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Mundwinkelrhagade: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Mundwinkelrhagaden''' sind kleine, meist sehr schmerzhafte Einrisse ([[Rhagade]]) in den Mundwinkeln.  
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'''Mundwinkelrhagaden''' sind kleine, meist sehr schmerzhafte Einrisse ([[Rhagade]]n) in den [[Mundwinkel]]n mit entzündlichem Hof.
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[[ICD10]]-Code: K13.0
  
 
==Ätiologie==
 
==Ätiologie==
Sie entstehen vor allem bei einer [[Hyperkeratose]] der [[Haut]] um die Mundöffnung herum oder bei entzündlichen Erkrankungen der Haut. Eine Mundwinkelrhagade kann ein klinisches Zeichen für eine [[chronisch]]e [[Anämie]] sein.
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Mundwinkelrhagaden können lokale Ursachen haben (z.B. eine starke Faltenbildung im Mundwinkelbereich), kommen aber auch als klinisches Zeichen bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen vor. Eine [[Immunschwäche]] oder Störungen der normalen Hautbarriere (z.B. bei [[Neurodermitis]]) begünstigen das Auftreten.
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===Lokale Ursachen===
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* Starke Faltenbildung der Mundregion durch Zahnverlust
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* Schlecht sitzende [[Zahnprothese]]
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* [[Hypersalivation]]
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* [[Xerostomie]]
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* Infektion der [[Mundschleimhaut]] (z.B. [[Soor]], [[Herpes simplex]])
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===Systemische Ursachen===
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* Systeminfektionen (z.B. [[Syphilis]])
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* [[Eisenmangelanämie]] ([[Plummer-Vinson-Syndrom]])
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* [[Diabetes mellitus]]
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* [[Leberzirrhose]]
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* [[Psoriasis]]
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* [[Vitaminmangel]] ([[Riboflavin]], [[Vitamin B12]])
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* [[Hypervitaminose]] ([[Vitamin A]])
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* [[Autoimmunerkrankung]]
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* [[Arzneimittelexanthem]]
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==Klinik==
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Klinisch sieht man mehr oder weniger tiefe Epitheleinrisse ([[Fissur]]en) mit entzündlichem, geröteten Hof, die oberflächliche Gewebedefekte ([[Erosion]]en) aufweisen. Sie sind häufig von einem milchig durchweichten, im Randbereich [[Crusta|krustigen]] [[Fibrin]]belag bedeckt. Meist liegt eine begleitende [[Infektion]] mit [[Candida albicans]], [[Streptokokken]] oder [[Staphylokokken]] vor.
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Die Läsionen treten in der Regel mehr oder minder symmetrisch auf. Bei einseitigem Auftreten sollte immer auch an eine Syphilis gedacht werden.
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Da Mundwinkelrhagaden für den Patienten häufig schmerzhaft sind, kann bei ausgeprägtem Befall die Aufnahme fester Nahrung und die [[Mimik]] beeinträchtigt sein.
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==Therapie==
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Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache. Durch Auftragen von fetthaltigen [[Salbe]]n oder [[Paste]]n (z.B. [[Zinkpaste]]) bzw. [[Vaseline]] werden die Symptome in der Regel verbessert. Liegt eine Pilzinfektion oder eine bakterielle Infektion vor, können zusätzliche lokale [[Antimykotikum|Antimykotika]] bzw. [[Antibiotikum|Antibiotika]] aufgetragen werden.
 
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]][[Fachgebiet:Dermatologie]]
 
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Aktuelle Version vom 18. Mai 2013, 23:00 Uhr

Synonyme: Cheilitis angularis, Perlèche, Angulus infectiosus, "Faulecke"
Englisch: angular cheilitis, perlèche, cheilosis, angular stomatitis

1 Definition

Mundwinkelrhagaden sind kleine, meist sehr schmerzhafte Einrisse (Rhagaden) in den Mundwinkeln mit entzündlichem Hof.

ICD10-Code: K13.0

2 Ätiologie

Mundwinkelrhagaden können lokale Ursachen haben (z.B. eine starke Faltenbildung im Mundwinkelbereich), kommen aber auch als klinisches Zeichen bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen vor. Eine Immunschwäche oder Störungen der normalen Hautbarriere (z.B. bei Neurodermitis) begünstigen das Auftreten.

2.1 Lokale Ursachen

2.2 Systemische Ursachen

3 Klinik

Klinisch sieht man mehr oder weniger tiefe Epitheleinrisse (Fissuren) mit entzündlichem, geröteten Hof, die oberflächliche Gewebedefekte (Erosionen) aufweisen. Sie sind häufig von einem milchig durchweichten, im Randbereich krustigen Fibrinbelag bedeckt. Meist liegt eine begleitende Infektion mit Candida albicans, Streptokokken oder Staphylokokken vor.

Die Läsionen treten in der Regel mehr oder minder symmetrisch auf. Bei einseitigem Auftreten sollte immer auch an eine Syphilis gedacht werden.

Da Mundwinkelrhagaden für den Patienten häufig schmerzhaft sind, kann bei ausgeprägtem Befall die Aufnahme fester Nahrung und die Mimik beeinträchtigt sein.

4 Therapie

Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache. Durch Auftragen von fetthaltigen Salben oder Pasten (z.B. Zinkpaste) bzw. Vaseline werden die Symptome in der Regel verbessert. Liegt eine Pilzinfektion oder eine bakterielle Infektion vor, können zusätzliche lokale Antimykotika bzw. Antibiotika aufgetragen werden.

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