Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Musculus aryepiglotticus

Version vom 6. Dezember 2014, 22:34 Uhr von Jonny Labrada (Diskussion | Beiträge)

Englisch: aryepiglottic muscle

1 Definition

Der Musculus aryepiglotticus ist ein kleiner, dünner Muskel, der zur inneren Kehlkopfmuskulatur gehört.

2 Verlauf

Von der Spitze des Stellknorpels (Cartilago arytaenoidea) entspringend, läuft der Musculus aryepiglotticus zur Plica aryepiglottica am Seitenrand der Epiglottis. Er ist die Fortsetzung des Musculus arytaenoideus obliquus.

3 Innervation

Die Innervation erfolgt durch den Nervus laryngeus inferior aus dem Nervus laryngeus recurrens.

4 Funktion

4.1 Deglutation

Infolge der Larynxelevation bei der Deglutation (dem Schluckvorgang) senkt sich die Epiglottis hauptsächlich durch den sich nach hinten verlagernden Zungengrund und den durch Kontraktion des Musculus thyrohyoideus gestauten Fettkörper (Corpus adiposum paeepiglotticum) über den Kehlkopfeingang (Aditus laryngis).

Hierbei können die Muskelfasern der Aryepiglottis zusätzlich eine Verengung des Kehlkopfvestibüls und eine Annäherung zwischen Stellknorpeln und Epiglottis bewirken.

4.2 Phonation

Die aryepiglottischen Muskelaktionen sind Bestandteil der Aktivität der sogenannten "vorderen Spannungskette" - eines Muskelkomplexes, welcher den Vokaltrakt von vorne verengt und verschließt.

Die Annäherung von Aryknorpeln und Epiglottis zueinander verkürze und verdicke die Stimmlippen (durch Annäherung von Stellknorpeln und Epiglottis zueinander) und senke damit auf muskulärer Ebene die Wirkung des Musculus vocalis herab. Gleichzeitig wird der Musculus cricothyroideus in seiner Wirkung ausgehebelt. Kompensatorisch müsste der Musculus vocalis zur Lautstärke- und Frequenzregelung hyperfunktionell arbeiten. Als langfristige Folge kann ein ovalärer Glottisspalt entstehen (nach Michael Heptner).

Für phonatorische Zwecke kommt solch eine Vestibülverengung bei asiatischen Gesängen und einem bohrend-nasalen Klangstil, dem "Twang" (nach Jo Estill), vor. Jo Estill beobachtete eine aryepiglottische Verengung mit Annäherung zwischen Epiglottis und Aryknorpeln bei lauter Stimmgebung (klassischer Gesang und Belting). Die aryepiglottische Verengung wird aufgrund ihrer akustischen Eigenschaften oft als Resonanzstrategie in diversen Gesangsstilen angewandt (bspw.: Musical), da sie mit einer Zunahme an Teiltönen zwischen 2 und 4 kHz (Sängerformant) einhergeht.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. April 2014 um 20:00 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (2.67 ø)

14.101 Aufrufe

Copyright ©2022 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: