Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Muscidae: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 17: Zeile 17:
  
 
==Morphologie==
 
==Morphologie==
Muscidae sind mittelgroße Fliegen (2 bis 18 [[Millimeter|mm]]) mit leckend-saugenden oder stechend-saugenden [[Mundwerkzeug (Biologie)|Mundwerkzeugen]]. Sie sind meist dunkel gefärbt (grau, stahlblau, grünlich) und besitzen kurze [[Antenne (Biologie)|Antennen]] (Fühler), die auf dem 3. Segment eine Borste (Arista) tragen und artsspezifisch gestaltet ist.
+
Muscidae sind mittelgroße Fliegen (2 bis 18 [[Millimeter|mm]]) mit leckend-saugenden oder stechend-saugenden [[Mundwerkzeug (Biologie)|Mundwerkzeugen]]. Sie sind meist dunkel gefärbt (grau, stahlblau, grünlich) und besitzen kurze [[Antenne (Biologie)|Antennen]] (Fühler), die auf dem 3. Segment eine Borste (Arista) tragen und artsspezifisch gestaltet sind.
  
 
==Vertreter==
 
==Vertreter==
Zeile 40: Zeile 40:
 
|- valign="top"
 
|- valign="top"
 
! colspan="3" |Unterfamilie: [[Stomoxyinae]]
 
! colspan="3" |Unterfamilie: [[Stomoxyinae]]
|-
+
|- valign="top"
 
| [[Stomoxys calcitrans]] (Wadenstecher) || weltweit || Stallungen, Wohnungen und Umgebung
 
| [[Stomoxys calcitrans]] (Wadenstecher) || weltweit || Stallungen, Wohnungen und Umgebung
 
|- valign="top"
 
|- valign="top"
Zeile 50: Zeile 50:
  
 
==Entwicklung==
 
==Entwicklung==
Die Entwicklung der Fliegen kann sich bei den einzelnen Arten unterscheiden, folgt jedoch immer dem selben Grundmuster:
+
Die einzelnen Entwicklungsschritte können sich bei den einzelnen Arten unterscheiden, folgen jedoch immer dem selben Grundmuster:
 
* [[Eizelle|Ei]] → 3 [[Larve]]nstadien → [[Puppe (Biologie)|Puppe]] → [[Imago (Biologie)|Imago]]
 
* [[Eizelle|Ei]] → 3 [[Larve]]nstadien → [[Puppe (Biologie)|Puppe]] → [[Imago (Biologie)|Imago]]
  
Zeile 56: Zeile 56:
  
 
==Lebensweise==
 
==Lebensweise==
Muscidae-Arten weisen unterschiedliche Lebensweisen auf. Es gibt [[Parasit|parasitisch]] lebende Arten, die sich hauptsächlich von [[Blut]] ernähren ([[Hämatophagie]]), aber auch Blütenbesucher und solche Arten, die sich von verschiedenen [[Flüssigkeit]]en (z.B. von [[Kot]]) ernähren. Die Larven ernähren sich hauptsächlich von totem, [[organisch]]em Material oder von darin wachsenden [[Pilz]]en sowie von Kot.
+
Muscidae-Arten weisen unterschiedliche Lebensweisen auf. Es gibt [[Parasit|parasitisch]] lebende Arten, die sich hauptsächlich von [[Blut]] ernähren ([[Hämatophagie]]), aber auch Blütenbesucher und solche Arten, die sich von verschiedenen [[Flüssigkeit]]en (z.B. von [[Kot]]) ernähren.
 +
 
 +
Die Larven ernähren sich hauptsächlich von totem, [[organisch]]em Material oder von darin wachsenden [[Pilz]]en sowie von Kot.
  
 
==Vorkommen==
 
==Vorkommen==
Muscidae sind weltweit verbreitet. Die Flugaktivitäten sind artunterschiedlich, die höchste Aktivität kann zwischen Mai und Oktober beobachtet werden. In Stallungen treten die Insekten das ganze Jahr über auf.
+
Muscidae sind weltweit verbreitet. Die Flugaktivitäten sind artunterschiedlich, die höchsten Aktivitäten können jedoch zwischen Mai und Oktober beobachtet werden. In Stallungen treten die Insekten das ganze Jahr über auf.
  
 
==Vektorfunktion==
 
==Vektorfunktion==

Version vom 17. Juni 2019, 10:30 Uhr

von lateinisch: musca - Fliege; von griechisch: morphe - Form, Gestalt
Synonym: Echte Fliegen

1 Definition

Als Muscidae oder Echte Fliegen bezeichnet man ein Taxon der Diptera (Zweiflügler) innerhalb der Klasse der Insecta (Insekten).

2 Taxonomie

3 Morphologie

Muscidae sind mittelgroße Fliegen (2 bis 18 mm) mit leckend-saugenden oder stechend-saugenden Mundwerkzeugen. Sie sind meist dunkel gefärbt (grau, stahlblau, grünlich) und besitzen kurze Antennen (Fühler), die auf dem 3. Segment eine Borste (Arista) tragen und artsspezifisch gestaltet sind.

4 Vertreter

Die Familie der Muscidae umfasst zwischen 4.000 und 5.000 Arten. Die unten stehende Tabelle listet die gängigsten Unterfamilien und Arten auf:

Fliegen Vorkommen Habitate
Unterfamilie: Muscinae
Musca domestica (Große Staubfliege) weltweit Stallungen, Häuser und Umgebung
Musca sorbens (Basarfliege) Subtropen und Tropen, Afrika, Asien, Pazifikregion Häuser, Stallungen und Umgebung
Musca autumnalis (Augen- oder Gesichtsfliege) Europa, USA Weide
Hydrotaea spp. (Kopf- und Euterfliege) Europa Weide
Unterfamilie: Phaoniinae
Ophyra aenescens (Gülle- oder Deponiefliege) Europa, nearktische, neotropische, pazifische Gebiete Stallungen, Wohnungen, Mülldeponien
Unterfamilie: Stomoxyinae
Stomoxys calcitrans (Wadenstecher) weltweit Stallungen, Wohnungen und Umgebung
Haematobia stimulans (Große Weidestechfliege) Europa, Asien, Nordamerika Weide
Haematobia irritans (Kleine Weidestechfliege) Europa, Nord- und Südamerika, Nordafrika, Mittlerer Osten bis Ostasien Weide

5 Entwicklung

Die einzelnen Entwicklungsschritte können sich bei den einzelnen Arten unterscheiden, folgen jedoch immer dem selben Grundmuster:

Die Entwicklung der Larven erfolgt schnell und kann in bis zu acht Tagen abgeschlossen sein. Die meisten in Europa vorkommenden Arten benötigen hierfür jedoch zwei bis drei Wochen.

6 Lebensweise

Muscidae-Arten weisen unterschiedliche Lebensweisen auf. Es gibt parasitisch lebende Arten, die sich hauptsächlich von Blut ernähren (Hämatophagie), aber auch Blütenbesucher und solche Arten, die sich von verschiedenen Flüssigkeiten (z.B. von Kot) ernähren.

Die Larven ernähren sich hauptsächlich von totem, organischem Material oder von darin wachsenden Pilzen sowie von Kot.

7 Vorkommen

Muscidae sind weltweit verbreitet. Die Flugaktivitäten sind artunterschiedlich, die höchsten Aktivitäten können jedoch zwischen Mai und Oktober beobachtet werden. In Stallungen treten die Insekten das ganze Jahr über auf.

8 Vektorfunktion

Muscidae können als Vektoren verschiedene Krankheitserreger übertragen, z.B. Helminthen (Habronema spp, Parafilaria spp., Thelazia spp.), Protozoen (z.B. ]Trypanosoma spp.), Bakterien (Shigella spp., Vibrio cholerae, Bacillus anthracis, Salmonella spp.) oder auch Viren (Hepatitisviren).

9 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke Verlag, 2008.

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Juni 2019 um 10:30 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

1 Wertungen (4 ø)

72 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: