedig (Arzt | Ärztin)

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