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Mycobacterium tuberculosis: Unterschied zwischen den Versionen

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==Definition==
 
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'''Mycobacterium tuberculosis''' ist ein [[Bakterium]] aus der Familie der [[Mycobacteriaceae]]. Es ist der Erreger der [[Tuberkulose]] und wurde erstmalig im Jahr 1882 von Robert Koch beschrieben.
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'''Mycobacterium tuberculosis''' ist ein [[Bakterium]] aus der [[Familie]] der [[Mycobacteriaceae]]. Es ist der Haupterreger der [[Tuberkulose]] und wurde erstmalig im Jahr 1882 von [[Robert Koch]] beschrieben.
  
==Zuordnung==
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==Systematik==
Mycobacterium tuberculosis gehört zu dem Mykobakterien-Komplex, wie auch die Bakterien [[Mycobacterium bovis]] und [[Mycobacterium africanum]]. Eng mit dem Tuberkulosebakterium verwandt sind die Bakterien [[Mycobacterium leprae]] (Erreger der [[Lepra]]) und Mycobacterium ulcerans (Erreger des [[Buruli-Ulkus]]).
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* [[Domäne]]: [[Bacteria]]
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** [[Phylum]]: [[Actinobacteria]]
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*** [[Ordnung]]: [[Actinomycetales]]
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**** [[Unterordnung]]: [[Corynebacterineae]]
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***** Familie: Mycobacteriaceae
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****** [[Gattung]]: [[Mycobacterium]]
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******* [[Art]]: Mycobacterium tuberculosis
  
Gemeinsame Eigenschaft der Mykobakterien ist der besondere, wachsartige Aufbau der [[Zellwand]], welche als charakteristisches Strukturelement [[Mykolsäure]]n enthält. Die Zellwand der Mykobakterien bedingt ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen.
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Mycobacterium tuberculosis ist der wichtigste Erreger unter den [[pathogen]]en Spezies des [[Mycobacterium-tuberculosis-Komplex]]es (z.B. mit [[Mycobacterium bovis]] und [[Mycobacterium africanum]]). Eng mit dem Tuberkulosebakterium verwandt sind die Bakterien [[Mycobacterium leprae]] (Erreger der [[Lepra]]) und Mycobacterium ulcerans (Erreger des [[Buruli-Ulkus]]).
  
 
==Morphologie==
 
==Morphologie==
Das Mycobacterium tuberculosis ist ein 0,2 bis 0,5 mal 2 bis 5 μm großes unbewegliches Stäbchen, das [[aerob]] lebt. Es vermehrt sich nur [[intrazellulär]], bevorzugt in [[Makrophage]]n. Mykobakterien werden als säurefest bezeichnet, da sie sich bei der zur Mikroskopie nötigen Färbung durch leichte [[Säure]]n nicht entfärben (s. [[Ziehl-Neelsen-Färbung]]).
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Das Mycobacterium tuberculosis ist ein ca. 0,2-0,5 x 2-5 µm großes, unbewegliches, nicht [[spore]]nbildendes [[Stäbchenbakterium|Stäbchen]], das [[aerob]] lebt. Es vermehrt sich nur [[intrazellulär]], bevorzugt in [[Makrophage]]n.  
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Mykobakterien verhalten sich in der [[Gram-Färbung]] oft neutral. Wenn sie jedoch einmal Farbstoff aufgenommen haben, können sie nicht durch Säurealkohol entfärbt werden. Daher werden sie als [[Säurefestigkeit|säurefeste]] Stäbchen bezeichnet. Ursächlich ist u.a. der hohe Gehalt an [[Mykolsäure]]n in der [[Zellwand]] der Mykobakterien. Diese [[Lipid]]e sind an [[Arabinogalactan]] und [[Peptidoglykan]] gebunden, wodurch die [[Permeabilität]] der Zellwand und damit die Wirksamkeit der meisten [[Antibiotika]] reduziert wird. [[Lipoarabinomannan]] in der Zellwand von Mykobakterien erleichtert weiterhin das Überleben von Mycobacterium tuberculosis in Makrophagen.  
  
 
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Das Mycobacterium tuberculosis ist in der ganzen Welt verbreitet. Es ist davon auszugehen, dass etwa jeder dritte Mensch mit Mycobacterium tuberculosis infiziert ist. Eine besondere Häufung ist in den Ländern der Dritten Welt zu verzeichnen.
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Das Mycobacterium tuberculosis ist in der ganzen Welt verbreitet. Es ist davon auszugehen, dass etwa jeder Vierte Mensch mit Mycobacterium tuberculosis infiziert ist. Eine besondere Häufung ist in den Ländern der Dritten Welt zu verzeichnen.
  
 
Die Übertragung erfolgt meist [[aerogen]], also durch [[Tröpfcheninfektion]]. Selten wird das Bakterium [[oral]] oder über infizierte Kuhmilch übertragen.
 
Die Übertragung erfolgt meist [[aerogen]], also durch [[Tröpfcheninfektion]]. Selten wird das Bakterium [[oral]] oder über infizierte Kuhmilch übertragen.
  
 
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Der Erregernachweis erfolgt durch das Anlegen einer [[Bakterienkultur]] (Spezialnährboden [[Löwenstein-Jensen-Medium]]). Da Mykobakterien ein eher träges Wachstumsverhalten zeigen, sind Ergebnisse der Kultur erst nach 4-8 Wochen zu erwarten. Diese Zeit kann bei Verwendung von speziellen Flüssigmedien verkürzt werden.
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Der Erregernachweis erfolgt durch das Anlegen einer [[Bakterienkultur]] ([[Nährboden|Spezialnährboden]] [[Löwenstein-Jensen-Medium]]). Da Mykobakterien ein eher träges Wachstumsverhalten zeigen, sind Ergebnisse der Kultur erst nach 4-8 Wochen zu erwarten. Diese Zeit kann bei Verwendung von speziellen Flüssigmedien verkürzt werden.
  
Alternativ kann der Nachweis erregerspezifischer Gene durch [[Polymerase-Kettenreaktion|PCR]] innerhalb weniger Stunden erfolgen. Ebenfalls schnelle, jedoch unspezifische Ergebnisse liefert die [[mikroskopisch]]e Untersuchung unter Ziehl-Neelsen-Färbung.  
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Alternativ kann der Nachweis erregerspezifischer Gene durch [[Polymerase-Kettenreaktion|PCR]] innerhalb weniger Stunden erfolgen. Ebenfalls schnelle, jedoch unspezifische Ergebnisse liefert die [[mikroskopisch]]e Untersuchung unter [[Ziehl-Neelsen-Färbung]].  
  
Ein neues indirektes Nachweisverfahren für eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis ist der [[Gamma-Interferon-Test|&gamma;-Interferon-Test]].
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Version vom 11. Juni 2021, 10:08 Uhr

Synonym: Tuberkelbazillus, Koch-Bazillus
Englisch: "tubercle bacilli"

1 Definition

Mycobacterium tuberculosis ist ein Bakterium aus der Familie der Mycobacteriaceae. Es ist der Haupterreger der Tuberkulose und wurde erstmalig im Jahr 1882 von Robert Koch beschrieben.

2 Systematik

Mycobacterium tuberculosis ist der wichtigste Erreger unter den pathogenen Spezies des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes (z.B. mit Mycobacterium bovis und Mycobacterium africanum). Eng mit dem Tuberkulosebakterium verwandt sind die Bakterien Mycobacterium leprae (Erreger der Lepra) und Mycobacterium ulcerans (Erreger des Buruli-Ulkus).

3 Morphologie

Das Mycobacterium tuberculosis ist ein ca. 0,2-0,5 x 2-5 µm großes, unbewegliches, nicht sporenbildendes Stäbchen, das aerob lebt. Es vermehrt sich nur intrazellulär, bevorzugt in Makrophagen.

Mykobakterien verhalten sich in der Gram-Färbung oft neutral. Wenn sie jedoch einmal Farbstoff aufgenommen haben, können sie nicht durch Säurealkohol entfärbt werden. Daher werden sie als säurefeste Stäbchen bezeichnet. Ursächlich ist u.a. der hohe Gehalt an Mykolsäuren in der Zellwand der Mykobakterien. Diese Lipide sind an Arabinogalactan und Peptidoglykan gebunden, wodurch die Permeabilität der Zellwand und damit die Wirksamkeit der meisten Antibiotika reduziert wird. Lipoarabinomannan in der Zellwand von Mykobakterien erleichtert weiterhin das Überleben von Mycobacterium tuberculosis in Makrophagen.

4 Genom

Das Genom von Mycobacterium tuberculosis umfasst 4,4 Millionen Basenpaare und 4.043 Gene, die für 3.993 Proteine kodieren. Zwischen Stämmen aus unterschiedlichen Regionen der Welt besteht eine große genetische Variabilität.

5 Verbreitung

Das Mycobacterium tuberculosis ist in der ganzen Welt verbreitet. Es ist davon auszugehen, dass etwa jeder Vierte Mensch mit Mycobacterium tuberculosis infiziert ist. Eine besondere Häufung ist in den Ländern der Dritten Welt zu verzeichnen.

Die Übertragung erfolgt meist aerogen, also durch Tröpfcheninfektion. Selten wird das Bakterium oral oder über infizierte Kuhmilch übertragen.

6 Diagnostik

Der Erregernachweis erfolgt durch das Anlegen einer Bakterienkultur (Spezialnährboden Löwenstein-Jensen-Medium). Da Mykobakterien ein eher träges Wachstumsverhalten zeigen, sind Ergebnisse der Kultur erst nach 4-8 Wochen zu erwarten. Diese Zeit kann bei Verwendung von speziellen Flüssigmedien verkürzt werden.

Alternativ kann der Nachweis erregerspezifischer Gene durch PCR innerhalb weniger Stunden erfolgen. Ebenfalls schnelle, jedoch unspezifische Ergebnisse liefert die mikroskopische Untersuchung unter Ziehl-Neelsen-Färbung.

Ein neues indirektes Nachweisverfahren für eine Infektion mit Mycobacterium tuberculosis ist der γ-Interferon-Test.

Diese Seite wurde zuletzt am 31. Juli 2012 um 10:42 Uhr bearbeitet.

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