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Muskeltonus

Version vom 5. Juli 2017, 00:03 Uhr von Jonathan Imholz (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Muskelspannung
Englisch: muscle tone, muscle tension

1 Definition

Der Muskeltonus bezeichnet den Spannungszustand, den die kontraktilen Elemente (Aktin und Myosin) von Muskelzellen oder Muskelzellverbände aufgrund stimulierender oder hemmender Reize zu einem bestimmten Zeitpunkt erzeugen.

2 Physiologie

Im Skelettmuskel wird der Muskeltonus durch die neuronalen Reize der Motoneurone erzeugt. Der Muskeltonus wird durch abwechselnde Kontraktionen einzelner Muskelfasern aufrechterhalten. der Muskeltonus wirddurch die afferenten und efferenten Fasern der den Muskel kontrollierenden Reflexbögen bestimmt. Durchtrennt man am Rückenmark alle Nervenwurzeln, die einen Muskel versorgen, wird der Muskeltonus vollständig aufgehoben. Das führt zu einer schlaffen Lähmung (Paralyse) des Muskels.

In der glatten Muskulatur führt ein Zusammenspiel aus vasokonstriktorischen und vasodilatativen Reizen - dazu gehören insbesondere Hormone wie Adrenalin oder Angiotensin II und nervale Stimulation über den Sympathikus bzw. Parasympathikus - in der Summe zu einem bestimmten Muskeltonus. Molekular betrachtet, werden die Myosin-leichte-Ketten-Kinase (MLKK) und die Myosin-leichte-Ketten-Phosphatase in ihrer Aktivität reguliert, sodass auch hier ein bestimmter Tonus durch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Dauerkontraktion erzeugt wird. Auch bei völliger Entspannung besitzt somit jeder Muskel eine gewisse Grundspannung, den so genannten Ruhetonus.

3 Störungen der Muskeltonus

Eine Störung des Muskeltonus bezeichnet man in der Neurologie als muskuläre Dystonie. Sie kann sich als veminderter oder als gesteigerter Muskeltonus bemerkbar machen.

3.1 Verminderter Muskeltonus

3.2 Gesteigerter Muskeltonus

4 Klinik

Durch medikamentöse Blockade der Nerven, die den Skelettmuskel versorgen, kann man den Muskeltonus aus therapeutischen Gründen (z.B. bei Operationen) aufheben. Dazu werden Muskelrelaxantien verabreicht.

Die Veränderung des Muskeltonus von Gefäßmuskelzellen (glatte Muskulatur) ist ein zentraler Angriffspunkt für Medikamente zur Behandlung von Hypertonien (Bluthochdruck). Hier kommen unter anderem Calciumantagonisten, α-Blocker und AT-1-Rezeptorantagonisten zum Einsatz. Die pharmakologische Therapie vom imperativer Harndrang oder auch der Benigne Prostatahyperplasie (BPH) durch Veränderung des lokalen Muskeltonus von Blase und Prostata ist ein weiteres Beispiel.

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Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 29. März 2019 um 19:36 Uhr bearbeitet.

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